Baustellen-Diskussion im Planungsausschuss: wird Halle lahmgelegt?

verkehrskoordinator

Seit Monaten nehmen die Baustellen in Halle zu. Und auch wenn einige Baustellen vor der Fertigstellung, es kommen neue hinzu – wie die Merseburger Straße, die B6 oder die Pfälzer Brücke.

Am Dienstag nun hatte der Planungsausschuss das Thema Koordinierung der Baustellen auf der Tagesordnung. Dazu wurde Verkehrskoordinator Olaf Weise eingeladen. Der hat ein Büro für Verkehrssicherung mit 12 Mitarbeitern und ist offizieller Verkehrskoordinator der Stadt. Wie er sagte, gebe es alle 14 Tage Koordinierungsberaten mit der HAVAG und den Verkehrsbehörden. Einige Verbesserungen habe man durchsetzen können. Beispielhaft nannte er die zusätzliche Rampe an der Hochstraße wegen des Abrisses der Mühlgrabenbrücke, also der Auffahrt vom Glauchaer Platz zur Hochstraße. Im Bereich Franz-Andres-Straße / Adam-Kuckhoff-Straße wurde kürzlich eine zusätzliche mobile Ampel installiert. Die sei nötig, weil dort wegen der Sperrung der Martha-Brautzsch-Straße mehr Autos lang fahren und man den Schulweg zur IGS absichern wollte. Ein „ziemliches Durcheinander“ habe es die vergangenen Tage am Dessauer Platz gegeben. Dies habe an einer falschen Programmierung der Ampel im Zusammenhang mit der Sperrung der Dessauer Straße gelegen. Nach Ende der Herbstferien kommende Woche soll das Problem behoben sein.

Weise gab auch einen kleinen Einblick in erwartete Befürchtungen, die so nicht eingetreten sind. So hatte man befürchtet, dass die Ampel an der Waisenhausapotheke wegen der Baustelle auf der Hochstraße für einen 2,5 Kilometer langen Rückstau sorgt. Dadurch war sogar geplant worden, die Hochstraße nur in eine Richtung freizugeben. Deutlich mehr Behinderungen habe man auch am Böllberger Weg erwartet.

Mit einer Software analysiert Weise die erwarteten Verkehrsströme, die durch anstehende Baustellen entstehen. Aktuelle Verkehrszunahmen gibt es in der Berliner Straße, auf der B100, am Steintor, der Wolfensteinstraße und der Paracelsusstraße. Weil beispielsweise im kommenden Jahr die Pfälzer Brücke zwischen Robert-Franz-Ring und Neuwerk gesperrt wird, befürchtet Weise an der Kreuzung Große Wallstraße / Moritzburgring deutlich mehr Verkehr. Möglicherweise müsse auch dort auch eine provisorische Ampel installiert werden. In den kommenden Jahren muss auch das Lutherviertel mit deutlich mehr Autoverkehr rechnen. Grund ist hier die schrittweise Sanierung der Merseburger Straße.

Christoph Bernstiel (CDU) meinte, durch die ganzen Baustellen werde Halle lahmgelegt. „Ich weiß nicht, warum alle Maßnahmen zeitgleich stattfinden müssen? Kann man nicht eine abschließen und die nächste beginnen?“, fragte er. „ich weiß nicht, ob es das Ziel ist, die Stadt komplett lahm zu legen. Das kann doch nicht die Lösung sein“, so Bernstiel. Doch damit ist er bei Weise an der falschen Adresse. Der hat nämlich mit der Genehmigung der Baustellen nix zu tun. „Wir sind ein Planungsbüro mit der Aufgabe, die genehmigten Baustellen so zu koordinieren, um ein Angebot für den Individualverkehr vorzuhalten“, so Weise. Der lässt nur berechnen, welche Auswirkungen die Sperrungen der Straßen auf andere Straßenzüge haben. Bei ihm gehe es nur um die Verlagerungen der Verkehrsströme.

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