St. Pauli ist erstmals Deutscher Meister im Blindenfußball


Der Hallesche Marktplatz hat sich am Wochenende in eine Fußballarena verwandelt. Hier wurde der Deutsche Meister im Blindenfußball gekürt. Obwohl es immer wieder regnete, waren die Zuschauerränge gut gefüllt. Auch an den Banden blieben viele Hallenser stehen. Damit die Spieler nicht abgelenkt wurden, blieb der Rote Turm still und auch die Straßenbahnen fuhren langsamer. Denn die Spieler verlassen sich nur auf ihr Gehör. Dazu hat der Ball Rasseln.

Am Ende konnte sich der FC St. Pauli durchsetzen und damit erstmals den Titel holen. Die Hamburger setzten sich 3:2 im Finale nach 6-Meter-Schießen gegen den Titelverteidiger Marburg durch.

Seit dem Jahr 2008 organisiert die Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes gemeinsam mit dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) sowie dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) die Blindenfußball-Bundesliga. Die europaweit einzigartige Spielrunde für blinde und sehbehinderte Menschen geht dabei für den Behindertensport beispielhafte Wege. Pro Saison werden zwei Spieltage auf zentralen öffentlichen Plätzen mitten in der Stadt durchgeführt. Dadurch soll einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden, zu welch herausragenden Leistungen behinderte Menschen in der Lage sind.

Zudem will die Serie dazu beitragen, dass immer mehr Menschen mit Beeinträchtigungen Zugang in die bundesweit rund 25.000 Fußballvereine finden. Die Blindenfußball-Bundesliga zeigt eindrucksvoll, dass Inklusion möglich ist und gelingen kann. So gehören alle Mannschaften der Liga einem Fußballverein an. Prominente Beispiele hierfür sind unter anderem Borussia Dortmund, der FC Schalke 04, der Chemnitzer FC oder der FC St. Pauli.