Novemberwetter in Sachsen-Anhalt: 57 Prozent mehr Sonne und 30 Prozent weniger Regen
Im November 2025 folgte auf milde Phasen in der ersten Monatshälfte ein markanter Kälteeinbruch, sodass der letzte Herbstmonat mit Frost und Schnee zum Ende hin bereits für winterliche Eindrücke sorgte. Bei einer ungewöhnlich hohen Sonnenscheindauer blieb der Niederschlag bundesweit deutlich unter dem Klimamittel, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen seiner rund 2 000 Messstationen mitteilte.
November mit teils spätherbstlicher Wärme und winterlicher Kälte
Der November 2025 erreichte eine Mitteltemperatur von 4,9 Grad Celsius (°C) und lag damit 0,9 Grad über der Periode 1961–1990 (4,0 °C). Im Vergleich zu 1991–2020 (4,8 °C) entsprach er nahezu dem Mittel. Damit bewegte sich der November in der klimatologisch normalen Schwankungsbreite, obwohl der Temperaturverlauf auffallend kontrastreich war. Bis zur Monatsmitte herrschte zeit- und gebietsweise spätherbstliche Wärme. Der Höchstwert wurde dabei am 13. in Emmendingen-Mundingen im Oberrheingraben mit 22,3 °C registriert. Im deutlichen Gegensatz dazu stand die markante Kältephase zu Beginn der dritten Novemberdekade. Ursache dieser Abkühlung war maritime Arktikluft, die unter Hochdruckeinfluss und bei klaren Nächten teils für Temperaturen im strengen Frostbereich sorgte. Die bundesweite Tagesmitteltemperatur sank dabei vorübergehend auf ein Niveau, das üblicherweise im Januar erreicht wird. Den tiefsten Wert des Monats meldete der DWD am 23. in Oberstdorf am Alpenrand mit -18,5 °C.
Markantes Niederschlagsdefizit – Mitte des Landes besonders betroffen
Mit rund 46 Litern pro Quadratmeter (l/m²) fiel im November 2025 gegenüber der Referenzperiode 1961–1990 (66 l/m²) etwa 30 Prozent weniger Niederschlag, im Vergleich zu 1991–2020 (63 l/m²) lag das Defizit bei 27 Prozent. Besonders niederschlagsarm verlief der Monat in der Mitte Deutschlands, wo gebietsweise nur um 20 l/m² zusammenkamen. Deutlich höhere Mengen traten dagegen im Süden und Südwesten auf. Den höchsten Tagesniederschlag meldete List auf Sylt am 24. mit 44,7 l/m². Die höchsten Monatssummen wurden an den Alpen und im Schwarzwald mit örtlich über 100 l/m² registriert. Dort, aber auch in höheren Lagen der Mittelgebirge endete der Monat mit winterlichen Bedingungen; vor allem im Südosten Bayerns kam es in Verbindung mit gefrierendem Regen temporär zu teils erheblicher Glätte.
Ungewöhnlich sonniger November – über 100 Stunden im süddeutschen Bergland
Mit rund 69 Sonnenstunden zeigte sich der November 2025 deutlich sonniger als üblich. Gegenüber der Referenzperiode 1961–1990 (53 Stunden) entsprach dies einem Plus von etwa 30 Prozent und verglichen mit 1991–2020 (55 Stunden) einem Zuwachs von 25,5 Prozent. Am sonnigsten war es im süddeutschen Bergland und an den Alpen, wo örtlich über 100 Stunden registriert wurden.
Der November 2025 zeigte sich in Sachsen-Anhalt mit einem Monatsmittel von 5,2 °C (4,5 °C) im klimatologischen Rahmen, bot jedoch eine bemerkenswerte Bandbreite: Zwischen spätherbstlicher Wärme und frühwinterlicher Kälte lag kaum mehr als eine Woche. Den Auftakt machte eine sehr milde Phase, in der Pabstorf am 5. mit 21,0 °C sogar einen neuen Stationsrekord für den November erzielte. Auch zur Monatsmitte blieb es vielerorts ungewöhnlich mild mit Höchstwerten jenseits der 16-Grad-Marke. Danach drehte die Witterung deutlich ins Kalte: Der Tiefpunkt wurde am 21. an der Station Oberharz am Brocken-Stiege mit -12,6 °C gemessen. Gleichzeitig baute sich auf dem Brocken eine geschlossene Schneedecke auf. Mit 30 l/m² blieb die Niederschlagsmenge rund 30 Prozent unter dem Klimawert (43 l/m²), während die Sonne mit 80 Stunden rund 57 Prozent über dem Durchschnitt (51 Stunden) lag.











Neueste Kommentare