Journalistenverband beklagt Kündigungswelle bei der MZ


Bei der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) gibt es offenbar eine neue Kündigungswelle. Nach Angaben des Deutschen Journalistenverbands (DJV) wurden 21 Sekretärinnen in den Außenredaktionen, sowie fünf Mitarbeiterinnen im Service-Center in Halle rausgeworfen. Zwar könnten sich die Gekündigten um andere Posten im Haus bewerben. Der DJV vermutet schlechtere Konditionen.

DJV-Landesverbands-Vorsitzender Uwe Gajowski spricht von einer „völlig verfehlten Politik der Geschäftsführung“. So seien einige der Gekündigten seit 25 Jahren im Unternehmen, stünden kurz vor der Rente. Gajowski weiter: „Seit Jahresbeginn trennte sich die MZ-Chefredaktion von der Mitarbeit Freier Fotografen, die teilweise seit Jahrzehnten für das Unternehmen tätig waren, in recht rüder Weise, die lokalen Honorartöpfe wurden drastisch verkleinert. Bereits dies führte zu einer weiteren Arbeitsverdichtung bei den fest angestellten Redakteuren. Auf die wird nach der Kündigung der Redaktionssekretärinnen weitere Arbeit zukommen. Natürlich werden Geschäftsführung und Chefredaktion ihre Entscheidung rechtfertigen und unisono das Lied von einer besseren Zeitung mit weniger Mitarbeitern singen. In Namen der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch der Leserinnen und Leser fordere ich Geschäftsführung und Chefredaktion auf, diesen Irrweg aufzugeben, denn sie sind auf dem besten Weg, den Ast abzusägen, auf dem sie sitzen.“

Die bei der Layoutumstellung der MZ vor wenigen Wochen „eingesparten“ lokalen Veranstaltungstermine, die von den Redaktionssekretärinnen erfasst wurden, hätten bereits vermuten lassen, dass die Geschäftsführung der Mediengruppe in Halle die Entlassung der Sekretärinnen vorbereitet, so der DJV. Es sei nun eine weitere Mehrbelastung der Redakteure und Reporter zu erwarten ist, weil die Aufgaben nicht wegfallen. Schon Anfang des Jahres habe die Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung die Honorare für die freien Mitarbeiter und Fotografen extrem zusammengestrichen, was zulasten der Festangestellten und letztlich auch zulasten der Qualität des Blattes gehe. So würden in vielen Redaktionen immer mehr Reporter und Redakteure über die hohe Arbeitsbelastung, viele Überstunden, ständig werdende Mehrarbeit, und frei gewordenen Stellen, die nicht wieder oder „nur“ mit Pauschalisten oder Volontären besetzt werden, klagen. Inzwischen müssten laut DJV die Reporter auch zunehmend die Aufgaben der Fotografen mit übernehmen, wenn diese Urlaub haben, krank sind oder anderweitig nicht zur Verfügung stehen.

Zudem sollen laut DJV die Sportseiten künftig vom externen Dienstleister Curuba Media, einer PR- und Sportagentur aus Dessau, zusammengestellt werden. Einigen freien Mitarbeitern, die bisher die Sportseiten betreut haben, seien laut DJV neue Aufgaben angeboten. „Mit neuen Verträgen, wonach die freien Mitarbeiter jetzt 16 Tage im Monat arbeiten sollen und dafür eine Tagespauschale von je 125 Euro erhalten werden.“