Steigende Preise bei Öl und Gas: Sachsen-Anhals Energieminister wirbt für mehr Unabhängigkeit bei der Energieerzeugung

Infolge des Iran-Kriegs sind in den vergangenen Tagen die Energiepreise stark gestiegen; zeitweise kostete ein Liter Diesel am heutigen Mittwoch mehr als zwei Euro. Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann reagiert auf die akuten Preissprünge und fordert, dass sich Deutschland in der Energieerzeugung langfristig unabhängiger aufstellen muss. „Die Entwicklung bei den Energiepreisen ist besorgniserregend, weil sie Verbraucherinnen und Verbraucher wie Unternehmen belastet. Die gerade erst abgekühlte Inflation wird durch die hohen Preise neu befeuert“, erklärte Willingmann. „Aus humanitärer wie auch aus energiewirtschaftlicher Sicht ist zu hoffen, dass der Krieg bald ein Ende findet.“

Für Willingmann zeigt der Iran-Krieg aber auch einmal mehr, dass sich Deutschland im Hinblick auf Energielieferungen resilienter aufstellen muss. So betont der Minister: „Engpässe bei Öl und Gas, die insbesondere durch Konflikte wie den Iran-Krieg oder den Überfall Russlands auf die Ukraine entstehen können, machen das Leben deutlich teurer und gefährden Arbeitsplätze. Es liegt auf der Hand, dass wir uns neben unverzichtbarem Klimaschutz schlicht auch aus wirtschaftlichen Erwägungen langfristig unabhängiger von Öl und Gas machen sollten. Und das geht am besten mit einem konsequent und effizient betriebenen Ausbau der erneuerbaren Energien und notwendiger Infrastrukturen.“

Zugleich betonte der Minister: „Wir können nicht seismografisch auf jede Preisentwicklung reagieren, müssen aber weiterhin die staatlich induzierten Bestandteile unserer Energiepreise im Blick behalten. Da gibt es noch Steuerungsmöglichkeiten, mit denen bei Bedarf auf krisenbedingte Preisentwicklungen reagiert werden kann, ohne unsere langfristigen Ziele aufzugeben.“

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13 Kommentare

  1. Fussgänger sagt:

    Am besten wir setzen wieder Pferdefuhrwerke oder Ochsenkarren ein. Die brauchen kein Öl, Gas oder Strom…. aber Moment mal, die sind klimaschädlich wegen der Ausscheidungen – also dann müssen wir eben wieder alle zu Fuß gehen.

  2. wer sonst sagt:

    tja, mit der NS-Pipeline waren wir unabhängig vom Weltmarkt seinen Preisschwankungen sicher versorgt – aber ihr wolltet euch ja lieber ‚unabhängig‘ machen und müßt nun 3-5fach teurere Energie von anderswo besorgen. – Glückwunsch ! so wrackt man eine Volxwirtschaft nachhaltig ab.

    • Radlertrinker sagt:

      Putin hat den Gashahn bei Nordstream abgedreht. Die Explosionen trafen nicht mehr gewollte Infrastruktur.

      • wer sonst sagt:

        auch wenn du deine NATO-Lügen noch so oft wiederholst, wahrer werden sie dadurch nicht und billiger werden die Energiepreise davon schon garnicht, eher das gg-Teil.

    • SagJaNur sagt:

      Waren wir das? Glaubst du das wirklich? Auch russisches Gas unterliegt den Preisschwankungen am Weltmarkt. Nur das eben zusätzlich zum Gas auch noch das Blut russischer und ukrainischer Soldaten mitgeliefert wird. Deine Rechtschreibung deutet darauf hin, dass zumindest bei dir eher etwas anderes abgewrackt wurde..

  3. On + On sagt:

    Es gibt für die Chemieindustrie keinen Ersatz zu Öl und Gas (das zeigen die endlos teuren Experimente mit Wasserstoff der letzten Jahrzehnte), daher muss Öl und Gas durch staatliche Maßnahmen JETZT günstiger werden. Das heißt konkret: Öko-Steuer und CO2-Bepreisung müssen JETZT wegfallen! Unsere Chemieindustrie hat noch nicht mal den Öl-/Gaspreisschock des Ukrainekrieges bis heute verdaut, da wäre der jetzige Irankrieg jetzt das endgültige Aus für diese. Sollte das die nächsten Tage und Wochen nicht durch die Bundesregierung beschlossen werden, wird die AfD in Sachsen-Anhalt nahe bei 50% zur Wahl einfachen…

    • Kritiker sagt:

      Schwafel ON ON, schalte dich lieber Off Off. Totaler Blödsinn, wenn es um Energieprozesse geht. Problematisch ist aber, dass man das Öl für die Grundstoffchemie benötigt und die Prozesse nicht einfach stehen bleiben dürfen und der Puffer nur wenige Stunden bis Tage vorhanden ist.

      Im Energiebereich hat Herr W. überwiegend aber natürlich nicht zu 100% Recht.

    • Radlertrinker sagt:

      ja, in Teilen der Industrie sind fossile Rohstoffe noch nicht zu ersetzen, aber im Verkehr und im Heizungssektor könnte man die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern deutlich verringern. Aber die Fossile Industrie erzählt ja Schauermärchen, um die eigenen Pfründe zu sichern.

    • SagJaNur sagt:

      Wer sagt denn, dass die Chemieindustrie auch die nächsten 100 Jahre so bleiben kann, wie die vergangenen 100 Jahre? Auch diese wird sich verändern. Bei der Autoindustrie wurde es schon verpennt von den Managern. Hoffen wir, dass die chemische Industrie ein paar Lenker mit Gehirn hat. Und dass die AfD einen extrem wirtschaftsfeindlichen Kurs einschlagen würde, das bestätigen alle, die sich mal mit dem Wahlprogramm auseinander gesetzt haben. Es gibt halt keine einfachen Lösungen. Nur für den blöden deutschen Wahlmichel …

  4. Genau sagt:

    Die steigenden Gaspreise werden unserer chemischen Industrie den Rest geben 🙁 Andererseits hatten wir so etwas befürchtet und privat schon alles auf Elektro umgestellt. Seit 20. Februar sind wir auch schon wieder ohne Netzbezug. Spritpreise treffen uns nur indirekt und wir gehen davon aus, dass die Spediteure, die es können, jetzt auch auf E-Achse umstellen. Dass das in einigen Szenarien funktioniert zeigt der Elektrotrucker.

    Es ist echt schade, dass wir die chemische Industrie, die viel Erdgas verbraucht, verlieren werden, aber ich sehe da kaum einen Weg drumherum, selbst wenn die EU sämtliche CO2-Zertifikate kostenlos rausgibt. Problem ist der fünfmal geringere Erdgaspreis in den USA und dass die Nachfrage nach den Produkten in China steigt und bei uns stagniert oder abnimmt. In der Vergangenheit hatten wir einen zuverlässigen Lieferanten, dem aber statt einem guten Cashflow und dem Wohlstand seiner Bevölkerung die Eroberung von Ländereien wichtiger war.

  5. Heiko sagt:

    Die Regierung wird sich hüten etwas zu unternehmen. Je höher der Kraftstoffpreis steigt um zu mehr spült es die überhöhten Steuern in die Regierungskasse, dadurch mehr Geld zum verschleudern.

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