Kultur-Stadtplan, Konzerte, Ausstellung: Halle feiert Händels 333. Geburtstag


Vor 333 Jahren wurde Halles wohl berühmtester Sohn geboren: der Komponist Georg Friedrich Händel. Am 23. Februar nach julianischem und 5. März 1685 nach gregorianischem Kalender kam er auf die Welt. Und dieses Schnapszahl-Jubiläum nimmt die Stadt gleich für eine ganze Reihe von Aktionen zum Anlass.

So gibt es ab sofort einen „Händel-Stadtplan“. Es ist der mittlerweile zehnte Kultur-Stadtplan in Halle, im vorigen Jahr gab es eine Auflage zur Reformation. Neun Orte listet der Stadtplan auf. Dazu gehört natürlich das Händel-Denkmal, das 1859 aus Anlass des 100. Todestages Händels aufgestellt wurde und je zur Hälfte von Hallensern und dem britischen Königshaus finanziert wurde. Gestaltet wurde es vom Bildhauer Hermann Heidel. Das Geburtshaus Händels darf nicht fehlen, ebenso wie die Marktkirche, in der Händel getauft wurde und wo er Orgelunterricht bekam. Im Dom hatte Händel im Alter von 17 Jahren seine erste Arbeitsstelle als Organist, auf dem Stadtgottesacker sind Händels Eltern begraben und der Bildhauer Bern Göbel hat ein zeitgemäßes Händel-Bildnis geschaffen, das hier ebenfalls zu sehen ist. In der Kirche St Bartholomäus in Giebichenstein war Händels Großvater Pfarrer, später sein Onkel. Die Oper Halle existierte zwar zu Händels Zeiten noch nicht, doch hat man sich hier der Pflege von Händels Musik verschrieben. Aufgeführt wird auch das Löwengebäude der Uni, an dessen Stelle sich einst das Stadtgymnasium befand und wo Händel wahrscheinlich seine schulische Ausbildung bekam. Auch die Franckeschen Stiftungen finden im Händel-Stadtplan Platz. Für 2,50 Euro ist dieser beim Stadtmarketing und im Händelhaus zu haben. Zu jedem der neun Orte gibt es kleine Anekdoten.

Das Händelhaus wird am Geburtstag Händels die Ausstellung „So fremd, so nah“ eröffnen. Si wird bis 6. Januar 2019 zu sehen sein.Händel selbst sei ja in die Fremde gezogen, seine Opern spielen in fremden Welten, so Händelhaus-Chef Clemens Birnbaum. In der Schau werden Reiseberichte gezeigt, ebenso originale Noten. Auch Instrumente der damaligen Zeit und „die eigentümliche Vorstellung des Fremden“ finden Platz, beispielsweise Zeichnungen von exotischen Tieren, die die Maler noch nicht gesehen haben. Begleitet wird die Ausstellung von diversen Vorträgen und Konzerten.

Am 24. Februar um 19.30 Uhr steigt in der Händelhalle das große „Happy Birthday Händel“-Konzert mit der Aufführung des Messias. Bereits zwei Tage zuvor, am 22. Februar um 17 Uhr, wird es am Fuße des Händeldenkmals auf dem Markt ein Ständchen der verschiedenen teilnehmenden Chöre geben.

Für 10 Euro bietet das Stadtmarketing am 25. Februar auch eine spezielle Händel-Führung an. Diese führt zu den verschiedenen Wirkstätten Händels und Ende in der Kustodie der Universität, in der das Matrikelbuch der Uni mit Händels Eintrag gezeigt wird. Erstmals wird zudem das Taufregister Händels gezeigt, dass in der Marienbibliothel verwahrt ist.

Über die Bedeutung Händels für Halle zu spreche wäre wie „Eulen nach Athen“ tragen, sagte Detlef Stallbaum, Leiter des Fachbereichs Kultur in der Stadtverwaltung. Frage man Schüler der Unterstufe, wer der Mann auf dem Denkmal am Markt sei, wüsste die Hälfte damit etwa anzufangen. Genauso könnte die Hälfte der Hallenser den Messias oder dasStück daraus „Halleluja“ als das bedeutendste Werke Händels benennen. Dies zeige, das Händel innerhab der Stadt eine große Bedeutung habe und jeder der nach Hale komme wisse, dass er in die Händelstadt kommt.