Heute vor 76 Jahren prasselte ein Bombenteppich auf Halle nieder

Heute vor 76 Jahren, dem 31. März 1945 – einem Karsamstag, hat die Stadt Halle (Saale) ihren schwersten Bombenangriff im 2. Weltkrieg erlebt. Im Vergleich zu anderen Städten waren die Schäden zwar deutlich geringer. Trotzdem gingen die Angriffe nicht spurlos vorbei, ihre Folgen prägen das Stadtbild bis heute.

Um 8.55 Uhr ertönte der Bombenalarm, die 1. Air Division mit 369 B17-Bombern war auf dem Weg. Wenig später gingen 1.069 Spreng- und Brandbomben über der Saalestadt nieder. 796 Tote und 369 Schwerverletzte forderten die damaligen Angriffe. Ein schwarzer Tag für Halle.

Eines der Hauptziele war der Hauptbahnhof, damals mit Flüchtlingen überfüllt. In der unmittelbaren Umgebung wurden zahlreiche stadtbildprägende Gebäude zerstört, so die Hotels „Weltkugel“, „Goldene Kugel“, „Hohenzollernhof“ und „Riebeckbräu“ und „Europa“. Der Riebeckplatz verlor sein Gesicht, wurde später zu DDR-Zeiten zu einem bei Autofahrern verhassten Verkehrskreisel samt Hochstraßen.

Schwer getroffen wurden auch die Franckeschen Stiftungen. Aus der Luft glich ihre Anordnung einer Kaserne. Und so wurde das Areal zu einem Ziel der Bomben. Der Festsaal im Hauptgebäude wurde zerstört, beschädigt wurde auch das Wohnhaus von August Hermann Francke. Nebenan klaffte noch bis vor wenigen Jahren eine Baulücke. Dort steht inzwischen der Neubau der Bundeskulturstiftung. Bomben hagelten auch auf das Gymnasium, die Latina, nieder. 45 Jungen wurden in den Trümmern getötet. Im Oktober 2011 wurde ganz in der Nähe ein Blindgänger von damals ausgegraben, sorgte für eine weiträumige Evakuierung der Innenstadt.

Getroffen wurde auch der Marktplatz, Ratswaage und Altes Rathaus wurden schwer beschädigt und zu DDR-Zeiten letztendlich abgerissen. Seitdem verfügt Halle über einen der größten Marktplätze Deutschlands. Auch das Opernhaus wurde im Bombenhagel beschädigt, ebenso die Christuskirche in der Freiimfelder Straße, das Ritterhaus am Boulevard und der Stadtgottesacker sowie diverse Industrieanlagen.

Ein weiterer Luftangriff erschütterte Halle am 6. April. Am 15. April 1945 hatten schließlich amerikanische Truppen die nördliche Stadtgrenze von Halle erreicht. Eine Reihe von Bürgern hatte damals Gespräche mit den gegnerischen Truppen initiiert und so eine Zerstörung der Stadt verhindert, unter ihnen auch der heute nicht unumstrittene Graf Luckner. Die 104. US-Division, die Timberwölfe, besetzte dann am 17. April weitgehend kampflos die Saalestadt. Lediglich der Rote Turm wurde durch Artilleriegranaten in Brand geschossen, um darauf aufmerksam zu machen, was der Stadt bei Widerstand droht. Dass Halle keine großen Schäden erlitt, wird Felix Graf von Luckner zugeschrieben, der zusammen mit dem Oberbürgermeister und einem Wehrmachtsoffizier die Stadt an die amerikanischen Truppen übergab. Am 19. April 1945 um 10.55 Uhr war dann für Halle (Saale) der zweite Weltkrieg vorbei. Zu dieser Zeit wurden die Kampfhandlungen offiziell eingestellt.

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27 Kommentare

  1. Blub sagt:

    Was? Der ganze Bahnhof mit Flüchtlingen vollgestopft?? Die sollte man alle konsequent nach Hause schicken!!

  2. Moderne Kriegsführung sagt:

    Heute wird moderne Kriegsführung biologisch praktiziert. Ganz still und heimlich. Da fliegen keine Bomben mehr in den Kleiderschrank. Am Ende einmal durchfegen und fertig.

    • Konventionelle Kriegsführung sagt:

      Aha. Zählen Sie mal ein/zwei solcher Beispiele für diese Kriegsführung auf?

      • Moderne Kriegsführung sagt:

        Schau dich doch mal um. Mittendrin statt nur dabei.

        • Eibacke sagt:

          Oaah, wieder jemand der zu viel Youtube schaut.

        • Konventionelle Kriegsführung sagt:

          Diesen Blödsinn habe ich erwartet. 🤣🤣🤣

          Und wer führt diesen „Krieg“? Und was ist mit „am Ende einmal durchfegen“ und fertig“?

          • Flatternde Fledermaus aus China sagt:

            … und ich habe in einen Fisch gebissen! Jaja! Der Zwischenwirt war ein Buckelwal! Hihihi! Ein Spulwurm? Hohoho! Frag doch mal die WHO!

          • Moderne Kriegsführung sagt:

            Falls es ihnen entgangen ist, im Moment der größte Teil Menscheit gegen ein tödliches Virus. Oder sind sie etwa ein Corona-Leugner? Bei den entstehenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen wird ihnen das Lachen noch vergehen. Ist aber ist alles Blödsinn, sie haben Recht (und ich meine Ruhe). Sie können sich wieder hinlegen und den Lockdown genießen.
            Ich schaue übrigens nur ARD und ZDF. Das Fernsehen für alle Gutmenschen.

          • Konventionelle Kriegsführung sagt:

            Was ist denn das Gegenteil von „Gutmensch“?

            Und SIE haben behauptet, dass wir mitten in einem Krieg sind („mittendrin statt nur dabei“) und man müsse danach ’nur noch ausfegen‘. Ein Virus kann keinen Krieg führen, weil dazu eine bewusste Entscheidung erforderlich ist. Ihre ganzen Aussagen zielen darauf ab, dass jemand ‚ganz still und heimlich‘ (Ihre Worte) den Krieg führt (führen heißt in diesem Sinne ihn bewusst tätigt). Also müssen Sie doch auch sagen oder zumindest vermuten, wer diesen führt? Oder ziehen Sie sich jetzt einfach zurück und meinen „das wird man ja doch noch sagen dürfen?“

          • Moderne Kriegsführung sagt:

            Da haben sie aber sehr viel in den Blödsinn den ich geschrieben habe hineninterpretiert. Das tut mir leid.
            Das Gegenteil von Gutmensch ist Querdenker. Es gibt ja nur noch diese zwei Schubladen in die man sich einsortieren lassen muss. Ich will Gutmensch sein, deshalb schaue ich fleißig ARD und ZDF. Bin auf einen guten Weg dahin. Drückt mir die Daumen.

          • Konventionelle Kriegsführung sagt:

            „Da haben sie aber sehr viel in den Blödsinn den ich geschrieben habe hineninterpretiert.“ Aha. Habe ich das? Schauen wir mal:

            „Heute wird moderne Kriegsführung biologisch praktiziert. Ganz still und heimlich. “

            „Mittendrin statt nur dabei.“

            „Falls es ihnen entgangen ist, im Moment der größte Teil Menscheit gegen ein tödliches Virus.“ Null Interpretationsspielraum.

            PS: Das Gegenteil von „Gutmensch“ ist nicht „Querdenker“. Nehmen wir mal als Beispiel einen Mörder, einen Verbrecher. Der ist mit Sicherheit kein „Gutmensch“, aber auch kein „Querdenker“

  3. Malte sagt:

    Wenn Halle rechtzeitg kapituliert hätte, wäre das erspart geblieben. OB und Gauleiter sind ja dafür auch später in der neuen BRD nicht dafür belangt worden…
    Die Gearschten waren eben nur die Volksgenossen, die gebrüllt haben „Führer befiehl, wir tragen die Folgen!“

  4. micha06de sagt:

    Berichtigung: Ratshof, nicht Stadthaus!

  5. Flachkundiger Hubertustropfer sagt:

    Was sind denn „Flache Rote“? Habe flachiches Interesse. Frage aber für einen Freund.