Josef „Muscha“ Müller: Wie ein Sinti-Junge in Halle vor der Ermordung durch die Nazis geschützt wurde – Ausstellung im Gesundheitszentrum Silberhöhe 

Den Namen Josef „Muscha“ Müller haben wohl nur wenige Hallenser gehört. Dabei ist er ein wichtiges Puzzlestück in der Stadtgeschichte. Denn mit Josef überlebte nur ein einziges Mitglied der Sinti- und Roma-Volksgruppe in Halle das dritte Reich. Alle anderen wurden in Konzentrationslager deportiert und dort ermordet. 

Jugendliche des Projekts „Tagebuch der Gefühle“, dass sich bislang vor allem um die Judenverfolgung gekümmert hat, hat sich mit der Geschichte Josefs befasst. Die Jugendlichen dieser Projektgruppe sind immer wieder bestrebt, ihre Altersgenossen aufzuklären und das auf ihre ganz eigene Sprache. Nach einer Preisverleihung in Hamburg durch das Auschwitzkomitee, kamen die jugendlichen mit einzelnen Mitgliedern des Komitees ins Gespräch und es entwickelte sich ziemlich schnell der Wunsch durch die Komiteemitglieder, dass sich die Projektgruppe dem Thema Antiziganismus annimmt und aufklärt. 

Entstanden ist ein Comic. Dieser ist als kleines Buch erhältlich. Zudem wird im Gesundheitszentrum Silberhöhe eine Ausstellung mit allen 60 Grafiken des Comics gezeigt. Initiator Andreas Dose sammelt derzeit sogar Geld für eine Fortsetzung. „Der zweite Comic ist schon fertig“, sagt er. Nun geht es noch um die Druckkosten. Das Comic-Buch ist vor allem für die Unterrichtsgestaltung vorgesehen. Man wolle Muscha nochmal Leben einhauchen, sagte Dose. 

Es sei besonders wichtig, auf die Geschehnisse hinzuweisen, „denn es fand auch hier vor Ort statt“, sagte Katharina Brederlow, Beigeordnete für Bildung und Soziales, zur Ausstellungseröffnung. Es gebe nur noch wenig Zeitzeugen. Deshalb sei es besonders wichtig, dass sich junge Leute mit der Thematik befassen. „Damit die Stimmen nicht verstummen und Erinnerung wach bleibt“, ergänzte die Landtagsabgeordnete Katja Pähle.

Josef wurde von engagierten Hallensern in der Gartenanlage in der Frohen Zukunft versteckt. Das Gartenhäuschen steht noch heute. Um den Aufenthaltsort nicht zu verraten, hat sich damals sogar ein Mann das Leben genommen. Im Alter von 12 Jahren wurde Müller in der Schule von der Gestapo festgesetzt und in der damaligen Weidenplanklinik zwangssterilisiert. Seine Erinnerungen hat er in einem Buch niedergeschrieben, das 2003 auch als Theaterstück „Zwangssterilisiert“ im Thalia Theater gezeigt wurde.

https://linkr.bio/tbdg

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11 Antworten

  1. aaa sagt:

    … und vergib uns unsere ewige Schuld. Amen

    • Thoralf sagt:

      Drecksfascho.

    • unlustig geimpfter sagt:

      das wird nie passieren .. die „erbschuld“ heißt nicht umsonst so. außerdem lässt sich damit auch auf immer und ewig gutes geld verdienen.

      • Wechsler sagt:

        Aber warum hast du dann so wenig?

      • Krypton sagt:

        @ unlustig geimpfer achso, na dann erzähl mal, das klingt ja spannend

      • Nachgefragt sagt:

        Und was ist jetzt so verwerflich daran? Folgt man deinen restlichen Aussagen, so ist Erinnerung wichtig gegen die Geschichtsvergessenheit von dir und deinen Konsorten.

        • Seekarl sagt:

          Dann wäre es aber wichtig, warum gerade heutzutage gezielt Familien zerstört, Bevölkerungsgruppen unterdrückt und Meinungen massiv zensiert werden?
          Den wirtschaftlichen Schaden will ich jetzt gar nicht beleuchten.

          Deine zwielichtigen Gestalten wollen doch genau daran erinnern, doch seht Ihr weder Wald noch baum, da eure Nase stets gen Himmel zeigt. Schade, auf diese Nachfrage hast du jetzt wohl keine Antwort parat oder siehst du den Zusammenhang nicht?

          • Wirtschaftsschädling sagt:

            Es werden heutzutage keinen Familien gezielt zerstört, Bevölkerungsgruppen unterdrückt und Meinungen massiv zensiert. Dieses Horrorszenario besteht nur in deiner Fantasie.

          • meinjanur sagt:

            @Wirtschafts- und Sozialschädling
            Wohl die letzten 3 Jahre geschlafen?

          • aufgepasst und mitgedacht sagt:

            Es wurden auch in den letzten 3 Jahren keine Familien gezielt zerstört, Bevölkerungsgruppen unterdrückt und Meinungen massiv zensiert. Dieses Horrorszenario besteht nur in deiner Fantasie.

    • bbb sagt:

      @aaa………. na, dumm geboren und nix dazu gelernt ?

  2. 10010110 sagt:

    Was mich am meisten erstaunt, ist, dass mit den damaligen technischen Möglichkeiten der Datenverarbeitung ein Junge namens Josef Müller als Zigeuner identifiziert und verfolgt werden konnte.

    • fragjanur sagt:

      Und hast du dich mit dem Thema mal beschäftigt bzw. wirst du es tun? Oder staunst du einfach nur weiter?

      Manche wollen ja gar nicht dazulernen und verschweigen diesen Teil der deutschen Geschichte lieber oder streuen sogar Zweifel bis hin zur totalen Leugnung solcher Vorkommnisse. Aber so jemand bist ja nicht, oder?

  3. Ex-NVA-Angehöriger sagt:

    @DubistHalle schrieb:
    Denn mit Josef überlebte nur ein einziges Mitglied der Sinti- und Roma-Volksgruppe in Halle das dritte Reich. Alle anderen wurden in Konzentrationslager deportiert und dort ermordet.
    Das ist falsch und unwahr! Es gab noch weitere Überlebende dieser Ethnie in Halle/S.