Handwerkskammer Halle-Präsident und CDU-MdL Keindorf: Fehlende Wohnheimplätze für Azubis gefährden Fachkräftesicherung

In Sachsen-Anhalt befinden sich rund 26.500 Schülerinnen und Schüler in einer dualen Berufsausbildung. Für die Auszubildenden, die den theoretischen Teil der dualen Ausbildung an einer Berufsschule in einem anderen Landkreis und damit nicht in der Nähe ihres Wohn- bzw. Ausbildungsortes absolvieren müssen, fehlen Wohnheimplätze. Für die aktuell 10.576 betroffenen Schülerinnen und Schüler stehen insgesamt 1.435 Wohnheimplätze zur Verfügung. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Keindorf hervor. Allein aus der Stadt Halle (Saale) werden 2.621 Berufsschüler auswärts unterrichtet, 216 von ihnen haben einen Wohnheimplatz.

Für Keindorf, der auch Präsident der Handwerkskammer Halle ist, sind die Zahlen alarmierend. „Immer häufiger machen junge Menschen ihre Entscheidung zur Aufnahme einer dualen Berufsausbildung von den äußeren Randbedingungen abhängig. Die Bereitstellung einer ausreichenden Anzahl an Wohnheimplätzen durch die Schulträger und die Übernahme von Übernachtungskosten durch das Land sind dabei wesentliche Faktoren. Das Land ist gefordert, die Landkreise und kreisfreien Städte beim Ausbau bestehender Kapazitäten zu unterstützen. Dabei ist zusätzlich die Aufsichtspflicht Minderjähriger zu beachten. Andernfalls gehen Fachkräftepotentiale nicht nur für das Handwerk und die ländlich geprägten Regionen verloren“, mahnt Keindorf.

Gegenwärtig gewährt das Land Auszubildenden Zuschüsse zu den Übernachtungskosten in Höhe von 45 Euro pro Schulwoche, wenn sie eine Berufsschule außerhalb ihres Landkreises oder ihrer kreisfreien Stadt und innerhalb von Sachsen-Anhalt besuchen müssen. Der Teilbetrag für die auswärtige Unterkunft außerhalb von Sachsen-Anhalt beträgt pauschal pro Schulwoche 70 Euro. Keindorf fordert, dass künftig die tatsächlich anfallenden Übernachtungskosten vom Land übernommen werden und verweist auf ein Urteil des VGH Baden-Württemberg (9 S 1906/14). 

„Die Verpflichtung von Berufsschülern zum Besuch einer auswärtigen Berufsschule benachteiligt diese gegenüber Berufsschülern, die ihre Berufsschulpflicht ausbildungs- und wohnortnah erfüllen können und denen daher keine weiteren Kosten für ihre Ausbildung entstehen. Die zusätzlichen Ausbildungskosten für die auswärtige Unterbringung beeinflussen die Wahl dieser Ausbildungsberufe negativ und schränken insbesondere einkommensschwache Bevölkerungsschichten in der Berufswahlfreiheit ein. Darauf habe ich bereits mehrfach im Landtag hingewiesen“, so Keindorf abschließend.

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5 Antworten

  1. Guter Rat sagt:

    Vielleicht sollten die Schülerinnen und Schüler einfach ihren Pass wegwerfen und dann in dem Landkreis, in dem sie arbeiten wollen, Asyl beantragen. Dann klappt es mit der Unterkunft im Handumdrehen!

    • Ex-Schüler sagt:

      1. dürfen sie bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens keine Tätigkeit aufnehmen
      2. dürfen sie bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens den Landkreis nicht verlassen, falls die Berufsschule im anderen Landkreis ist.
      3. ist das sowieso nur Stammtischgeblubber nach einigen Herrengedecks…

    • Franz2 sagt:

      Billiges Stammtischgeschwurbel feinster Sorte. Besser, wir spielen Bevölkerungsgruppen gegeneinander aus, dann können wir von den wahren Themen ablenken.

  2. Kausalkette sagt:

    Würden Handwerker nicht unverschämte Preise kassieren, wäre das Bauen wieder bezahlbahr.

  3. 10010110 sagt:

    Halle-Präsident

    Ich wusste gar nicht, dass Halle einen Präsidenten hat? 🤔

  4. MS sagt:

    Ist nicht die CDU seit Jahrzehnten in Sachsen- Anhalt an der Macht? Wieviel Wohnheimplätze genau hat sie denn gefördert? Wieviel Zuschuss zahlen denn die Handwerksbetriebe aus Halle ihren auswärts zu unterrichtenden Schülern?
    Das ist doch nur bla bla , nur warme Luft, um das Sommerloch zu füllen. Wetten, in den Haushaltsbertatungen 2024 erinnert sich wieder niemand daran, auch Herr Keindorf nicht…

  5. Vergessen? sagt:

    Wir haben Platz…also auch genug Wohnungen.War das nicht vor nicht allzu langer Zeit das Motto bestimmter Veranstaltungen? Sicher haben das auch viele wörtlich genommen.

    • wörtwortlich sagt:

      Platz und Wohnungen sind ein & das selbe.

    • Niemals vergessen! sagt:

      Es geht nicht um die Unterbringung von Obdachlosen, sondern um Übernachtungsmöglichkeiten bzw. deren Finanzierung des dringend benötigten Handwerksnachwuchses während der kurzfristigen Ausbildung weit weg vom Wohnort.

      Sind mehrheitlich deutschstämmige Jugendliche, wenn das hilft? 😬

  6. Mach mal... sagt:

    In Halle Neustadt stehen genügend Blöcke leer… könnte man also super Wohnheime daraus machen. Gab es früher auch schon siehe jetzige Verwaltung am Stadion.