Halle bundesweit an der Spitze: Schulen der Saalestadt fast flächendeckend mit Gigabit-Internet versorgt – bundesweit nur 4 von 5
Während der digitale Ausbau an deutschen Schulen vielerorts nur schleppend vorankommt, setzt Halle (Saale) ein deutliches Ausrufezeichen. Laut einer aktuellen Marktanalyse des Vergleichsportals Verivox verfügen 92 Prozent der Schulen in Halle über einen Gigabit-Internetanschluss – so viele wie in keiner anderen größeren Stadt Deutschlands. Damit ist Halle bundesweiter Spitzenreiter und zeigt, dass leistungsfähige digitale Bildung keine Zukunftsvision bleiben muss, sondern Realität sein kann.
Der bundesweite Vergleich offenbart hingegen erhebliche Defizite: Rund 20 Prozent aller Schulen in Deutschland haben keinen Zugang zu Gigabit-Internet, in 819 Gemeinden gibt es sogar keine einzige Schule mit einem solchen Anschluss. Besonders groß ist die Kluft zwischen Stadt und Land. Während deutschlandweit fast 4.200 Städte und Gemeinden eine vollständige Gigabit-Versorgung an Schulen vorweisen können, erreichen im ländlichen Raum lediglich zwei Landkreise – Schaumburg in Niedersachsen und Saale-Orla in Thüringen – eine Quote von 100 Prozent.
Sachsen-Anhalt zeigt, was möglich ist
Halle profitiert dabei nicht nur von seiner städtischen Struktur, sondern auch von der insgesamt starken Position Sachsen-Anhalts. In großen Städten des Landes verfügen nahezu alle Schulen über leistungsfähige Internetanschlüsse. Damit hebt sich Sachsen-Anhalt deutlich von anderen Bundesländern ab. Zum Vergleich: In Thüringen liegt die Gigabit-Quote im städtischen Raum bei lediglich 50 Prozent, in Berlin bei 70 Prozent.
Auch im direkten Städtevergleich wird Halles Vorreiterrolle deutlich: Während Saarbrücken (91 Prozent) und Stuttgart (87 Prozent) ebenfalls hohe Werte erreichen, fallen andere Großstädte deutlich zurück. In Rostock ist nicht einmal jede zweite Schule gigabitfähig, Mainz kommt auf 50 Prozent, Frankfurt und Leipzig jeweils auf 54 Prozent.
Digitale Bildung braucht mehr als Endgeräte
Experten sehen in Halles Zahlen ein wichtiges Signal.
„Schulen und Universitäten sollten prioritär mit der zukunftssicheren Glasfasertechnik versorgt werden“, fordert Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. Gerade dort, wo viele Klassen gleichzeitig mit datenintensiven Anwendungen arbeiten, seien leistungsfähige Anschlüsse unverzichtbar.
Zugleich warnt Schamberg davor, den Fokus allein auf Technik zu legen. Zwar stellt der Digitalpakt Schule 2.0 bis 2030 weitere fünf Milliarden Euro für digitale Ausstattung und IT-Support bereit. Doch Hardware allein reiche nicht aus. „Digitale Bildung ist keine Frage einzelner Geräte, sondern der pädagogischen Konzepte dahinter“, so Schamberg. Ohne qualifizierte Lehrkräfte, verlässlichen IT-Support und moderne Unterrichtskonzepte bleibe selbst eine schnelle Leitung unter ihren Möglichkeiten.
Halle als Vorbild
Für Halle bedeutet die hohe Gigabit-Quote einen klaren Standortvorteil – für Schulen, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler gleichermaßen. Die Stadt zeigt, dass entschlossener Ausbau, klare Prioritäten und langfristige Planung wirken können. In einer Zeit, in der digitale Kompetenzen zunehmend über Bildungs- und Berufschancen entscheiden, wird Halle damit zum Vorbild für andere Kommunen in Deutschland.
Grundlage der Analyse sind Daten des Bundesbreitbandatlas der Bundesnetzagentur (Stand: Juni 2025), ausgewertet von Verivox.









Du kannst die Schulen mit noch so viel Gigabit zuschütten – die Schüler werden dadurch kein bisschen schlauer. Die PISA-Studie 2022 bescheinigt Deutschland die schlechtesten Ergebnisse seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2000, mit einem signifikanten Leistungsabfall in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften.
Und? Kann man damit jetzt besser lesen, schreiben und rechnen?
„Die Stadt zeigt, dass entschlossener Ausbau, klare Prioritäten und langfristige Planung wirken können.“
Soviel Enthusiasmus würde man sich mal beim Ausbau des Radwegnetzes wünschen.
Schön. Und wie weit betrifft das die Schüler dieser Schulen (positiv)?