Fast die Hälfte der Betriebe rund um Halle klagt über Fachkräftemangel

Foto: Handwerkskammer Halle

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46 Antworten

  1. geraldo sagt:

    Ich habe einen Nachbarn, der in einem Handwerksbetrieb arbeitet. Er bekommt den gesetzlichen Mindesturlaub und auch keinen sonderlich auskömmlichen Lohn.
    Wenn die Not so groß wäre wie die Handelskammer behauptet, warum behandeln die Handwerksbetriebe dann ihre Mitarbeiter so schlecht?

    • Seb Gorka sagt:

      Geht denn dein Nachbar trotzdem jeden Tag auf Arbeit und arbeitet? Wenn ja, würde er noch mehr und vor allem noch öfter arbeiten gehen, wenn er zukünftig einen sonderlich auskömmlichen Lohn erhielte? Wie viel öfter er arbeitet, wenn er mehr Urlaub hat (und nimmt), kannst du hoffentlich selbst ausrechnen. Wenn der Handwerksbetrieb nun eine weitere, zusätzliche Stelle besetzen möchte, hilft es bei der Rekrutierung, die bisherigen Mitarbeiter höher zu entlohnen?

      Es fehlen grundsätzlich „Nachbarn“ mit entsprechender Ausbildung. Die können sich ihre Arbeitsstelle aussuchen und ihre Arbeitskraft an den Meistbietenden verkaufen.

      • geraldo sagt:

        „Es fehlen grundsätzlich „Nachbarn“ mit entsprechender Ausbildung. Die können sich ihre Arbeitsstelle aussuchen und ihre Arbeitskraft an den Meistbietenden verkaufen.“

        Dann bräuchten die Handwerksbetriebe nicht jammern, sondern müssten doch „bloß“ bessere Konditionen anbieten (mehr Lohn, mehr Urlaub), und die guten Leute würden scharenweise wechseln.

        • Seb Gorka sagt:

          Scharenweise würde der Wechsel stattfinden, wenn nur einer mit besseren Konditionen lockt, jedenfalls nicht alle. Ich hoffe, dieser Zusammenhang ist selbsterklärend.

          Es geht aber auch gar nicht um den Wechsel von einem Betrieb zum anderen. Auch das sollte einleuchten. Das Problem bliebe, das „Jammern“ wird nur verlagert. Es geht um Nachwuchs bzw. Nachschub. Es fehlt insgesamt schon an der „Schar“, um die derzeitige Nachfrage an Arbeitskräften zu befriedigen.

          Wie alt ist denn dein Nachbar? Vielleicht kommst du selbst auf einen weiteren gewichtigen Aspekt der Entwicklung des Arbeitsmarkts.

      • Zentraldenker sagt:

        Das Problem ist doch, dass keiner einen Jobwechsel hinein in die Region Halle vollzieht, weil es keine besser bezahlten Stellen in der Umgebung gibt. Deswegen kann allenfalls von einem selbst verschuldeten und auch gewollten Arbeitskräftemangel gesprochen werden. Krankenhäuser etwa jagen sich derzeit die Pflegekräfte mit Lockangeboten wie Wechselprämien förmlich ab.

        Geraldos Kritik bezieht sich also darauf, dass unterirrdische Arbeitsedingungen angeboten werden und dies eine wesentliche Ursache dafür ist, dass es Fachkräftemangel im bejammerten Ausmaß gibt. Dafür sind allein die Arbeitgeber verantwortlich. Da nützt kein Klagelied, sondern nur die Veränderung der Arbeistbedingungen.

        • Seb Gorka sagt:

          Es gibt also Gegenden in Deutschland (und international?), wo ein Überangebot an passenden, hervorragend ausgebildeten Arbeitskräften herrscht? Und diese überangebotenen Arbeitskräfte mit ihren hervorragenden und passgenauen Ausbildungen bleiben lieber dort, wo sie sind und arbeitslos, als einen Wechsel in die Region Halle hineinzuvollziehen? Alles klar.

          Vielleicht solltest du in die Denkzentrale mal etwas Frischluft hineinvollziehen und auch die Verlautbarungen anderer Handwerks- und Industrie- und Handelskammern außerhalb von Halle lesen. Das ist nämlich ein weit verbreiteter Trend, der auch nicht erst heute begann. Es ist vor allem kein reines Verteilungsproblem.

          Dein Beispiel mit dem Pflegepersonal bestätigt das übrigens und widerspricht deiner eigenen Analyse des Problems. Aber die Lüftung der Zentrale beseitigt vielleicht auch diesen Grauschleier vor der Optik…

          • Zentraldenker sagt:

            Vielleicht solltest du dich mal damit beschäftigen, in welchen Bundesländern zB aktuer Lehrermangel oder etwa ein Mangel an Pflegekräften herrscht usw. Du wirst erstaunt sein, wie unterschiedlich dies von Bundesland zu Bundesland ist, weil eben auch die Lohn- und sonstigen Arbeitsbedingungen eine Rolle spielen.

          • Seb Gorka sagt:

            Ja, vielleicht sollte ich das mal tun. Du hast das offenbar schon gemacht und verrätst es aber trotzdem nicht. Das reicht mir eigentlich schon.

            Die von dir erwähnten Krankenhäuser locken mit Wechselprämien, weil sie zuviel Auswahl an Fachpersonal haben? Ich empfehle mehrfaches Stoßlüften.

          • Zentraldenker sagt:

            “ In Baden-Württemberg schrieben demnach Unternehmen 2016 rund 72 Prozent aller Jobs in sogenannten Engpassberufen aus – hier gibt es mehr offene Stellen als Bewerber. In Bayern waren es 65 Prozent, in Hessen 58 Prozent. In Berlin hingegen lag die Quote im Schnitt nur bei 35 Prozent.“

            https://www.nrz.de/wirtschaft/westdeutsche-laender-leiden-besonders-unter-fachkraeftemangel-id210307707.html

            https://archiv.berliner-zeitung.de/berlin/niedrige-loehne-vollzeitbeschaeftigte-verdienen-in-berlin-unterdurchschnittlich-31056190

            Arroganz ist offenbar dein Markenzeichen?

          • Seb Gorka sagt:

            Ja, das trage ich voller Stolz am Vollpfosten.

            In Ba-Wü und Bayern, den Ländern mit den wohl unbestritten besten Arbeitsbedingungen (zumindest, was Lohn und Freizeit betrifft), im Vergleich mit Sachsen-Anhalt und speziell Halle um Welten voraus, gibt es also (auch) einen akuten Mangel an Fachkräften? Joa, da kriegst d’Tür ned zua!

            Mehr offene Stellen als Bewerber und das besonders in westdeutschen Ländern? Desch ja wo unglauubli!

            Es ist also ein (bundes)weit verbreitetes Phänomen und es ist auch nicht mit Lohnerhöhung und Urlaubsverlängerung zu lösen, weil schlicht und einfach zu wenig Fachkräfte vorhanden sind? Also ich muss sagen, die Lüftung hat tatsächlich Bewegung in die Sache gebracht!

            Allerdings bist du mit der Erkenntnis(?) ein paar Jahre hinterher! Das alles ist nicht neu, die Gründe lange bekannt und das wird sich noch stärker zeigen. Deswegen soll ja endlich etwas passieren. Genau das ist die Forderung der Handwerkskammer hier und so ziemlich aller Kammern und Berufsverbände in der ganzen Republik.

            Wir können das jetzt alles gern noch drei-, viermal wiederholen. Wer es aber bis jetzt nicht verstanden hat, wird nur weiter in Rage geraten und anderen Arroganz vorwerfen, wo eigene Blindheit die Ursache ist…

  2. farbspektrum sagt:

    Merkwürdiger Optimismus, obwohl gerade ein neues Gewerbegebiet verhindert werden konnte.
    Merkwürdiger Fachkräftemangel, obwohl so viele ins Land gekommen sind.

    • Seb Gorka sagt:

      Vielleicht haben die von der Handwerkskammer einfach mehr Ahnung als du.

      • Kazan sagt:

        „Merkwürdiger Fachkräftemangel, obwohl so viele ins Land gekommen sind.“

        Und wie viele von denen haben bisher eine Arbeitserlaubnis erhalten. Das Ding gibt es nicht von heute auf morgen und ohne ist nix mit arbeiten, als nicht EU- bzw. EWR-Bürger.

        • Seb Gorka sagt:

          Übrigens eine langjährige Forderung bzw. eine häufig geäußerte Problemschilderung verschiedenster Kammern, auch und gerade in Gegenden mit vergleichsweise „auskömmlichen“ Löhnen und auch sonst guten Konditionen!

        • Tom sagt:

          Und wie viele von denen haben überhaupt die Absicht, einer geregelten Tätigkeit nach zu gehen?

          • Seb Gorka sagt:

            Alle, die mehr (Geld) haben wollen, als sie bisher bekommen. Vielleicht kennst du nicht viele Menschen, aber so funktionieren die meisten.

            Man kann natürlich auch alles so lange hinauszögern, bis die letzte Motivation verflogen ist, einem (legalen) Erwerb nachzugehen und sich dabei auch noch ganz beiläufig zu integrieren. Die unheimlichen, angsteinflößenden Fremden bleiben aber trotzdem und machen dir dein Leben schwer, nur eben ohne arbeiten zu gehen und bilden vielleicht noch eine dieser fürchterlichen Parallelgesellschaften. Dazu kannst du ein paar Millionen „Üzgürs“ und „Aisches“ und deren Nachkommen befragen, und die durften gleich arbeiten!

  3. geraldo sagt:

    Wenn Handwerksbetriebe zu wenig Fachkräfte hätten, dann würden sie etwas dagegen unternehmen (sie heißen ja auch so), sie würden sich in einem Wettbewerb um die verfügbaren knappen Fachkräfte befinden und/oder selber welche ausbilden.

    • farbspektrum sagt:

      Dieses Bemühen wurde von Papenburg öffentlich gemacht.

    • Seb Gorka sagt:

      Du näherst dich langsam dem Problem. Es ist nicht mal unbedingt so, dass Handwerksbetriebe derzeit zu wenig Fachkräfte hätten (s. dein Nachbar). Die meisten Betriebsleiter und Inhaber denken aber weiter als bis zum Wochenende oder auch nur ein, zwei Jahre und wollen auch in abshebarer Zukunft noch Fachkräfte haben. Das ist ein Problem des Nachschubs und des Nachwuchses und der (mangelnden) Ausbildung und den damit in Zusammenhang stehenden Problemen.

      Daneben gibt es auch Betriebe, die gern mehr als jetzt unternehmen würden, also mehr und/oder größere Aufträge übernehmen. Auch die brauchen mehr qualifiziertes Personal und das sollte möglichst jetzt schon mehr können und dürfen als ein Lehrling im ersten Lehrjahr.

      Auch du gibst dir die bzw. eine Antwort eigentlich schon selbst: Die Verfügbarkeit von Fachkräften ist knapp. Es werden aber nicht mehr Fachkräfte, wenn man ihnen mehr Urlaub und mehr Geld gibt. Das mag die Zufriedenheit der derzeitigen Fachkräfte steigern und dagegen ist auch nichts einzuwenden. Die noch kommenden und in erkennbarem Maße bereits bestehenden Probleme verschwinden dadurch aber nicht. Und die Rechenaufgabe, wie sich mehr Urlaub auf die Arbeitstage auswirken, war wohl doch zu schwer?

      Nun könnte man sicher auch mit Zauberei, frommen Wünschen oder Nichtstun etwas erreichen. Man könnte auch einfach steif und fest behaupten, es gäbe gar keinen Fachkräftemangel, weil der Nachbar ja jeden Tag aus dem Haus geht und immer freundlich grüßt.
      Die Handwerkskammer Halle schlägt aber vor, die (rechtlichen, in der Politik zu entscheidenden) Bedingungen für die Beschäftigung und insbesondere für die Ausbildung von jungen Menschen zu verbessern, damit das bereits bestehende Problem nicht noch (viel) größer und im Idealfall sogar abgeschwächt wird.

      Und Gerald, deinen Nachbarn, den gibt es doch wirklich, oder?

      • geraldo sagt:

        Ja, den Nachbarn gibts wirklich. Ich muss mir keine Geschichten ausdenken, es gibt derer genug.

        Natürlich vermehren sich die Fachkräfte durch mehr Lohn und mehr Urlaub nicht (das letzteres noch eine andere Auswirkung hat musst du mir nicht erklären, es sei denn es ist dir ein Bedürfnis, mich für blöd zu halten).
        Aber das ist die Rechnung für die Fachkräfte insgesamt. Aber die einzelnen Handwerksbetriebe, die sich – im Unterschied zu den anderen – um Fachkräfte durch bessere Lohnangebote und bessere Arbeitsbedingungen (u.a. mehr Urlaub) bemühen, die haben dann – im Gegensatz zu ihren knausigeren Mitbewerbern – keinen Fachkräftemangel mehr.

        Ich verstehe in der Tat nicht, was daran nicht zu verstehen ist.

        • Seb Gorka sagt:

          Woher kommen denn nun die Fachkräfte, die einfach nur bessere Lohnangebote und bessere Arbeitsbedingungen wollen? Warten die hinter der nächsten Ecke, dass es endlich losgeht mit der Arbeit?

          Wenn sie von einem Betrieb in den anderen wechseln, werden es ingesamt nicht mehr. Ziehen die anderen Betriebe mit ihren Bedingungen nach, wird zurück- oder idealerweise gar nicht erst hingewechselt. In Summe bleibt der Mangel jedenfalls bestehen, selbst wenn die alle Einkommensmillionäre mit 365 Urlaubstagen pro Jahr sind. Aber um die Gesamtbetrachtung geht es gerade! Vielleicht nicht dir, aber der Handwerkskammer und den anderen Verbänden, deren Interessen nicht beim Schicksal eines Nachbarn enden, der sich offenbar gar nicht über seine Situation beschwert.

  4. Tom sagt:

    @Seb
    Du hast natürlich recht, die sind zumindest motiviert, bei der Arbeit im Drogeriemarkt nicht erwischt zu werden.

    • Seb Gorka sagt:

      „Ein Grund (für die Schwierigkeiten, d. Red.) war, dass die Flüchtlinge immer wieder neue Kursangebote von Bildungsträgern bekamen“, so Papenburg. Diese Deutschkurse seien verpflichtend gewesen und ohne Blick auf den Start einer Ausbildung“

      „Wie das Unternehmen andeutet, standen die Kurstermine mit der Arbeitszeit der Praktikumsteilnehmer in Konflikt. “

      „Viele der Flüchtlinge seien zudem nicht in Halle geblieben. Eine Wohnsitzauflage gibt es erst seit September 2016 mit dem Integrationsgesetz.“

      „Nach Ansicht von Susi Möbbeck (SPD), Staatssekretärin im Landesministerium für Arbeit, Soziales und Integration, wurde das Projekt zu hastig umgesetzt. “

      https://www.welt.de/wirtschaft/article161455100/Von-70-Fluechtlingen-nur-noch-einer-da.html

      Wie man sieht, ist die Forderung nach rechtlichen, politisch umzusetzenden Maßnahmen immer noch so aktuell, wie sie es schon 2015, 2016 und 2017 war.

  5. Bernd sagt:

    Abwarten. Die Geisteswisschenschftler, die man seit Jahren unter gesunkenen Zugangsvoraussetzungen wegen fehlender Ausbildungsreife, an die Hochschulen gepumpt hat, werden es schon richten. Dann kann man auf dem Bau auch mal schön abschweifen, statt sich nur über Baufortschritt und Planung zu unterhalten.

  6. tobi sagt:

    So sieht es aus. Im Westen geht es komischerweise auch mit viel besseren Löhnen etc.

    Die Heuchler wollen nur Maximum Gewinn erzielen damit sie selber noch mehr im Luxus leben können.

  7. tobi sagt:

    Mehr zahlen und es würden schon Leute kommen auch aus dem Ausland oder Arbeitslose würde doch mal ihren arsch hoch bekommen. Für 10€ Brutto brauch man nicht arbeiten gehen.

  8. farbspektrum sagt:

    „Derzeit liegt die Beschäftigungsquote der Geflüchteten bei rund 35 Prozent. Ziel der Bundesagentur für Arbeit ist es, im Jahr 2025 eine Quote von 50 Prozent zu erreichen.“
    „Am ehesten fanden die Geflüchteten über Zeitarbeit in den Arbeitsmarkt. Jeder Dritte von ihnen fand zunächst einen Job als Leiharbeiter oder als Leiharbeiterin. Einige steigen auch zunächst über einen Minijob ein.
    Sie arbeiten dann im Dienstleistungsgewerbe – zum Beispiel als Gebäudereiniger – sowie im Gastgewerbe und in der Kfz-Branche. Auch im verarbeitenden Gewerbe fanden viele Geflüchtete Arbeit, hat die BA festgestellt. Geflüchtete übernehmen dabei vor allem eher unattraktive Jobs für Ungelernte und Angelernte, für die die Arbeitgeber nur schwer Personal finden. “
    „Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit befinden sich 38.000 Geflüchtete derzeit in einer Ausbildung. “
    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-06/fluechtlinge-integration-arbeitsmarkt-sprachkurse-wohnungen-daten

    • Seb Gorka sagt:

      Man kann also sagen, es liegt an der (mangelnden) Ausbildung. Also so, wie es auch die Handwerkskammer formuliert. Das ist ja interessant.

      Eine Lösung könnte demnach sein, die Bedingungen für eine fachliche Ausbildung zu verbessern bzw. erstmal zu schaffen. Also so, wie es auch die Handwerkskammer formuliert. Das ist ja interessant.

      Hast du mal darüber nachgedacht, nebenbei als „Captain Obvious“ zu volontieren? Talent dazu hast du jedenfalls.

  9. Dirk Müller, Halle-Neustadt sagt:

    meine Wahrnahmung ist, dass der Begriff „Fachkräftemangel“ vielfach missbraucht wird. Grundsätzlich benötigt jeder Beruf neben der Eignung und der Neigung des Tätigen eine qualifizierte Ausbildung. Als Fachkräfte bezeichne ich diese nicht.

    Fachkräfte sind in Bereichen tätig, in denen ein explizit spezielles Ausbildungswissen benötigt wird, etwa der KI, der Umwelttechnologie oder der Spezialmedizin (um nur wenige zu nennen). Mangel herrscht dort, weil dieses geforderte Spezialwissen zur Entwicklung von Zukunftstechnologien nicht ausreichend am Markt verfügbar ist.

    Mit Arbeitsbedingungen oder Lohnanreizen hat dies erst mal nichts zu tun. Ein solcher Mangel kann auch nicht durch zu integrierende Flüchtlinge behoben werden, sondern muss durch vorausschauende Rekrutierung und Ausbildung unter Berücksichtigung der Kohorteneffekte langfristig betrachtet werden. Vielleicht weniger Ethnologen und Soziologen und dafür mehr Ingenieure oder Verfahrenstechniker ausbilden. Politik und Wirtschaft folgen in diesem Komplex einer etwas seltsamen Erklärlogik.

    Wenn gut ausgebildete und motivierte Pflegekräfte, Lehrer oder Handwerker fehlen, hat dies für mich sehr wohl etwas mit den Arbeitsbedingungen oder den Löhnen zu tun. Und damit, dass nicht oder zu wenig ausgebildet wird (obwohl die Bedarfe seit vielen Jahren evident sind, wie z.B. höherer Bedarf an Pflegekräften). Wenn kein angemessener Lohn gezahlt wird oder die Arbeitsbedingungen schlecht sind, gibt es weniger Bewerber. Und wenn nicht ausgebildet wird, gibt es keine Bewerber.

    Etwaige Steuerungsmechanismen, wie z.B. größere und passendere Ausbildungsangebote bereitzustellen, wurden und werden seit vielen Jahren diskutiert; fehlende Erfolge und fehlende Weitsicht sind die Gründe für diesen Mangel an geeigneten Bewerbern.

    Betriebe und Einrichtungen müssen schon auch gezielt ausbilden und mehr Mühen auf sich nehmen. Und Schulen müssen besser und gezielter vorbereiten. Einfach nur ausgebildetes Personal aus Mexiko, Philippinen oder Tunesien zu holen, springt da zu kurz und ist überdies moralisch zu hinterfragen.

    • Seb Gorka sagt:

      Fachkräfte werden unterschieden von Aushilfs- und Anlernkräften. Deine Eltern sagten sicher „Facharbeiter“. Was du meinst, sind Spezialisten. Du müsstest das bei „Sepzialmedizin“ gemerkt haben („normale“ Mediziner sind sicher auch in deiner Wahrnehmung Fachkräfte), spätestens jedoch bei „Spezialwissen“.

      Es fehlt aber nicht (nur) dort, auf den Spezialgebieten, sondern auch am Bäcker, Fleischer, Heizungsmonteur und eben besonders auf dem Bau. Da kommen auch Hilfskräfte unter und Tagelöhner, die von allem ein wenig, aber eben nichts so richtig können. Es fehlt aber besonders an Leuten, die einen Beruf richtig gelernt haben. Die gibt es auch nicht in Mexiko, Philippinen oder Tunesien, schon gar nicht nicht in dem benötigten Maße.

      Sprich doch mal mit deinem Genossen Keindorf, wenn du den Onkels aus dem Internet immer nicht glauben magst. Der hat es nicht nur handwerklich, sondern auch politisch ziemlich weit gebracht. Eine Fachkraft sozusagen.

      • Wahlhelfer sagt:

        Wie sooft liegt Gorka mal wieder inhaltlich und fachlich daneben. Du bringst Begriffe durcheinander. Aber hauptsache mal wieder geblubbert. Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Du kommentierst alles und jeden. Und das gleich mehrfach. Ist dir das nicht peinlich? Ist wohl eine rhetorische Frage.

  10. farbspektrum sagt:

    Wir wurden über die Flüchtlinge hemmungslos belogen. Es waren in ihrer Masse keineswegs Kriegsflüchtlinge. Es waren Wirtschaftsflüchtlinge, die hauptsächlich aus der Sicherheit der türkischen Flüchtlingslager kamen.
    Exemplarisch die Propaganda mit dem ertrunkenen Flüchtlingsjungen. Die Familie lebte seit 3 Jahren in einer Wohnung in Istanbul. Der Vater hatte Arbeit.
    Auffällig die vielen jungen Männer unter der Flüchtlingen, die ihre Familien zurückgelassen hatten.
    Die die kamen, waren kaum den deutschen Anforderungen genügende Fachkräfte.
    Da mangelte es zuerst einmal an der deutsche Sprache. Diese Defizite kann man auch nicht mit Schnellbesohlunskursen beseitigen, in denen sie lernen, ein Tasse Kaffee im Restaurant zu bestellen. Dazu kommen Probleme mit den Anforderungen der deutschen Arbeitskultur.
    Die meisten sind in Anlerntätigkeiten beschäftigt oder leben von Hartz IV.
    Obwohl 1 Million nach Deutschland gekommen ist, sucht man jetzt gut ausgebildete Fachkräfte in Asien.

    • mirror sagt:

      Sie wollen doch nicht allen Ernstes das Gutmenschentum in Deutschland ins Wanken bringen?

    • Seb Gorka sagt:

      Der Fachkräftemangel bestünde auch ohne Flüchtlinge. Der Bürgerkrieg in Syrien wurde nicht begonnen, um Fachkräftenachwuchs oder -nachschub für Deutschland zu generieren. Du hast dein Trauma noch nicht überwunden, aber das ist nicht Gegenstand der Überlegungen der Handwerkskammer Halle. Dort macht man sich Sorgen um den Arbeitsmarkt, nicht irgendwelche Spinnereien aus Verschwörungsblogs oder wo auch immer du deine Geschichten her hast.

      Es geht der Handwerkskammer eben (auch) um mehr als Schnellbesohlungskurse für Ausländer, die kein Deutsch sprechen und das Schaffen von Möglichkeiten, um mehr als nur Anlerntätigkeiten ausführen zu können. Das hast du sogar richtig erfasst (und verstanden?). Sozialhilfebezieher sind ebenso wenig brauchbar, wenn es an Arbeitskräften mangelt.

      • farbspektrum sagt:

        Die Informationen stammen von unabhängigen Journalisten und nicht von Seb-Gurka-Seiten, sie wurden später von namhaften deutschen Medien übernommen.
        Nein, ich brauche keinen abhängigen Journalismus ( Niveau? Wo? Wo?) und keine manipulativen ÖR-Sender.
        https://www.youtube.com/watch?v=LlNm9FMUtGc

        • Seb Gorka sagt:

          Kathrin, ick hör dir hußten. Du brauchst ganz andere Hilfe, das steht fest.

          Die (hier entscheidenden) Informationen stammen von der Handwerkskammer Halle. Wenn du jetzt mit dem MDR kommst, bei dem Frau Huß ihren Vertrag aus eigenen Stücken gekündigt hat, musst du das auch irgendwie mit dem erhöhten Bedarf z.B. im Bauhauptgewerbe übereinbringen.

          Alternativ kannst du auch mal bei dir lüften. Dann bringst du vielleicht nicht so viel durcheinander. Frag den „Zentraldenker“. Dem hat das gestern auch geholfen.

  11. W. Molotow sagt:

    Die sollen da mal ihre Klappe halten mit ihrem Gejammer über „Fachkräftemangel”!

    Die haben jahrelang nicht ausgebildet – man erinnere sich mal an die Jugendarbeitslosigkeit vor 15 Jahren.
    Da haben Schüler 50 und mehr Bewerbungen für eine Lehrstelle geschrieben – und keine bekommen, weil kaum ein Betrieb ausgebildet hat.

    Das sind genau die Leute, die heute die Fachkräfte wären mit ordentlicher Berufserfahrung.

  12. farbspektrum sagt:

    „Die IHK spricht inzwischen davon, dass es nicht nur einen Fachkräftemangel gibt, sondern einen Arbeitskräftemangel. “
    „Wir haben mittlerweile über 20 Prozent der Flüchtlinge integriert.“ (MZ Merseburg)

    • Seb Gorka sagt:

      Ach was? Also das, wovon auch die Handwerkskammer Halle spricht? Sagen das am Ende tatsächlich so ziemlich alle Kammern und Verbände?

      Als hätte ich das schon irgendwo gelesen oder sogar geschrieben. Aber jetzt steht es ja auch in deinem Lokalteil von DuMonts Erfolgsblatt…

  13. farbspektrum sagt:

    „Sagen das am Ende tatsächlich so ziemlich alle Kammern und Verbände?“
    Gibt es denn mehrere Handwerkskammern im südlichen Sachsen-Anhalt?
    Was der LV VDH Sachsen-Anhalt dazu sagt, weiß ich allerdings nicht.

    • Seb Gorka sagt:

      Die Bundesrepublik Deutschland besteht aus weit mehr als dem südlichen Sachsen-Anhalt und neben der Handwerkskammer gibt es auch noch jede Menge anderer Kammern. Die IHK hast du selbst erwähnt. Vielleicht weißt du sogar (oder kannst es schnell googeln), wofür die Abkürkung steht. Daneben sind Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Gerichtsvollzieher, Ingenieure in Kammern organisiert und neben den Kammern gibt es auch noch unzählige Verbände der einzelnen Berufe. Auch wenn die nicht alles in gelchem Maße betroffen sind, haben so ziemlich alle den (anhaltenden) Trend schon bemerkt. Und nun endlich auch du.

      Ob ein Haustierverband auch als berufsständische Vereinigung zählt, halte ich für unwahrscheinlich. Ich wette aber, dessen Mitglieder sind trotzdem besser über die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt informiert als du.

      • farbspektrum sagt:

        Ja was sagen denn die anderen Kammern zu dem Arbeitskräfteproblem?
        „Ob ein Haustierverband auch als berufsständische Vereinigung zählt,“
        Das war ja nicht deine Frage. Du fragtest:
        „Sagen das am Ende tatsächlich so ziemlich alle Kammern und Verbände?“
        Zur Debatte stand ja hier, was der Präsident der Handwerkskammer Halle gesagt hat.
        Lies mal oben nach.

        • Seb Gorka sagt:

          Ja, der Kontext. Dein alter Feind.

          Der Präsident der Handwerkskammer sagt, es sollen/müssen bessere Ausbildungsvoraussetzungen und -bedingungen geschaffen werden und dass es an Fachkräften mangelt, wobei es zwischen beidem durchaus Zusammehänge (s.a. „Kontext“) gibt.

          Das sagen auch die anderen Präsidenten, Vorsitzenden und Vorstände.

  14. farbspektrum sagt:

    „Der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Hans-Eckhard Sommer, hat die Erwartungen an das Fachkräfteeinwanderungsgesetz gedämpft. Er rät dazu, „dass wir bei der Fachkräfteanwerbung stärker in Europa ansetzen sollten“, wie Sommer der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ sagte. In Südeuropa gebe es viele arbeitslose, gut ausgebildete junge Leute.“
    https://www.n-tv.de/politik/Bamf-Chef-raet-zu-Fachkraeften-aus-Suedeuropa-article21549088.html

    Das Problem ist nur, dass die jungen Leute in die hippen Großstädte wollen und nicht in die provinzielle Pampa.
    “ In Berlin sind über 255.000 EU-Ausländer wahlberechtigt. Ihre Zahl ist seit der Europawahl 2014 um etwa 50.000 gewachsen. Die zahlenmäßig stärksten Nationalitäten sind Polen (rund 46.000), Italiener (21.000), Franzosen (16.000), Bulgaren (15.000) und Spanier (12.000).“
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/europawahl-berlin-waechst-die-zahl-der-wahlberechtigten-schrumpft/24223338.html

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