Mehr Überlebende trotz schwerster Verletzungen – Bergmannstrost ist erfolgreiches Traumazentrum

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Trotz überdurchschnittlich hoher Verletzungsschwere seiner Patienten verzeichnet das BG Klinikum Bergmannstrost Halle im bundesweiten Vergleich eine höhere Überlebensrate. Das geht aus dem aktuellen Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hervor, an dem sich deutschlandweit 615 Traumazentren beteiligt haben. „Das Ergebnis bestätigt unser Konzept der konsequenten interdisziplinären Notfallbehandlung von Schwerstverletzten und spiegelt unsere langjährige Erfahrung als Unfallkrankenhaus wider“, erklärt Prof. Dr. Dr. Gunther Hofmann, Leiter des Traumazentrums und Ärztlicher Direktor des Bergmannstrost.

2015 wurden im Bergmannstrost insgesamt 101 schwer und mehrfach verletzte (polytraumatisierte) Patienten versorgt. Die Patienten wurden zum einen direkt von der Unfallstelle in das Bergmannstrost eingeliefert (primär versorgt) oder nach der Erstversorgung in Partnerkliniken des Traumanetzwerkes Sachsen-Anhalt Süd in das Bergmannstrost zur Weiterbehandlung verlegt. Mit 50 Prozent stellten Verkehrsunfälle die häufigste Unfallursache dar, gefolgt von Stürzen aus großer Höhe mit 27 Prozent. Fast zwei Drittel (62 Prozent) der Verunglückten waren Männer. Das Durchschnittsalter der Betroffenen betrug 54 Jahre. „Besonders auffällig ist die Zahl der schwerverletzten Senioren, die sich nicht nur im Bergmannstrost in den letzten drei Jahren verdoppelt hat und derzeit bei 29 Prozent liegt“, so Gunther Hofmann.

Im Durchschnitt wiesen die schwerverletzten Patienten des Bergmannstrost mit einem Injury Severity Score (ISS) von 26,8 eine deutlich höhere Verletzungsschwere auf als im bundesweiten Durchschnitt (18,4). „Der ISS ist ein System, um die Gesamtschwere der Verletzungen polytraumatisierter Patienten einzuordnen. Je höher dieser Wert ist, desto niedriger ist die Überlebenswahrscheinlichkeit“, erläutert Hofmann. „Trotzdem lag die Überlebensrate dieser Patienten bei 92 Prozent und damit über dem Durchschnittswert der anderen Traumazentren in Deutschland (88,6%).“ Die Daten werden deutschlandweit in einem Traumaregister erfasst und jährlich von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) ausgewertet. 2015 beteiligten sich mehr als 600 Traumazentren an dem Register.

Das BG Klinikum Bergmannstrost Halle ist seit 2010 zertifiziertes Traumazentrum. Seine Aufgabe ist es, Patienten mit lebensbedrohlichen Mehrfachverletzungen bestmöglich zu behandeln. „Dafür steht rund um die Uhr ein Team aus erfahrenen Ärzten und Pflegenden verschiedener Fachrichtungen bereit, die bis zu drei Schwerstverletzte zeitgleich versorgen können“, erläutert Gunther Hofmann, der selbst Unfallchirurg ist und die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Bergmannstrost leitet. Zudem hat das Bergmannstrost ein Konzept zur Notfallbehandlung von Schwerstverletzten entwickelt und umgesetzt, mit dem die Ärzte lebensrettende Zeit gewinnen: Nach Einlieferung des Patienten in die Notaufnahme erfolgt innerhalb weniger Minuten in einem hochspe-ziell eingerichteten Schockraum mit integriertem Computertomographen die vollständige Diagnostik der Unfallverletzungen. Parallel übernimmt ein interdisziplinäres ärztliches und pflegerisches Team die intensivmedizinische Betreuung und bereitet den Patienten für die nachfolgenden Behandlungen vor. „Wenn die Zeit drängt, kann noch im Schockraum operiert werden“, so Gunther Hofmann.

Der Erfolg des Bergmannstrost ist auch Ergebnis der guten Zusammenarbeit innerhalb des Traumanetzwerks Sachsen-Anhalt Süd, an dem insgesamt 15 Kliniken beteiligt sind und das im bundesweiten Vergleich ebenfalls überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat. Ziel der Häuser ist es, jeden schwerstverletzten Patienten nach dem Unfall innerhalb von 30 bis 60 Minuten in einem Schockraum bestmöglich zu versorgen. Das Bergmannstrost ist eines von zwei überregionalen Traumazentren in dem Netzwerk. Als solches bietet es die höchste Versorgungsstufe und verfügt über ein umfassendes und gleichzeitig spezialisiertes Leistungsangebot. Damit kann es die optimale Behandlung von Mehrfach- und Schwerstverletzten mit außergewöhnlich komplexen oder seltenen Verletzungsmustern gewährleisten.

Schwerpunkte des Bergmannstrost sind Verletzungen der Extremitäten, der Wirbelsäule und des Beckens, ebenso schwere Verbrennungen, Verletzungen innerer Organe, Schädel-Hirn-Verletzungen, Rückenmarkverletzungen sowie Verletzungen der Hand. Ein weiterer Fokus liegt zudem auf der engen Verzahnung der Akutmedizin mit einer frühestmöglichen rehabilitativen Behandlung von Unfallfolgen.

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