“Ordnung wäre nicht aufrecht zu erhalten”: Stadtverwaltung gegen feste Plätze für verschenken-Kisten

Die SPD-Stadtratsfraktion hatte vorgeschlagen, dass die Stadtverwaltung von Halle (Saale) feste Standorte für sogenannte “Verschenken”-Kisten einrichtet. Damit soll der Wildwuchs auf den Fußwegen eingedämmt werden.

“Das Weiterverschenken der Inhalte der Kisten noch brauchbarer Gegenstände” schone Ressourcen, hieß es in der Anregung der SPD-Stadtratsfraktion, und biete zudem “Menschen mit kleinem Geldbeutel die Möglichkeit, die angebotenen Dinge weiter zu nutzen und Geld zu sparen.”

Die hallesche Stadtverwaltung ist aber dagegen. Sie sieht bei der Einrichtung einen hohen Aufwand, schließlich müssten diese Orte frei zugänglich sein, “die Ordnung wäre nicht aufrecht zu erhalten”, sagte Oliver Paulsen im Hauptausschuss. Wer die Kisten vor eigenem Haus ablegt, fühle sich noch halbwegs verantwortlich, so Paulsen.

Bereits im Sommer positionierte sich die Stadtverwaltung gegen die Kisten. Die zu verschenkenden Gegenstände seien nur im Hauseingang und in Absprache mit dem Hauseigentümer und nicht im öffentlichen Wegebereich abzulegen. Weiterhin müsse in regelmäßigen Abständen vom Anbieter geprüft werden, dass die Gegenstände sich nicht auf dem Gehweg oder auf der Straße verteilen. Durchnässte Bücher oder Kleidungsstücke werden schnell zu Abfall. Dann handelt es sich nicht mehr um Gegenstände, die noch einem Zweck dienen. Diese sogenannte illegale Abfallentsorgung kann mit Bußgeld geahndet werden.

Die Vermittlung von Gebrauchsgegenständen bietet auch die Stadt Halle (Saale) an: Gut erhaltene Möbel oder auch elektrische Geräte können über die „Brauch-Bar“ vermittelt werden. Mehr Infos auf www.halle.de  unter „Dienstleistungen“.

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13 Antworten

  1. Emmi sagt:

    Da hat jemand keine Ahnung von „Brauch-Bar“. Ich hab das mal probiert, sehr ernüchternd. Entweder keine Zeit oder kein Bedarf, kein Platz….ohne zu schauen war es zu alt. Kann man vergessen

  2. Oliver Mumpitz sagt:

    Wie wäre es mit einem Bürgerbegehren? Dann könnte man der Stadtselbstverwaltung mal die Arschkarte zeigen und einhämmern, dass Bürger nachhaltiger sind als die Stadtselbstverwaltung.

  3. Crixus sagt:

    Also für mich ist das aussortierter Müll -ohne jemanden zunahe zu treten.

  4. joerg sagt:

    Ich kenne dies von Baden Württemberg, da läuft dies bei einigen Gemeinden über Recycling Höfen. Läuft ziemlich gut.

  5. Rettet die Stadt sagt:

    Die verschenken Kisten Schaden, niemanden. Die Stadt soll sich lieber um die Graffiti Schmierer und Straßenräuber kümmern. Aber mit solchen Aktionen kann man von den wirklichen Problemen ablenken. Macht die Stadt sauberer und sicherer.

  6. Robert sagt:

    Was hat der Paulsen denn da für einen Aufwand ?
    Er muss doch nicht in jede Kiste rumwühlen.

  7. Aufwendig sagt:

    Bevor ich die Kiste wohin bringen muss wird sie eben entsorgt, der Aufwand wäre mir sonst zu groß.

  8. Thomas Hahmann sagt:

    Wenn es Wildwuchs gibt, dann aufgrund dieser dämlichen E-Roller, die an den dämlichsten Punkten rumliegen. Da muss ich jeden Tag ausweichen. Über eine Kiste bin ich noch nicht gestolpert…

  9. Uwerid sagt:

    Lass die Bürger doch mal was tun