Beschlüsse beim Bund-Länder-Treffen: Das sind die 5 Öffnungsschritte

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben am Mittwoch in einer mehrere Stunden dauernden Video-Konferenz über Öffnungsschritte beraten. Die Beschlüsse sind nur eine grobe Grundlage, die einzelnen Umsetzungen nehmen die Bundesländer vor. So sind Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte in Sachsen-Anhalt bereits geöffnet.

Die weiteren Schritte sind von der Inzidenzentwicklung abhängig. Hier bleibt abzuwarten, welche konkreten Regelungen Sachsen-Anhalt trifft – ob die landesweite Inzidenz (knapp unter 100) oder die jeweilige Inzidenz in den kreisfreien Städten und Landkreisen entscheidend ist. In Halle (Saale) beträgt die Inzidenz derzeit rund 118, was damit auch mögliche Öffnungen nach hinten verschiebt.

Die fünf Öffnungsschritte im Überblick:

Öffnungsschritt 1 – Schulen, Kitas, Friseure

Der erste Öffnungsschritt ist bereits zum 1. März erfolgt. Angesichts sinkender Infektionszahlen konnten Bereiche der Schule und der Kinderbetreuung wieder öffnen. Auch Friseurbetriebe haben bundesweit unter Hygieneauflagen wieder geöffnet. Außerdem gibt es einzelne weitere Öffnungen in den Ländern. 

Öffnungsschritt 2 – Buchhandlungen und körpernahe Dienstleistungen

Der zweite Öffnungsschritt ist ab dem 8. März vorgesehen. Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte werden dem Einzelhandel des täglichen Bedarfs zugerechnet. Sie können somit auch mit entsprechenden Hygienekonzepten und einer Begrenzung der Anzahl von Kunden wieder öffnen. Vorgesehen sind eine Kundin oder ein Kunde pro 10 Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und ein weiterer für jede weiteren 20 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Ebenfalls ab 8. März können die bisher noch geschlossenen körpernahen Dienstleistungsbetriebe sowie Fahr- und Flugschulen mit entsprechenden Hygienekonzepten wieder öffnen. Für Dienstleistungen, bei denen nicht dauerhaft eine Maske getragen werden kann (etwa Kosmetik oder Rasur), sind ein tagesaktueller negativer Covid-19 Schnell- oder Selbsttest der Kundin oder des Kunden sowie ein Testkonzept für das Personal Voraussetzung.

Öffnungsschritt 3 – Einzelhandel, Museen, Außensport

Ein dritter Öffnungsschritt ist in den Ländern ab dem 8. März abhängig vom Infektionsgeschehen möglich.

Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

  • Öffnung des Einzelhandels. Dabei ist die Zahl der Kunden im Geschäft begrenzt – auf eine Kundin oder einen Kunden pro 10 Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und einem weiteren für jede weiteren 20 Quadratmeter.
  • Öffnung von Museen, Galerien, zoologischen und botanischen Gärten sowie Gedenkstätten
  • kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen von maximal zehn Personen im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen

Bei einer stabilen oder sinkenden 7-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

  • Einzelhandel kann mit Terminshopping-Angeboten öffnen („click and meet“): eine Kundin oder ein Kunde pro angefangene 40 Quadratmeter Verkaufsfläche mit Terminbuchung für einen begrenzten Zeitraum
  • Museen, Galerien, zoologische/botanische Gärten und Gedenkstätten mit Terminbuchung
  • Individualsport zu zweit und Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren – im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen

Dabei ist eine sogenannte Notbremse vorgesehen: Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten ab dem zweiten darauf folgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.

Öffnungsschritt 4 – Außengastronomie, Theater, Sport

Der vierte Öffnungsschritt  ist abhängig vom Infektionsgeschehen und kann erfolgen, wenn sich die 7-Tage-Inzidenz nach dem dritten Öffnungsschritt in dem Land oder der Region 14 Tage lang nicht verschlechtert hat.

Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

  • Öffnung der Außengastronomie
  • Öffnung von Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos
  • kontaktfreier Sport im Innenbereich, Kontaktsport im Außenbereich

Bei einer stabilen oder sinkenden 7-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

  • Öffnung der Außengastronomie mit Terminbuchung. Sitzen an einem Tisch Personen aus mehreren Hausständen, ist ein tagesaktueller negativer Schnell- oder Selbsttest erforderlich 
  • Öffnung von Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos für Besucherinnen und Besucher mit tagesaktuellem negativem Schnell- oder Selbsttest
  • kontaktfreier Sport im Innenbereich und Kontaktsport im Außenbereich mit tagesaktuellem negativem Schnell- oder Selbsttest

Dabei ist eine sogenannte Notbremse vorgesehen: Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten ab dem zweiten darauf folgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.

Öffnungsschritt 5 -Freizeitveranstaltungen, Einzelhandel, Sport

Der fünfte Öffnungsschritt kann – wiederum in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen – erfolgen, wenn sich die 7-Tage-Inzidenz nach dem vierten Öffnungsschritt in dem Land oder der Region 14 Tage lang nicht verschlechtert hat.

Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

  • Freizeitveranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Freien
  • Kontaktsport in Innenräumen

Bei einer stabilen oder sinkenden 7-Tage-Inzidenz zwischen 35 und 100 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

  • Einzelhandel mit Begrenzung des Kundenzulaufs
  • kontaktfreier Sport im Innenbereich, Kontaktsport im Außenbereich (ohne Covid-19-Test)

Dabei ist eine sogenannte Notbremse vorgesehen: Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten ab dem zweiten darauf folgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.

So geht es weiter

Über die Perspektiven für weitere Bereiche wie Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen, Reisen und Hotels wollen Bund und Länder bei ihrer nächsten Sitzung vorausichtlich am 24. März beraten. Dabei soll die angelaufene Teststrategie, das Impfen, die Verbreitung von Virusmutanten und andere Einflussfaktoren berücksichtigt werden.

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34 Kommentare

  1. Fadamo sagt:

    Verdient die Pharmazie auch an den Tests ?

  2. Fritz sagt:

    Wie hörte ich es neulich: dass einzige was zur Zeit eingehalten wird, ist, dass die Kanzlerin Beschlüsse vorgibt und sich die Bundesländer nicht daran halten (müssen). Dank unserem MP ist ja schon seit 1. März der beschlossene 8. März 🙂

  3. andrea sagt:

    Ich muss mal meine Gedanken loswerden. Nach wie vor, verstehe ich überhaupt nicht, den Unterschied zum Einzelhandel und Discounter. Wo der Einzelhandel aufmachen durfte, war das einkaufen viel angenehmer, denn da gab es kein Gerangel und es waren auch nicht viele Kunden auf einen Fleck. Das Hygienekonzept wurde zu 100% erfüllt. Anders im Discounter. Massen an Menschen, Abstand einhalten gleich null. Oder nehmen wir mal die Züge, die Straßenbahn. Auch da sind sehr viele Menschen drin und dasnim geschlossenem Raum und über eine längere Zeit. Da sehe ich eher die Verbreitung des Virus oder im Discounter. Das einzige was geschehen wird ist, dass es viele Einzelhändler nicht schaffen werden mit dieser Entscheidung, die ich persönlich sehr nachdenklich finde, denn wie ich schon erwähnt habe, war der Einzelhandel ein Beispiel dafür für eingehaltenes Hygienekonzept. Daher ist es mir unbegreiflich, dass diese nicht aufmachen dürfen.

    • Hans G. sagt:

      Lass mich raten, Du bist im Einzelhandel tätig? Beim Discounter ist man zumindest bemüht, aus guten Gründen. Im Einzelhandel und der Gastro existierten Hygienekonzepte häufig nur auf dem Papier.

      Das der Gang zum Supermarkt alternativlos ist, dürfte klar sein. Auf den Gang in den Klamotten Laden kann man ohne größere Schäden sehr lange verzichten.

      • Daniel M. sagt:

        Der Gang zum Supermarkt ist alterntivlos? Entweder sie sie völlig fantasielos oder leben in eienr Fantasiewelt.

      • ah sagt:

        das war nich ganz die Antwort auf ihre Frage. Discouter = sollte heissen Dinge zum täglichewn Gebrauch wie Nahrungsmittel und alltägliche Dinge. Einzelhandel[in diesem Falle) = Schuhe, KLamotten und soweiter 😉
        und andrea, du hast recht es ist alles sehr verwirrend.
        und HAns … die Hygienekonzepte sollten schon auf Papier sein 😉 dan sonst nimmt das Gesundheitsamt sie nich ab 😉 Alles andere is eine ungenauer wahrnehmung. DIe hygienekonzepte wurde in allen Bereich des Verkaufs immmer Umgestzt 😉 bissel mehr die augen auf machen beim stadt spaziergang.

      • andrea sagt:

        Nein…bin ich nicht.

      • Nein_zum_Lockdown sagt:

        @Hans G. so ganz richtig im Kopf bist du aber auch nicht?!

    • Sunny sagt:

      Der Meinung bin ich auch.

    • 10010110 sagt:

      Der Grund ist, dass es sich nicht so anfühlen soll wie immer. Wenn die Leute überall einkaufen gehen können wie sie wollen, dann werden sie das auch verstärkt tun, was das Gegenteil von dem ist, was erreicht werden soll, nämlich nur die allernötigsten Wege zu erledigen.

      Es ist total verständlich, dass jede einzelne Maßnahme für sich betrachtet als sinnlos angesehen wird, weil andere ja auch öffnen dürfen etc., aber in Summe ergibt das dann schon einen gewissen Sinn. Es soll in der derzeitigen Situation einfach nicht alles „normal“ sein.

      • rolf sagt:

        „allernötigste Wege“… Was haben denn die Menschen gemacht, sie sind zum trödeln zu Globus und Kaufland gegangen. Teilweise haben sie sich auch zum Schwatzen dort getroffen.
        Interessiert ja niemanden aber der böse Einzelhandel…
        Die Menschen werden immer eine Lücke suchen und auch ausnutzen.

    • Sachverstand sagt:

      Da geht es, meine Meinung, einzig um die Vermeidung von Menschenmengen im öffentlichen Bereich (Ladenstraßen, Plätze etc.pp.). Ansonsten kann man das in einem kleinen Laden besser Steuern, da gebe ich Ihnen absolut Recht. Deshalb wird es da andere Gründe für Nichtöffnungen geben. Einen habe ich genannt und meine, dass ich damit so falsch nicht liege.

  4. TD sagt:

    Und da soll jetzt noch jemand durchblicken? Deutschlands Pandemie Bekämpfung – gefangen in Unterpunkten

  5. klaus sagt:

    Ergo: alle Mannschaftshallensportarten sind damit dauerhaft verboten. Selbst bei einer Inzidenz von 0. Läuft.

    • darf ich fragen ? sagt:

      Welcher Mannschaftshallensportart möchtest du denn nachgehen?

      Dauerhaftes Verbot ist allerdings maßlos übertrieben.

    • Hans G. sagt:

      Ja, bis in alle Ewigkeiten. Mindestens.

    • MS sagt:

      Steht im Konzept: Ab 5.4. bei einer Inzidenz unter 50. Würden sich die Leute mal endlich an Maskenpflicht und Hygieneregeln halten, wären wir längst soweit…

    • Sachverstand sagt:

      Das ist letztlich auch völlig egal, ob in der Halle oder im Freien, wenn es sich um überörtliche (z.B. Landesliga, Verbandsliga Fußball) oder überregionale (z.B. Oberliga Fußball) Amateurligen handelt, wird man bei dem Regelchaos keinen regulären Spielbetrieb durchführen können. „Verein A“ aus „B“ könnte zwar aufgrund dortiger Inzidenz spielen, kann aber nicht zum Auswärtsspiel zu „Verein C“ in „D“, weil es die Inzidenz in „D“ nicht zulässt. Aus diesem Grund kann „Verein C“ auch nicht trainieren und somit entfällt allein dadurch auch die Möglichkeit, dass Spiel einfach zu drehen. Was bei Häufung dann natürlich auch zu einem nicht hinnehmbaren Wettbewerbsnachteil führen würde. Nee, nee, die Saisonmessen im Amateurbereich sind gelesen und das Ganze wird auch erst bei einer Impfquote von 60-70% wieder normal laufen. Also hoffen wir auf die Saison 2021/2022, dass ist meine Meinung.

  6. Pandemie sagt:

    die Agenda wird voll umgesetzt, noch vor Monaten als Verschwörungstheorie verspottet, erfüllt sie sich jetzt und der Dummmichel freut sich

    • JEB sagt:

      So ist es.

      • Vroni sagt:

        „So ist es“ heißt, du freust dich? Dann wärst du ja der Dummmichel.

        Übrigens könnte man die schrittweise Öffnung als Gegenteil von Dauerlockdown verstehen. Aber da ich kein Dummmichel bin, verstehe ich das wohl anders. Habt Spaß in eurer Verschwörungsblase.

  7. Jetzt sagt:

    Oh das laute Geschrei immer

  8. Talec sagt:

    Spannend wird es, wenn der Norden von Sachsen-Anhalt (Kreise und Städte mehrheitlich schon länger unter 100) Sachen darf, die der Süden (Kreise und Städte mehrheitlich aktuell über 100) nicht darf, wie es der Ministerpräsident zu planen scheint (was beschlossen wird, zeigt sich heute). Oder um es noch regionaler auszulegen: was wird wohl passieren, wenn am Süßen See (MSH ist sogar unter 50) und im Harz Außengastronomie öffnen darf, in Halle und dem SK aber nicht?

  9. kitainsider sagt:

    Es ist eine Eingestehen des Scheiterns, dass man immer noch nichts intelligenteres hat als den billigen Inzidenzwert. Der ist beliebig über die Anzahl der Test steuerbar. Andere Länder impfen und machen auf. Deutschland bleibt in der Methodik des Mittelalters hängen. Ein Armutszeugnis

    • Tim Buktu sagt:

      Komplettes Staatsversagen. Alle Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Dieses Jahr sind mehrere Wahlen, macht was draus! Allerdings wählt der deutsche Michel traditionell den Schlachter, der ihn zur Schlachtbank führt…

  10. Sachverstand sagt:

    Holt Impfstoff ran, startet dann eine Impfkampagne (Bleibe dabei, nach Wohngebiet oder alphabetischer Reihung mittels Einladung/Terminierung) unabhängig Alter, Gruppe und weiß der Fuchs! Dieses Regelchaos mit wieder x Auslegungsvarianten für jedes Kaff nervt mehr, als die notwendigen Einschränkungen. Was so ein kleines Land wie Israel gebacken bekommt, muss doch wohl in einem hoch entwickelten Industrie und Forschungsstandort a la D erst recht machbar sein! Die ganzen App-Spielereien, umständliche Anmeldeverfahren, alles uneffektiv verpuffte Energien anstatt sich auf das einzig Wirksame zu konzentrieren und hier die Kräfte zu bündeln: Impfen, Impfen, Impfen!

  11. Bürger von Halle sagt:

    Die Discounter, Baumärkte und sonst was, sind voller denn je… Weil der konsumabhängige und dazu erzogene Mensch nun einmal gern einkauft.

    Das ist ja wohl auch nicht Sinn der Sache…

    Außerdem kommt die 3.Welle so oder so!!
    Man kann nicht jedes Jahr immer schließen, schließen, schließen…
    Wir müssen mit dem Virus leben.
    Und die Impfungen werden auch nicht die Rettung sein…
    Das kann man sich doch alles denken.
    Dafür muß man kein Politiker sein und auch nicht studiert haben.

  12. Walter Ulb sagt:

    Das ist lustig😄
    Die 3.Welle ist schon da. Bin mal gespannt wann( ca. 2 Wochen) diese Beschlüsse wieder in den Mülleimer fliegen.