Fast 600 Polizeieinsätze rund um das Landesmuseum – Anwohner schlagen wegen Lärm, Körperverletzungen und Müll erneut Alarm

Nachdem es zwischenzeitlich ruhiger geworden war, hat sich der Bereich rund um das Landesmuseum für Vorgeschichte und die angrenzenden Straßen erneut zu einem Brennpunkt entwickelt. Anwohner berichten von nächtlichem Lärm, Müllbergen und wiederkehrenden Auseinandersetzungen. Auch Sachbeschädigungen wie brennende Mülltonnen und angezündete Weihnachtsbäume sorgten zuletzt für Besorgnis. Nach Angaben der Polizei wurden im vergangenen Jahr 594 Einsätze im Umfeld des Museums registriert.

Eigentumsdelikte dominieren die Statistik

Wie Polizeisprecher Thomas Müller mitteilt, handelte es sich bei der Mehrzahl der Einsätze um Eigentumsdelikte – darunter Einbrüche, Diebstähle und Raubstraftaten. Auch Graffitischmierereien seien regelmäßig festgestellt worden. Auch zu Körperverletzungen kam es.

„Der Bereich der Ordnungswidrigkeit (Lärm) ist hierbei in einer sehr geringen Anzahl verzeichnet“, erklärt Müller. Die offizielle Statistik zeichnet damit ein differenziertes Bild: Während subjektiv vor allem nächtliche Ruhestörungen wahrgenommen werden, stehen zahlenmäßig Straftaten gegen Eigentum im Vordergrund.

Erinnerungen an frühere Problemjahre

Ganz neu ist die Entwicklung nicht. Bereits vor einigen Jahren war das Areal rund um das Museum ein Schwerpunkt polizeilicher Maßnahmen. Teilweise versammelten sich nachts mehr als hundert Menschen auf den Stufen und dem Vorplatz des Hauses. Es wurde laut gefeiert, Glasflaschen zertrümmert und Müll hinterlassen. Teilweise haben sich mehr als hundert Personen versammelt. „In diesem Bereich kam es in der Vergangenheit des Öfteren zu Konflikten zwischen Personen, die sich dort aufhielten, und den Bewohnern der umliegenden Straßen“, so Müller. Anwohner hätten sich wiederholt über unzulässigen Lärm und nicht entsorgten Müll beschwert, der durch größere Zusammenkünfte unterschiedlicher Personengruppen entstanden sei.

Prävention zeigte Wirkung – doch wie nachhaltig?

Durch wiederkehrende Polizeieinsätze, verstärkte Kontrollen und eine enge Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt sei es gelungen, die Situation zeitweise deutlich zu entschärfen. Präventive Maßnahmen hätten insbesondere größere nächtliche Ansammlungen reduziert.

Doch die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Bereich weiterhin im Fokus bleibt. Während die Lärmbelastung laut Statistik nur eine untergeordnete Rolle spielt, sorgen insbesondere Eigentumsdelikte und Sachbeschädigungen für einen anhaltenden Handlungsbedarf.

Für viele Anwohner steht weniger die statistische Einordnung im Vordergrund als das Sicherheitsgefühl im Alltag. Sie wünschen sich eine nachhaltige Lösung – etwa durch regelmäßige Streifen, bessere Beleuchtung oder städtebauliche Maßnahmen, die größere nächtliche Treffen unattraktiver machen. Denn teilweise wird auch der benachbarte Spielplatz in der Nacht verwüstet. Mehrfach musste er schon gesperrt werden, weil sich zerbrochenes Glas im Sand befand.

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17 Kommentare

  1. Alt-Hallenser sagt:

    Es wird Frühling ☀️eine mobile Wache von der Synagoge abziehen?

    • Hans-Karl sagt:

      Da wird wohl noch aufgestockt werden. Dank Israel.

      • Wario sagt:

        @Hans-Karl, was hat Israel jetzt schon wieder damit zu tun?? Weil Jugendliche sich nicht benehmen können? Gab es nicht Gelder der Steuerzahler für Vereine , die sich rühmten, diese Probleme zu lösen und zu vermeiden?? Geld für Alkohol und Böller scheinen sie ja zu haben! Zeit zum randalieren auch ?

  2. 10010110 sagt:

    Macht den Späti und Dönerladen da weg, dann ist schonmal ein erster Schritt getan.

  3. ganz einfach sagt:

    Alkoholverbotszonen wären ein probates Mittel.

  4. haido sagt:

    Es gibt fast nur noch Nachrichten bei du bist Halle, wo ich zwischen Hoffnungslosigkeit und Lachkrämpfe schwanke! Ist diese Nachricht so neu und ungewöhnlich? Erst gestern wieder eine Böllerei zur angrenzenden Silberhöhe! Auch da ist ständig Aktion im 24 h Rhythmus! Für mich hat der Staat die ganze Lage schon längst nicht mehr im Griff!

    • JeanPütz sagt:

      Wieso der Staat? Die Menschen sind einfach nicht mehr in der Lage ihre Kinder zu erziehen. Und das ist vordergründig ihre Aufgabe, wenn sie sich für welche entscheiden. Gewalt, Müll, laute Musik … alles Dinge die eine vernünftige Erziehung obsolet machen würde.

  5. Großkopf sagt:

    Es sieht ja leider jetzt jedes Wochenende so aus.Bin dafür diesen gesamten Bereich Spielplatz vor Platz also die grün Anlage mit dazu. Genau so der Bolzplatz viel zerbrochenes Glas . Auch die Abfallbehälter werden am Donnerstag zum letzten mal gelehrt. Laufen Freitagsabend meistens schon über. Den Rest bringt dann der Samstag

  6. PaulusHallenser sagt:

    Vielleicht sollte man mehr Müllereimer in diesem von jungen Mensch hochfrequentierten Bereich stellen. Ich halte jedenfalls nichts davon, diese jungen Erwachsenen mittels Polizei und Ordnungsamt vertreiben zu wollen. Junge Menschen brauchen ihre Treffpunkte, auch wenn älteren Herrschaften so etwas oftmals nicht passt.

  7. Alex sagt:

    Ich kann da beide Seiten irgendwie verstehen. Klar will man nicht jeden Abend Krawall vor der Bude. Wer es ruhig mag zieht halt aufs Dorf. Vandalismus oder Eigentumsdelikte wie da geschrieben gehen halt gar nicht. Allerdings möchte man nicht ausser Acht lassen wohin sollen den die Kinder und Jugendlichen? Es gibt doch kaum noch was in Halle für diese Altersgruppe. Kneipe? Ab nem 5er das Bier. Naja eher nicht. Die ganzen Oberschlauen Motzgurken wohin den ? Heime sitzen vor der Playstation?

  8. Frag sagt:

    Ist wenigstens 1mal ein Asi eingesperrt worden?

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