Neue Ausstellung in der Moritzburg: Fragmente eines Lebens – Die Sammlung Hans-Hasso von Veltheims

Richard Seewald: Martigues II, 1918, Holzschnitt auf Japanpapier, koloriert, 20,7 x 26,8 cm, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Dauerleihgabe Michael von Busse, Nachlass Hans-Hasso von Veltheim, Inventar Nr. LGIIG00581, Repro: Eric Tschernow, Berlin © Fondazione Richard e Uli Seewald, Ascona

Die neue Präsentation in der Nordbox und im Turmkabinett widmet sich der Sammlung des einstigen Schlossherren in Ostrau: Hans-Hasso von Veltheim (1885–1956). Veltheim war ein allseitig interessierter Mensch und ist bis heute eine faszinierende Persönlichkeit. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts trug er ein vielgestaltiges Konvolut nicht-europäischer Kunst und Kultur sowie Werke der Alten Meister und zeitgenössischen Avantgarde zusammen, die er teils auf seinen langen Weltreisen, im Kunsthandel oder bei Künstler*innen erwarb. Das Erbe von Schloss und Gut Ostrau (nördlich von Halle (Saale) gelegen) im Jahr 1927 ermöglichte ihm, ein Refugium zu schaffen, das neben seinen Sammlungen auch die umfangreiche Bibliothek und das Archiv aufnahm. Es entstand ein für zahlreiche „Geistesarbeiter, Wissenschaftler, Universitätslehrer und Künstler aller Nationen und Bekenntnisse“ (Hans-Hasso von Veltheim) offenes Gästehaus. 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Hans-Hasso von Velt￾heim im Zuge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet. Während er selbst in die westlichen Zonen fliehen konnte, ge￾langte ein Teil seiner Kunstsammlung in das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) und wurde 2008 an den Erben restituiert. Seit 2019 befinden sich mehr als 700 Werke dieser Sammlung als Dauerleihgabe zur Erforschung und Vermittlung im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale). 

Nach intensiver Beschäftigung mit dem Sammler Hans-Hasso von Veltheim wird nun zum ersten Mal eine Auswahl von Werken seiner einstigen Sammlung gezeigt und ein knapper Überblick über deren Ent￾stehung gegeben. Die Sammlungsgeschichte ist aufgrund der Zeitläufte im 20. Jahrhundert auch eine Verlustgeschichte und so bleibt vieles fragmentarisch und wird durch historisches Bildmaterial ergänzt. Auf der anderen Seite bietet die Ausstellung die Chance, zu Unrecht wenig bekannte Künstler*innen zu entdecken und ihre Werke kennenzulernen:Künstler*innen in der Ausstellung:
– Dietz Edzard (1893–1963), Cäcilie Graf-Pfaff (1862–1939), Wilhelm
– Heise (1892–1965), Karl Georg Hemmerich (1892–1979), Hedwig
– Kruse (1895–1991), Romauld (Rom) Landau (1899–1974), Walt Lau￾rent (1898–1923),
– Elfriede Plaichinger-Coltelli (1883–1971), Richard
– Seewald (1889–1976), Karl Thylmann (1888–1916)

Foto: Richard Seewald: Martigues II, 1918, Holzschnitt auf Japanpapier, koloriert, 20,7 x 26,8 cm, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Dauerleihgabe Michael von Busse, Nachlass Hans-Hasso von Veltheim, Repro: Eric Tschernow, Berlin © Fondazione Richard e Uli Seewald, Ascona 

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