Stadtrat beschließt Bau von zwei neuen Brücken zur Saline – 8,1 Millionen Euro Investition

Der Stadtrat hat am Mittwoch mehrheitlich den geänderten Baubeschluss für zwei neue Fußgänger- und Radfahrerbrücken zur Saline gefasst. Insgesamt sollen 8,1 Millionen Euro investiert werden. Baubeginn ist nach derzeitiger Planung im Jahr 2028.

Eine der Brücken wird künftig von der Franz-Schubert-Straße in Richtung Salinepark führen. Die zweite Verbindung ist vom Sandanger zum Sophienhafen geplant. Nach Angaben der Stadt entstehen damit neue, direkte Wege für Radfahrer und Fußgänger zwischen Domviertel, Altstadt und Salineinsel sowie weiter in die westlichen Stadtteile Neustadt und Heide Süd.

Zugleich soll der Saale-Harz-Radweg künftig näher an der Altstadt entlanggeführt werden. Ziel ist eine weitgehend autofreie Vernetzung der touristischen Angebote auf der Salineinsel, am Sandanger und in der historischen Innenstadt mit Museumsufer und Kneipenmeile. Die Stadt sieht in dem Projekt einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zur Verbesserung der Lebensqualität.

Trotz der Förderquote von 80 Prozent stieß das Vorhaben im Stadtrat auf deutliche Kritik. Wolfgang Aldag (Grüne) verwies auf die angespannte Haushaltslage. In den kommenden Wochen werde intensiv über Einsparungen gesprochen und darüber, welche Projekte sich die Stadt noch leisten könne. Gerade im Baubereich müsse geprüft werden, was noch zeitgemäß sei.

Zwar würden die Brücken zu 80 Prozent gefördert, doch auch der Eigenanteil von 20 Prozent bedeute angesichts gestiegener Baukosten eine erhebliche Belastung. Hinzu kämen jährliche Folgekosten von rund 100.000 Euro für den Unterhalt. Dieses Geld fehle dann an anderer Stelle. „Wir können uns das im Moment nicht leisten“, forderte Aldag einen klaren Schnitt. Es handle sich um ein „Nice to have“.

Auch Alexander Raue (AfD) bezeichnete die Brücken als „rausgeworfenes Geld“, da sie nicht von Autos befahren werden dürfen. Christian Feigl (Grüne) mahnte ebenfalls Prioritätensetzung an. Man müsse sich ehrlich fragen, was finanzierbar sei und was verschoben werden müsse. Es sei schwer vermittelbar, wenn Vereine und freie Träger um ihre Mittel bangten, während gleichzeitig Millionenprojekte beschlossen würden.

Baudezernent René Rebenstorf machte deutlich, dass die Brücken Bestandteil eines Gesamtförderprojekts sind, zu dem auch der neue Saaleeingang am Zoo gehört. Sollten die Brücken entfallen, wäre nach seinen Angaben auch der Zooeingang betroffen.

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2 Antworten

  1. Sinnfrei sagt:

    Die Stadt würde sogar historische Häuser abreisen, wenn es dafür Fördergelder gibt! Eigentlich geht es nur um den Bau des neuen ZOO-Eingangs. Aber es gibt nur Geld, wenn Bäume gefällt werden, um sinnfreie Brücken zu bauen. „Die Schildbürger der Stadt im Stadtrat.“ 🙂

  2. JM sagt:

    Können diese Stadtratsmenschen noch in den Spiegel gucken? Geld fehlt überall aber neue Brücken werden neben Brücken gebaut. So sinnlos

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