Halle bahnt Städtepartnerschaft mit Haifa an: OB Vogt empfängt israelische Delegation im Stadthaus und bekommt Brief vom Oberbürgermeister von Haifa

Haifa ist die drittgrößte Stadt Israels und vielleicht schon bald Partnerstadt von Halle (Saale). Ein Freundeskreis macht sich seit geraumer Zeit dafür stark und auch der neue Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt steht hinter der Idee. “Die jüdische Kultur gehört zur deutschen Geschichte dazu”, so Vogt. 

Im Stadthaus hat er jetzt eine Delegation von Lehrern der Alliance High School empfangen. Durch den Schuldirektor wurde Vogt auch ein Brief des Oberbürgermeisters von Haifa übergeben. Vogt selbst war bereits viermal in Israel und hat auch Verbindungen zu der israelischen Schule. Denn diese ist die Partnerschule des Elisabeth-Gymnasiums. An jenem Gymnasium war Vogt bis vor kurzem selbst Lehrer. 

Den israelischen Lehrern berichtete Vogt von seinen anstehenden Aufgaben in seinem neuen Amt. “Wir haben viel Potenzial. Meine Aufgabe ist, das zu wecken”, sagte er. Vogt will auch die Beziehungen zur Landeshauptstadt Magdeburg verbessern. “Die Zusammenarbeit ist derzeit schlecht”, merkte er an. Eine große Aufgabe wird auch sein, die Innenstadt wieder zu beleben, das Zentrum attraktiv zu machen, nachdem viele Einkaufsmöglichkeiten wegen der Online-Konkurrenz aufgegeben haben. Problematisch sieht Vogt auch das dunkle Marktpflaster an, gerade mit Blick auf den Klimawandel. Segregation, Migration, Finanzen – auch das sind wichtige Themen. Als Herausforderung für sein Amt sieht Vogt die Landtagswahl für Sachsen-Anhalt im kommenden Jahr, bei dem die AfD die neue Regierung stellen könnte. “Das macht mein Amt nicht einfacher.”

Unterstützung kommt auch durch den israelischen Botschafter Anan Zen, der ebenfalls bei der Begrüßung anwesend war. Er lobte die Zusammenarbeit der beiden Schulen aus Deutschland und Israel. Das sei schon mehr als eine bloße Schulpartnerschaft, “sondern Freundschaft.” Zwar sei die Verbindungen zwischen beiden Städten noch nicht offiziell, doch die Akteure seien schon aktiv.

Schuldirektor Ram Shmueli, der übrigens vor seiner Pädagogentätigkeit Pilot bei der Armee mit 12.000 Flugstunden war, stellte kurz die Alliance High School vor. Rund 1.300 Schülerinnen und Schüler werden dort unterrichtet. Und auch wenn das Land seit dem 7. Oktober 2023 im Krieg ist, müsse die Schule funktionieren.

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25 Antworten

  1. 10010110 sagt:

    Das war ja klar, das der seine jetzige Position nutzt, um sich seine persönlichen Wünsche zu erfüllen, denn er steht dem Lobbyverein, der das auf der Agenda hat, selbst vor. Ich würde als Stadtrat hier mal wegen Interessenskonflikten eine Untersuchung anberaumen.

  2. petty sagt:

    „Ein Freundeskreis macht sich seit geraumer Zeit dafür stark und auch der neue Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt steht hinter der Idee.“

    Herr Vogt steht nicht nur hinter der Idee, Vogt ist (ehemaliger, ich weiß nicht, ob das weiterhin stimmt) Vorsitzender des Freundeskreises. Ob er da privates mit der Arbeit vermischt? Ich bin nicht dagegen, aber das ganze ist schon ziemlich untransparent…

  3. D. sagt:

    falscher Zeitpunkt, falscher Ort.
    Es sei denn die Schüler*innen in Haifa werden den Militärdienst verweigern!

  4. Hobbysoziologe sagt:

    Passend dazu bietet die israelische Armee für Siedler zu Ostern Führungen durchs besetzte Syrien an.

    https://blog.fefe.de/?ts=990bf1f7

    Da fühlt man sich der Völkerverständigung doch gleich so richtig verpflichtet

  5. Hans-Karl sagt:

    In einer Zeit, in der der InternationaleStrafgerichtshof Ermittlungen gegen Israel wegen Völkermordes führt ist das doch wohl ein sehr fragwürdiges Vorhaben. Es würde wohl auch niemand auf die Idee kommen, in der jetzigen Zeit eine neue Städtepartnerschaft mit einer Stadt in Russland anzubahnen.

  6. Muss nich sein sagt:

    Israel ist immernoch nicht im Krieg sondern betreiben nen Genozid.

  7. hm sagt:

    „Vogt will auch die Beziehungen zur Landeshauptstadt Magdeburg verbessern.“
    Soll Magdeburg auch eine neue Partnerstadt werden?

  8. hallicus sagt:

    Israel – ist es nicht das Land gerade Palästinensisches Gebiet total verwüstet und dessen Präsident International gesucht wird?
    Nein Danke, so eine Partnerschaft braucht Halle nicht, oder will man vielleicht auch noch Netanjahu Einladen?

    • danke sagt:

      @ hallicus dessen Präsident International gesucht wird? Wer den sucht und nicht findet, der sucht ihn nicht , aber danke das Du Dich geäußert hast, aber jetzt wieder zurück zum Thema!

    • Knarf sagt:

      Ich habe nichts dagegen. Was kann die Stadt Haifa dafür was für Politik ihre Staatsregierung macht.Hier wird es so dargestellt als ob alle Israelis Mörder sind. Das ist die einzige Demokratie in dieser Region.

      • Tobias Schneider sagt:

        Es sind auch nicht alle Russen Mörder, warum nicht auch neue Städtepartnerschaften mit russischen Städten schließen? Nur 3 % der Israelis sind gegen den Völkermord im Gazastreifen!!!

  9. Kommentator sagt:

    Sehr begrüßenswert, Partnerschaft verbindet. Wenn die Palästinenser Israel nicht mehr terroristisch bedrohen ist es auch als Reiseland sicher und als wirtschaftlicher Partner generell interessant.

  10. Marina sagt:

    Zum jetzigen Zeitpunkt eine denkbar fasche Geste. Das heißt, wir unstützen Israel bei der Vernichtung Palästinas. Es gibt doch wohl wichtigerws für einen neuen OB in Halle. Oder will er such als Macher profilieren?

  11. Mihate sagt:

    Ich bin gegen eine Partnerstadt in Israel. Ich möchte keine freundschaftlichen Beziehungen mit einer Stadt aus einem Staat, der Genozid betreibt, weil er sich, auf Grund der Staatsreligion für etwas besseres hält.

  12. Peter sagt:

    Eine Städtepartnerschaft zum Staat Israel, finde ich, ist überfällig.