Umweltausschuss lehnt neues Gewerbegebiet in Halle-Diemitz mit Patt ab

Das von der Stadt geplante neue Gewerbegebiet in Halle-Diemitz entlang der Osttangente zwischen Büschdorfer Weg und Berliner Straße ist vom Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Ordnung mit einem Patt abgelehnt worden, im Wirtschaftsausschuss und im Planungsausschuss hatte es Zustimmungen gegeben. Somit dürfte es im Stadtrat eine lange Diskussion geben.

“Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Nahrungsmittel-Knappheit und einer weiteren Klimaerwärmung” sei es nicht ratsam, weitere Flächen zu versiegeln, sagte Christian Feigl (Grüne). Die Fraktion wollte im nördlichen Teil Ackerflächen zu erhalten und dort Bebauung nur entlang der Berliner Straße zuzulassen. Doch auch dieser Antrag wurde abgelehnt. Das lag daran, dass sich die Linken im Ausschuss grüne als die Grünen zeigten. Die lehnen ein neues Gewerbegebiet an der Stelle komplett ab. 

Andreas Scholtyssek (CDU) meinte, es gebe noch andere Zielstellungen als den Klimaschutz, beispielsweise die Schaffung von Arbeitsplätzen und Gewerbesteuereinnahmen. “Die Flächen bieten sich doch geradezu an”, warb er für das Gebiet. 

“Gewerbesteuern nutzen uns nichts, wenn wir irgendwann nichts mehr zu Essen haben”, sagte Anja Krimmling-Schöffler (Linke). Nötig sei Flächenrecycling statt neuer Versiegelung.

Die Schaffung neuer Gewerbegebiete sei nur eine kurzfristige Sichtweise, meinte Beate Thomann (Grüne). “Die Politik denkt nur bis zur eigenen Nasenspitze.” Thomann hat einige jahre selbst in der Landwirtschaft gearbeitet. “Ich weiß deshalb, was auf uns zu kommen.” Aus diesem Grund sei es nötig, um jeden Hektar Landwirtschaft zu kämpfen.

Das größere Problem seien die Solarfelder, die Felder “zupflastern”, meinte Torsten Doege (CDU). “Die Leute müssen von irgendwas leben, die können nicht immer nur aufs Amt rennen”, war er für neue Gewerbegebiete. 

Auch ihr seien Solaranlagen auf Dächern lieber als auf Feldern, sagte Beate Thomann. Doch sei die jetzige Situation eine Folge von 16 Jahren CDU-Regierung. Vorteil derzeit sei, dass diese Flächen nicht gedüngt werden. In 20 Jahren werde man darüber froh sein, wenn diese Böden “die allerletzte Reserve” seien. 

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22 Antworten

  1. Haxe sagt:

    Dann werden halt die Umlandgemeinden das Gewerbegebiet bauen, wodurch Halle Steuergelder entgehen werden. Besser ist es Ackerflächen in der Stadt zu versiegeln als diese im Umland zu zerschneiden. Insofern eine sehr undurchdachte Entscheidung des Umweltausschusses.

    • Alt-Dölauer sagt:

      So ist es. Und Deutschland ist Getreideexporteur, aber woher soll eine Linke das wissen. Die Einnahmen, die sie so gerne verteilt, müssen verdient werden – aber woher soll eine Linke das wissen? Und wieviel Ackerfläche haben Windkraft- und Solaranlagen schon belegt obwohl Dächer und Parkplätze frei dafür waren – aber woher sollen Grüne das wissen? Blödsinnige Selbstverarmung von Halle durch unfähige Vertreter.

      • Lesezirkel Halle sagt:

        „Rund 11,4 Millionen Tonnen Getreide im Wert von 3,2 Milliarden Euro wurden im Jahr 2021 nach Deutschland importiert.“

        „Im Jahr 2020 wurden 12,3 Millionen Tonnen Getreide im Wert von 3,0 Milliarden Euro importiert. Wichtigstes Importgut beim Getreide ist Weizen“

        • Lesezirkels heimliche Polemik entlarvt sagt:

          Tja, aber gleichzeitig wurden 11,7 Mio Tonnen exportiert (destatis.de). Wie sieht also das Saldo aus. Immer diese Halbwahrheiten hier. Zudem war der Export 2021 ca. 9 % geringer als zuvor, der Import höher. Also selbst in einem schlechten Jahr wurde mehr exportiert als importiert. Wenn dann noch alle Linksgrünen auf Fleisch, Milch und Käse verzichten, bleibt noch mehr übrig. Und wenn es weniger Mais für Biogas braucht, weil die CO2-freie Kernkraft länger Strom liefert, sieht es noch besser aus.

          • Lesezirkel Halle sagt:

            „Im Jahr 2021 wurden 11,7 Millionen Tonnen Getreide im Wert von 2,8 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und damit mengenmäßig 8,2 % weniger als im Vorjahr.“

            „Saldo: minus 400 Millionen Euro“

    • Lachmicheckig sagt:

      Ätsch, ein Teil der Einnahmen kommt in einen großen Topf, aus dem Halle dann Fördergelder bezieht.

  2. Frodo sagt:

    Um wieviele Hektar geht es überhaupt?
    Und, es ist Stadtgebiet, nicht Landkreis…

    • Alt-Dölauer sagt:

      Noch wichtiger: Ein Acker ist sowieso ökologisches Totgebiet – Monokultur eben. Da sind vermutlich die Brachflächen und – bei modernen Firmen Grünanlagen – ökologisch wertvoller.

      • Irrtum sagt:

        „…bei modernen Firmen Grünanlagen…“

        Da ist nix ökologischer als auf einem Acker. Eine „ordentliche“ Rasenfläche und drei Alibi-Bäumchen sehen vielleicht grün aus (wenn sie noch nicht vertrocknet sind), mit Natur im Sinne ökologischer Vielfalt hat das nichts zu tun. Da brütet kein Vogel, da tippelt kein Igel…

  3. Manja sagt:

    allerletzte Reserve

    Ich lache mich kaputt. Sich aber größte Stadt Sachsen-Anhalt nennen wollen.

  4. Gloria sagt:

    Wann sind endlich Neuwahlen?

  5. wurde Zeit sagt:

    „“Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Nahrungsmittel-Knappheit und einer weiteren Klimaerwärmung” sei es nicht ratsam, weitere Flächen zu versiegeln, sagte Christian Feigl (Grüne).“

    Freut einen, dass es nun doch langsam mal in der Politik angekommen ist.

    • Lachmicheckig sagt:

      Die grünen Milchmächen schon wieder. Schon mal mitgekriegt, dass die Leute wegen der hohen Preise weniger essen?
      „Der Einzelhandel mit Lebensmitteln verzeichnete im April 2022 im Vergleich zum Vormonat einen realen Umsatzrückgang von 7,7 %“
      Nicht das Radfahren führt zu einer gesünderen Lebensweise… die Inflation ist es.

      • ... sagt:

        „Schon mal mitgekriegt, dass die Leute wegen der hohen Preise weniger essen?“

        Das ist Quatsch.

  6. JEB sagt:

    Klar PRO.
    Ganz ohne Flächenbereitstellung für Bau / Gewerbezwecke geht es nicht. Mann sollte nur bewusst damit umgehen. Hier sehe ich das gegeben. Eine überschaubare, wesentlich erschlossene Fläche, und grün wird auch erhalten.
    Was machen eigentlich RotGrün im Hinblick auf die immer weiter gehende Ausbreitung des Flughafens in Schkeuditz??

  7. Emmi sagt:

    Für die Linke scheint es nur mittelalterliche Landwirtschaft zu geben. Mittlerweile geht auch beides, Solarund Acker Bewirtschaftung. Schaut euch einfach mal um. Einige Bauern haben die Solaranlagen einfach in die Höhe gebaut und darunter wird mit den üblichen Maschinen gearbeitet. Bei den Früchten wird der Schattenwurf mit berücksichtigt.
    Ich kann mich erinnern, dass schon bei der Planung der Europachaussee, sehr großer Wiederstand in dem Gebiet war. Wer hat denn da sein Eigenheim, dem dann der Verkehr zum eventuellen Gewerbegebiet stört? Ich frag ja nur.

  8. Je sagt:

    Alles nur Besserwisser. Keine Ahnung von nichts.

  9. Jf sagt:

    Lasst die Ecke weiter vergammeln!