Zahl der Messerangriffe gesunken: Sachsen-Anhalt von 1.069 auf 936, in Halle (Saale) von 158 auf 144

Die Zahl der Messerangriffe in Sachsen-Anhalt ist im vergangenen Jahr um etwa zwölf Prozent gesunken. Aus der Polizeilichen Kriminalstatistik geht hervor, dass es im Jahr 2024 insgesamt 936 Angriffe mit dem Tatmittel Messer gab. Das sind 133 Fälle weniger als im Vorjahr (1.069) und damit ein Rückgang um 12,4 Prozent.

Mehr als die Hälfte aller Delikte in 2024 (481 Fälle) wurden als Bedrohungen eingestuft (2023: 574 Fälle). Weitere Schwerpunkte bilden Körperverletzungsdelikte mit 293 Fällen (2023: 291 Fälle) und Raubdelikte mit 120 Fällen (2023: 155 Fälle). Die Landespolizei Sachsen-Anhalt konnte im vergangenen Jahr insgesamt 795 Fälle von Messerangriffen aufklären. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 85 Prozent.

In Halle (Saale) wurden im Jahr 2024 insgesamt 144 Messerangriffe registriert, ein Jahr zuvor waren es 158, so ein Polizeisprecher. Die Aufklärungsquote bei diesen Taten lag in der Saalestadt bei 68,8%. Der Anteil von Tatverdächtigen , die keine deutsche Staatsbürgerschaft besaßen, betrug 68%.  Im Bereich der Raubstraftaten waren im Jahr in Halle 2024 57 Fälle (2023 = 316 Fälle und 2024 = 376) mehr zu verzeichnen. 

Innenministerin Dr. Tamara Zieschang: „Die rückläufigen Zahlen der Messerangriffe in Sachsen-Anhalt könnten ein Hinweis darauf sein, dass die Maßnahmen der Landespolizei zur Kriminalitätsbekämpfung und Prävention Wirkung zeigen. Gleichwohl bleibt die Zahl der Taten weiterhin hoch. Daher gilt es bei den repressiven und präventiven Anstrengungen nicht nachzulassen. Das im vergangenen Jahr bundesweit geregelte Verbot von Messern jeder Art bei allen öffentlichen Veranstaltungen ermöglicht der Landespolizei anlasslose Kontrollen. Diese Möglichkeit wurde und wird auch weiterhin konsequent genutzt, um Messerverbote gezielt durchzusetzen.“

Im Bereich der Messerangriffe wurden im Jahr 2024 insgesamt 800 Tatverdächtige (2023: 942) ermittelt; darunter 696 Männer und 104 Frauen. Etwa 68 Prozent der Tatverdächtigen waren Erwachsene (2024: 546; 2023: 613). Knapp 16 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen waren Jugendliche (2024: 127; 2023: 158) und mehr als acht Prozent waren Kinder (2024: 67; 2023: 78).

Die Anteile der tatverdächtigen Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder entsprechen damit in etwa den Anteilen des Vorjahresniveaus.

Von den im Jahr 2024 ermittelten Tatverdächtigen waren insgesamt 34,4 Prozent bzw. 275 Personen nichtdeutscher Herkunft. Unter ihnen waren insbesondere Personen mit syrischer und afghanischer Staatsangehörigkeit vertreten. Im Jahr 2023 lag der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei 34,7 Prozent bzw. 327 ermittelten Tatverdächtigen.

Im Vergleich zum Jahr 2023 ist die Zahl der Opfer im Phänomenbereich Messerangriff im Jahr 2024 leicht gesunken. Insgesamt wurden 1.145 Betroffene erfasst (2023: 1.296 Betroffene); davon waren 832 Männer und 313 Frauen. Etwa 28 Prozent bzw. 325 Opfer waren nichtdeutscher Herkunft. Davon betroffen waren mehrheitlich syrische und afghanische Staatsbürger.

In den zurückliegenden Jahren war die polizeiliche Präventionsarbeit geprägt von präventiver Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen in Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen in Form von Projekttagen und Vortragsveranstaltungen. Ein besonderer Schwerpunkt lag hierbei auf der Gewaltprävention, mit dem Ziel, junge Menschen frühzeitig aufzuklären und zu sensibilisieren, beispielsweise auch im Umgang mit Waffen und der damit einhergehenden Selbstgefährdung. Darüber hinaus werden regelmäßig landeseigene sowie vorhandene Medien des Programms Polizeiliche Kriminalprävention (ProPK) genutzt oder es wird sich an bestehenden Kampagnen, wie beispielsweise „Aktion tu was“ oder „Zivile Helden“, orientiert.

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7 Kommentare

  1. Der metzger sagt:

    Ist schon interessant, wie man importierte Gewalt schön rechnet. Vorher war das verschwindet gering . Jetzt feiern wir, wenn mal ein paar weniger Delikte sind.Tolle Statistik

    • jawoll sagt:

      Jede Verbesserung ist schlecht.

      • 10010110 sagt:

        Wenn es vorher eine Verschlechterung gab und die Verbesserung nur die Hälfte davon ausgleicht, ist es insgesamt immernoch eine Verschlechterung.

        • Schwachauge sagt:

          Alternative: es wird nicht besser und ist insgesamt noch schlechter als jetzt.

          Ist das jetzt besser?

          • 10010110 sagt:

            Wenn man immer nur von zwölf bis Mittag denkt, dann fühlt man sich vielleicht gut, weil man ein paar Symptome gelindert hat. Es gab aber auch Leute, die das Unheil von vorn herein abwenden wollten. Auf die wollte keiner hören. Nächstes Mal vielleicht? Oder macht man dann die gleichen Fehler einfach nochmal?

  2. Diana sagt:

    Sollte man nicht die Statistik von VOR 2015 in den direkten Vergleich setzen?!

  3. Tom sagt:

    Einer ist immer noch zu viel.

  4. Paul Zeltbrand sagt:

    So eine völlig blödsinnige Info. Wer lässt sich von dieser Schönfärberei hinters Licht führen.

  5. Tommy sagt:

    Statistisch gesehen,Monatlich 12 Messerangriffe.
    Statistisch gesehen.,aller 2,5 Tage ein Messerangriff in unserer schönen, sicheren Stadt!

  6. Wennemann sagt:

    Die beste Prävention in Sachen innere Sicherheit ist Grenzschutz. In Polen, Ungarn oder auch Dänemark ist exzessive Messerei kein Thema.

  7. 🤦‍♂️ sagt:

    „Der Anteil von Tatverdächtigen , die keine deutsche Staatsbürgerschaft besaßen, betrug 68%.“

    Aussagekräftiger wäre die Herkunft, da die deutsche Staatsbürgerschaft heute leider verschlenkert wird.

    • Breslauer sagt:

      Ab wie viel Generationen ist man deutsch (arisch?) genug für dich?

      • @Dummfrager sagt:

        Wenn man hier sozialisiert wurde.

      • Jumper sagt:

        @Breslauer, ab dem Zeitpunkt, wo man Kultur,Denkweise,Traditionen des „Gastgebendes und Schutzgebenden „Landes akzeptiert und achtet,jedem seine Religion und Kultur. Deinen Faschismus akzeptiert man doch auch! Wenn auch Zähneknirschend!