Nach tödlichem Radunfall in Halle: SPD drängt auf mehr Sicherheit in der Wörmlitzer Straße – Autofahrer war aus Nebenstraße ungebremst in die Kreuzung gefahren

Nach dem tödlichen Fahrradunfall in der Wörmlitzer Straße hat die SPD-Fraktion im Stadtrat eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt. Der Unfall ereignete sich am 30. September 2025. Ein Radfahrer wurde dabei so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus verstarb. Hintergrund der Anfrage sind Fragen zum genauen Unfallhergang, zu möglichen infrastrukturellen Ursachen sowie zu kurzfristigen Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Wie die Stadtverwaltung in ihrer Antwort darlegt, befuhr der Radfahrer die Wörmlitzer Straße in Richtung Rannischer Platz. Am Knotenpunkt mit der Wolfstraße war er aufgrund des Verkehrszeichens 306 (Vorfahrtstraße) vorfahrtberechtigt. Ein Pkw-Fahrer, der aus der Wolfstraße kommend in Richtung Wörmlitzer Straße fuhr, missachtete jedoch die durch das Verkehrszeichen 206 (Halt. Vorfahrt gewähren) geregelte Vorfahrt und fuhr ungebremst in den Kreuzungsbereich ein. Dort kam es zur Kollision mit dem Radfahrer.

Als Unfallursache stellte die Polizei das Nichtbeachten der vorfahrtsregelnden Verkehrszeichen fest. Nach Angaben der Verwaltung waren an dieser Einmündung zuvor keine unfallauffälligen Entwicklungen oder Häufungen bekannt geworden. Neben dem tödlichen Unfall verwies die SPD-Anfrage auch auf einen weiteren Unfall mit schweren Verletzungen eines Radfahrers in derselben Straße.

Mit Blick auf mögliche Sofortmaßnahmen erklärte die Verwaltung, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit in der gesamten Wörmlitzer Straße bereits auf 30 km/h begrenzt sei. Auch in der Wolfstraße sei die Vorfahrt eindeutig durch das Zeichen 206 geregelt. Als unmittelbare Konsequenz aus dem Unfall wurde beschlossen, den Standort dieses Verkehrszeichens in der Wolfstraße zu optimieren, um die Sichtbarkeit und Wahrnehmbarkeit zu verbessern.

Darüber hinaus ordnet die Stadt in der Wörmlitzer Straße ein zusätzliches Verkehrszeichen 283-30 (Haltverbot – Mitte) gegenüber der Einmündung der Geseniusstraße an. Damit soll das bereits bestehende Haltverbot zwischen Cansteinstraße und Wolfstraße deutlicher kenntlich gemacht werden, insbesondere für Linksabbieger aus der Geseniusstraße.

Die SPD-Fraktion betonte, dass der tödliche Unfall erneut zeige, wie verletzlich Radfahrende im Straßenverkehr seien. Ziel der Anfrage sei es gewesen, Transparenz über die Ursachen zu schaffen und sicherzustellen, dass die Stadt alle notwendigen Schritte unternimmt, um die Sicherheit an der Wörmlitzer Straße kurzfristig und nachhaltig zu erhöhen.

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16 Antworten

  1. Halle/Saale sagt:

    na klar, die SPD will Punkte sammeln für die Wahl, die ganze Vorgehensweise der SPD hat mit dem Unfall nichts zutun

    • Wir stellen jeden Monat in verschiedensten Ausschüssen verschiedenste Anfragen zu verschiedensten Themen. Dass dubisthalle die Verwaltungsantwort auf diese Anfrage hier aufgreift, ist die Entscheidung von dubisthalle. Glauben Sie mir, auf diese Anfrage aus dem traurigen Grund, dass hier ein Mensch sein Leben verloren hat, hätten wir sehr gerne verzichtet.

  2. Pseudonüm sagt:

    Ignoranten werden immer Ignoranten bleiben, sowohl diejenigen, die dort tagtäglich – im gesamten Viertel – trotz Halteverbotsschildern die Kreuzungsbereiche zuparken, als auch diejenigen, die ohne Rücksicht aus einer kleinen und schmalen und im Kreuzungsbereich zugeparkten Nebenstraße auf eine breite Hauptstraße auffahren. Solche Menschen übersehen das Stopschild nicht, es interessiert sie schlichtweg nicht, genau wie die schlechte Sicht. Da bringt es überhaupt nichts, Schilder umzustellen oder neue zu postieren.

    • is klar sagt:

      „Solche Menschen übersehen das Stopschild nicht, es interessiert sie schlichtweg nicht“

      Sinnlose Pauschalisierung und Hetze.

    • Metsämies sagt:

      Da haben Sie völlig Recht. Das einzige was wirksam hilft ist eine intelligente Infrastruktur, die zur Regeleinhaltung drängt.
      In anderen Ländern sind beispielsweise Geschwindigkeitsschwellen an der Tagesordnung.
      Aber wie groß war bereits hier der Aufschrei als im Paulusviertel Fahrradbügel installiert wurden, um den Kreuzungsbereich von parkenden Autos freizuhalten.

  3. Zappelphilipp sagt:

    Vor allem sollte man die Kreuzungsparker konsequent abschleppen lassen ..diese behindern nicht nur dort eine einsehbarkeit .

    • Ich teile Ihren Eindruck, dass es an solchen Stellen mehr Verbesserungen an der Verkehrsinfrastruktur braucht als reine Verkehrszeichensetzung. Die Realität und Forschung zeigt, dass die bauliche Infrastruktur die Verkehrsteilnehmer steuert. Habe ich eine Kurve, in der ich schnell fahren kann, tue ich das eher, als wenn die Kurve eng gebaut ist und mich ausbremst. Wer Rad fährt, weiß, dass die Wörmlitzer Straße und auch die Liebenauer Straße nebenan sich sehr unsicher anfühlen und das auch sind.

      • J sagt:

        Noch problematischer ist das dort bergab in der Beesener Straße. Dort ist man auf dem Radweg und hat kaum Möglichkeiten des Ausweichens. Und trotzdem fahren immer wieder Autos bis fast auf die Schienen raus. Dass dort noch nichts passiert ist, grenzt an ein Wunder und ist nur durch sehr rücksichtsvolle Fahrweise der Radfahrer zu erklären.

        Ich sehe tatsächlich nur eine Lösung. Auf der Bergab-Seite der Straßen nur noch die Einfahrt in die Straßen zu ermöglichen und die Ausfahrt zu sperren. Dann kann man aus den Straßen nur noch auf den jeweiligen Bergauf-Seiten rausfahren, wo die Geschwindigkeit deutlich geringer ist und mehr Zeit zum reagieren bleibt. Dazu konsequentes Abschleppen im Kreuzungsbereich. Teilweise stehen da Transporter quer über den Fußweg, dass man gar nicht mehr lang kommt. Und entsprechende Strafen! Dieses Spiel mit dem Leben seiner Mitmenschen muss endlich ernste Konsequenzen haben.

    • Daniel M. sagt:

      Dann ist ja alles in bester Ordnung. Abschleppen…und freie Fahrt. Ein Autofahrer hat immer eine besondere Verantwortung. Gerade gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern. Wenn etwas nicht einsehbar ist, fährt man eben noch vorsichtiger. Ganz, ganz einfach. Wer dieses Prinzip nicht kapiert, bereichert eben die Öffis mit seiner Anwesenheit und die Staus in Halle werden kleiner.
      Innerorts kann es nicht sein, dass schneller als 30 gefahren werden darf. Das wäre die erste Maßnahme. Öffis kostenlos machen und Taktung erhöhen die zweite Maßnahme. Straßen zurück bauen die dritte.

  4. Karl sagt:

    da nützen all diese Maßnahme nichts

  5. Laufrad sagt:

    Zappelphilipp bringt es auf den Punkt. Hier sollte das OA mal zu sehr unterschiedlichen Zeiten Präsenz zeigen und gleich das Abschleppunternehmen mitbringen.

  6. : sagt:

    Der Unfall war kein „Unglück“, sondern das Ergebnis eines Systems, das Regelverstöße des motorisierten Verkehrs einkalkuliert. Die Stadt reagiert mit Minimalmaßnahmen, die das Grundproblem nicht berühren: fehlende sichere Infrastruktur, kaum Kontrollen, lächerlich niedrige Strafen. Deutschland hat jedes Jahr hunderte tote Radfahrer und Fußgänger – fast immer durch Autos. Und die Antwort darauf ist ein versetztes Stoppschild. Das ist keine Verkehrspolitik, das ist Kapitulation. Vielleicht stellt die Stadt beim nächsten Unfall noch ein zweites Stoppschild daneben – doppelt hält ja besser. Wie bei so vielen Themen hat D kein Regelungs-, sondern ein Vollzugsproblem.

    • Bürger für Halle sagt:

      : Genau so ist es, leider. Die einseitige Verkehrspolitik allein zugunsten von Autos, ist eine Kapitulation und ein Kniefall vor einer Autolobby, deren angerichteter Schaden gar nicht größer sein kann. Es wäre müßig, hier alle Schäden und negativen Folgen dieses einseitigen Auto-Subventionsmechanismus (Tote, Verletzte, CO2, schlechte Luft usw.) aufzuzählen. Bezahlen müssen wir alle dafür. Das ist sicher und eindeutig erwiesen.

  7. Rentner sagt:

    Wieviel hat der Autofahrer bekommen?
    Wurde das Tatwerkzeug eingezogen?

  8. wer sonst sagt:

    Weiße Fahrräder an Kreuzungen am Rande angeschlossen, werden dann i-wann von der Stadtreinigung dorthin gebracht, wo der einstig Rad-fahrende nun ebenso schon lange liegt; um erneut kurze Zeit später an selber Stelle durch ein anderes weißes Fahrrad den erneuten Tod eines dort Vestorben anmahnt – als ob moderne Politik den Menschen dienen täte..

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