Gesundheit ist keine Ware: Proteste gegen Profit-Geilheit im Gesundheitswesen

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20 Antworten

  1. System-Kritiker sagt:

    Die Proteste sind wichtig – auch nach der Krise. Überall muss sich etwas anders. Nicht nur im Gesundheitssystem, sondern auch in der Fleischindustrie oder der Reisebranche. Es muss hier förmlich Insolvenzen geben, damit diese Firmen keine Chance mehr haben, den Untergang kommender Generationen durch komplett nachhaltigkeitsfreies Geschäftsmodelle herbeiführen zu können. Dafür ist eine verstärkte soziale Ächtung erforderlich, so wie etwa bei der AfD oder Trump.

    • () sagt:

      Nette These bro

    • Sachverstand sagt:

      Dafür kommen dann andere Firmen! Solange das System existiert, existieren auch dessen Gesetzmäßigkeiten! Ein erster und wichtiger Schritt wäre eine rigorose Reprivatisierung und umfängliche Vergesellschaftung von Gesundheit (Inkl. Pflege, Pharmaindustrie), Bildung, Ver-/Entsorgung, Post-/Fernmeldewesen, Verkehr, Sicherheit, Wohnen (nicht der „Häuslebauer“), also von allem was man der Daseinsfürsorge zuordnen kann.

      • xxx sagt:

        „Ein erster und wichtiger Schritt wäre eine rigorose Reprivatisierung und umfängliche Vergesellschaftung von…“

        Vorsicht – gleich kommt wieder irgendein Blödi mit der Kommunismus-Keule um die Ecke…

      • McPoldy sagt:

        An der Vergesellschaftung zwischen 1949 und 1989 haben wir im Osten heute noch zu knabbern, wo die Vergesellschaftung hin geführt hat haben wir doch gesehen. Forschung zu vergesellschaften heißt Forschung nach Kassenlage, wenn kein Geld mehr da ist wird nicht mehr geforscht, genau so sieht es in den anderen Bereichen aus, warum geben Kommunen ihre Krankenhäuser auf weil die Kommunen kein Geld dafür haben. Pharmaforschung kostet MRD, man braucht Jahre für ein Medikament die erstmal vorfinanziert werden müssen ohne zu wissen ob man damit jemals 1 Euro verdient.

        • xxx sagt:

          „wo die Vergesellschaftung hin geführt hat haben wir doch gesehen.“

          Wo Privatisierung ehemaliger staatlicher Betriebe hingeführt hat, sieht man überall: höhere Preise, schlechtere Qualität, miesere Löhne, schlechtere Arbeitsbedingungen für die Angestellten, mehr Umweltbelastung, weniger Zuverlässigkeit, ständig wechselnde (meist steigende) Preise samt Tarifdschungel…

          Nur ein Beispiel: Jeder Postler arbeitet heute dreimal so viel wie vor der Privatisierung, die Angestellten der zahlreichen Post-Subunternehmer noch dazu für die Hälfte des Geldes. Früher kam einmal täglich das Postauto, heute sind es vier oder noch mehr verschiedene Unternehmen, die jeden Tag das gleiche Zustellgebiet bedienen. Früher gab man seine Pakete bei einem Beamten am Schalter ab, der das Paket sicher verwahrte, heute irgendwo im Tante-Emma-Laden, wo die Pakete oft für jeden anderen Kunden erreich- und sichtbar gelagert werden.
          Im privaten Gesundheitswesen das gleiche Bild: gestresste Billigkräfte beim Servicepersonal bei hoher Fluktuation, Belegschaft mit den Jahren oft um ein Drittel reduziert, eine Krankenschwester in der Nachtschicht alleine zuständig für 25 Patienten, darunter etliche Frischoperierte, Verringern des Angebotsspektrums und Orientierung zu teuren, oft überflüssigen OPs, Hygienemängel wegen Spardruck, miesestes Essen zu stolzen Preisen…
          …die Liste ließe sich ewig fortsetzen.

          „Forschung zu vergesellschaften heißt Forschung nach Kassenlage, wenn kein Geld mehr da ist wird nicht mehr geforscht“

          Privatunternehmen forschen auch nur da, wo sie sich satte Gewinne versprechen, darum investiert z.B. kaum einer in die Erforschung seltener Krankheiten. Die Bürger mit sowas haben eben Pech gehabt. Die Kassenlage bei einem Privatunternehmen hat eine andere Grundlage als eine staatliche Einrichtung. Beim privaten herrschen die reinen Marktgesetze, dort geht es also nur um Gewinne, nicht um Daseinsvorsorge der Bevölkerung, wozu auch medizinische Versorgung zählt. Gerade ein reiches Land kann und muss sich eine staatlich finanzierte Forschungslandschaft leisten.

          • mirror sagt:

            „Jeder Postler arbeitet heute dreimal so viel wie vor der Privatisierung, …“

            Was wollen Sie uns damit sagen? Im Öffentlichen Dienst wird nur ein Drittel der Zeit gearbeitet und den Rest des Tages liegen die alle auf der faulen Haut?

          • xxx sagt:

            „Was wollen Sie uns damit sagen? Im Öffentlichen Dienst wird nur ein Drittel der Zeit gearbeitet und den Rest des Tages liegen die alle auf der faulen Haut?“

            Nein, das möchte ich nicht sagen. Offenbar möchtest du das aber – warum auch immer – so interpretieren.
            Ich schrieb „Jeder Postler arbeitet heute dreimal so viel wie vor der Privatisierung“, d.h., er arbeitet zwar für relativ vernünftiges Gehalt, sein Zustellgebiet ist aber inzwischen so „optimiert“, dass er seine Sendungen nur im Galopp innerhalb der bezahlten Zeit abarbeiten kann. Da diesen Galopp aber auf Dauer keiner durchhält, arbeiten die meisten eben länger als sie bezahlt bekommen – und das deutlich intensiver als vor 35 Jahren. Damals hatte der Zusteller eine Tasche, manchmal zwei am Wagen. Heute haben die Postler 3 Taschen auf einmal auf ihren Rädern – und das ist nur der erste Schwung. Zwischendurch fahren sie zu ihren grauen Kästen und füllen sich wieder drei Taschen voller Briefsendungen. Die Zustellgebiete für den einzelnen Postler sind mittlerweile riesig. Die E-Fahrräder hat man nicht aus Nettigkeit für die Zusteller angeschafft. Man will vor allem verhindern, dass die Postler reihenweise mit den schwerbeladenen Rädern zusammenbrechen.
            Beim Paketzusteller ist es ähnlich, die beladen 7 Uhr ihr Fahrzeug, vor 16 Uhr sind sie meist noch nicht fertig, oftmals sieht man sie noch 17.30 Uhr herumgurken, sogar am Samstag… Früher alles undenkbar. Es gibt schlimmere Arbeitsverhältnisse bei weniger Verdienst, deshalb bleiben die meisten Postler halt dabei. Nur irgendwo sitzen große Chefs und Aktionäre, die sich im fetten Geld suhlen, auf Kosten der kleinen Zusteller. Privatisierung macht genau solche Entwicklungen möglich.

      • C.Braun sagt:

        Sachverstand, du sprichst mir aus dem Herzen !

  2. Ute sagt:

    Ein Blick auf die Veranstalterliste erübrigt jeden sinnvollen Kommentar.

  3. Profitgeier sagt:

    Schön ist immer, wenn die mit Abstand bestverdienende Berufsgruppe unseres Landes „Profitgeilheit“ diagnostiziert.
    Das gilt natürlich nieee für unsere lieben Ärzte.
    Nicht wenige Chefärzte – mittlerweile auch hier im Osten kommen auf ein siebenstelliges Einkommen p.a,
    Üppiges Grundgehalt und lustige „Belegbetten“ für Privatversicherte in der eigenen – gern auch kommunalen – Klinik machen’s möglich.
    Aber profitgeil sind natürlich immer die anderen.

    • xxx sagt:

      „wenn die mit Abstand bestverdienende Berufsgruppe unseres Landes…“

      Dann guck mal in die Finanzbranche zu den großen Jongleuren – dagegen sind Ärzte arme Schlucker und die leisten immerhin sogar was.

    • g sagt:

      ich glaube nicht das die Demonstranten von den .. sicher gut bezahlten… Chefärzten und Klinikdirektoren geschickt wurden.

      Was ist mit dem „Fussvolk“ was beklatscht und plötzlich systemrelevant ist? 60h Wochen sind da keinen Seltenheit …
      Für die muss was erreicht werden …

      danke für die seit langem mal wieder sinnvolle demo.

      • Pfleger sagt:

        Wo kommt denn das „60 h pro Woche Märchen her“?
        Und auch Krankenpfleger sind in Deutschland überdurchschnittlich gut bezahlt.
        Es ist halt ein Lehrberuf, mein Gott.
        Was wollen die?

  4. Scherzkekse sagt:

    „Profitgeilheit im Gesundheitswesen “ beklagen und im gleichen Atemzug erstmal für sich mehr Kohle fordern.
    Genau mein Humor!

  5. Kritiker sagt:

    Die Privatisierung- gemeinsam mit der Outsourcingswelle startete in den 90-zigern mit CDU/FDP an der Spitze getragen von der SPD.

    Die Meinung damals war klar, nur wenn private Strukturen in staatlichen Einrichtungen schafft, wird sparsam mit Steuergeldern umgegangen. Den Irrsinn trieb man immer weiter, zu behaupten, der Strom wird billiger und alles ander nat. auch.
    Ergebnis: Outsourcing schaffte präkere Arbeitsstrukturen im öffentl. Sektor, Wachdienste, Essenversorgung, Reinigung usw. wurden vor dem Mindestlohn mit Hungerlöhnen bedacht, während die Beamten und öff. Angestellten mit ordentlichem Geld an diesen vorbei liefen.
    Energiekonzerne wurden vom Gewinn getrieben, teilet erstmal den Markt regional auf und die Preise schossen in die Höhe.
    Krankenhäuser mussten Gewinnbringend sein, was für ein Absurdum. Damit die Kosten nicht explodieren, wird ein Abrechnungssystem, genannt DRG, eingeführt. Mit einem extremen Dokumentationsaufwand, zusätzlichen Kosten und weiteren Einsparungen. Just in Time Medizin war geboren. Aus den Augen verlor man leider immer mehr den Patienten.
    Und ja, letzlich geht es um Steuergelder oder den Beiträgen von Krankenkassen. Es wäre allerdings schön, wenn 1. der Großteil der gelder beim Patienten ankommen und nicht in immer neuere Dokumentationssysteme und 2. die Mitarbeiter ordentlich bezahlt werden, alle Mitarbeiter!

    Das was einige Kommunen mittlerweile machen, Unternehmen wieder in die öffentliche Hand zurück zuführen, um am Überschuss selbst beteiligt zu sein (Rückführung von Steurgeldern), muss auch für das Krankenhauswesen gelten. Fair bezahlte Mitarbeiter tragen nicht unwesentlich zur Qualität und auch zu einer wirtschaftlichen Stärkung der Region bei.

    • Karl Murks sagt:

      Unternehmen in öffentlicher Hand sind ineffizient, teurer und kundenunfreundlich.
      Immer.
      Wer’s nicht glaubt, kann gern mal seine Eltern befragen.
      In der DDR waren ja quasi alle Unternehmen in öffentlicher Hand. Auch das erbärmliche Gesundheitswesen.
      Hat sich nicht bewahrt. Niemals und nirgends auf der Welt.

  6. Murl Karks sagt:

    „Unternehmen in öffentlicher Hand sind ineffizient, teurer und kundenunfreundlich.
    Immer.“
    Nie.

    • Jogi sagt:

      Klar,
      deshalb läuft es auch in Venezuela und Nordkorea so super.
      Kann man aber mit 12 Jahren noch nicht wissen Murli.

      • Kritiker sagt:

        Hier scheinen einige bestimmte Dinge zu verwechseln.
        Gesundheit, Energie, Müllabfuhr können gerne in Unternehmensformen GmbH oder andere funktionieren, nur nicht als gewinnbringend Unternehmen mit Gewinnausschüttung an Aktionären, mit Tarifbindungen und keinen prekären Arbeitsverhältnissen.
        Industrie und Dienstleister, welche man als Bürger frei wählen kann, gehören in private Hände.

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