Rückblick auf das Winterwetter in Sachsen-Anhalt: 42 Prozent mehr Sonne und 29 Prozent weniger Niederschlag

Die kalte Jahreszeit 2025/2026 hatte ihren winterlichen Kern im Januar und hielt sich besonders im Norden und Nordosten Deutschlands am längsten. Mit der markanten Milderung in der letzten Februardekade setzte bundesweit ein vorfrühlingshaftes Finale ein. Insgesamt blieb der Winter niederschlagsarm und sehr sonnig; lediglich der Februar zeigte sich nass und trüb. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Im Norden/Nordosten lange winterlich – zum Winterfinale bundesweit vorfrühlingshaft
Das vorläufige Temperaturmittel lag im Winter 2025/26 mit 1,8 Grad Celsius (°C) um 1,6 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (0,2 °C). Gegenüber der aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (1,4 °C) betrug die Abweichung +0,4 Grad. Damit war es der 15. Winter in Folge mit positiver Anomalie, die Temperaturüberschüsse bewegten sich dabei jedoch im Rahmen der klimatologischen Schwankungsbreite. Einzig der Januar wies ein unterdurchschnittliches Temperaturniveau auf. Das bundesweite Minimum wurde am 6.1. in Oberstdorf mit -21,7 °C gemessen. In den nördlichen und nordöstlichen Landesteilen dominierte die winterliche Witterung am nachhaltigsten. Mit der kräftigen Milderung in der letzten Februardekade brach aber auch dort das Eis auf. Deutschlandweit folgte ein vorfrühlingshaftes Winterfinale mit prognostizierten Höchstwerten um 20 °C.

Niederschlagsarmer Winter mit sehr trockenem Nordosten und schneereichem Norden
Nach ersten Auswertungen fielen im Winter 2025/2026 mit rund 135 Litern pro Quadratmeter (l/m²) knapp 75 Prozent des Niederschlags der Referenzperiode 1961 bis 1990 (181 l/m²). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 entsprach dies rund 71 Prozent des Solls (190 l/m²). Der ungewöhnlich trockene Dezember 2025 baute bereits früh ein markantes Niederschlagsdefizit auf. Zwar zeigte sich der Februar deutlich nasser, konnte aber das zuvor entstandene Minus nicht vollständig ausgleichen. Am trockensten blieb es im Nordosten Deutschlands, wo vielerorts weniger als 100 l/m² in drei Monaten zusammenkamen. Gleichwohl war es in Teilen Norddeutschlands – gemessen an der Zahl der Schneedeckentage – der schneereichste Winter seit 2010 bzw. 2012 und das trotz eines rückläufigen Trends der Schneehäufigkeit. Die höchsten Winterniederschläge wurden mit lokal über 500 l/m² im Schwarzwald registriert. Dort meldete Baiersbronn-Mitteltal am 12.2. mit 74,7 l/m² auch die deutschlandweit höchste Tagesmenge.

In der Bilanz ein sonniger Winter – trotz eines zeitweise sehr trüben Februars
Mit rund 180 Stunden lag die Sonnenscheindauer im Winter 2025/2026 deutschlandweit um rund 18 Prozent über ihrem Soll von 153 Stunden (1961 bis 1990). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (170 Stunden) betrug die positive Abweichung etwa 6 Prozent. Maßgeblich trugen der zweitsonnigste Dezember seit 1951 sowie ein ebenfalls lichtreicher Januar zu dieser Bilanz bei. Der Februar präsentierte sich dagegen trüber und bremste den positiven Trend. An den Alpen erreichte die Wintersonne mit stellenweise über 300 Stunden ihre höchsten Summen.

Die kalte Jahreszeit 2025/26 resultierte in Sachsen-Anhalt in einem Temperaturmittel von 1,2 °C (0,4 °C). Den strengsten Frost verzeichnete Genthin im Jerichower Land am 12.1 mit -18,3 °C. In der Schlussphase des Winters wurde es vorfrühlingshaft mild. Am 27.2. wurden Höchstwerte bis zu 19 °C gemessen. Beim Niederschlag blieb das Land klar unter Soll. Mit rund 85 l/m² fiel rund 29 Prozent weniger als im klimatologischen Mittel (119 l/m²). Im Flächenmittel wurde an rund 30 Tagen eine Schneedecke beobachtet – damit war es der schneereichste Winter seit 2012. Gleichzeitig präsentierte sich Sachsen-Anhalt außergewöhnlich sonnig: Etwa 205 Stunden wurden registriert – ein deutliches Plus von 41 Prozent gegenüber dem Referenzwert (145 Stunden).

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