Autoarme Altstadt: so hat Halle abgestimmt

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71 Antworten

  1. Avatar sandra sagt:

    größte Zustimmung hat der Bürgerentscheid dabei in Tornau???? In TORNAU? Haben die keine eigene innenstadt ?
    Und was sagen die leute die wirklich in der innenstadt von halle leben?

  2. Avatar PF sagt:

    Dann ist jetzt der richtige Punkt, um sich ein besseres Konzept mit mehr Weitsicht zu überlegen, was dann auch nicht gestoppt werden muss, weil es für alle funktioniert und was bringt.

  3. Avatar T. sagt:

    Weg mit diesem Schwachsinn… Strassen ordentlich ausbauen noch 2 Parkhäuser und dann klappt das auch mit den Autofahrern.

  4. Avatar Johann S. sagt:

    Naja, dann müssen eben die Radfahrer dafür sorgen, dass die Innenstadt autofreier wird.

  5. Avatar Harald sagt:

    Lustig. Alle die es nicht betrifft, entscheiden, wie es bei anderen vor der tür aussehen soll.
    Dabei bestellen 90% ihre kacke bei amazon und sind seit jahren nicht in der innenstadt gewesen. Hallo Zukunft, wir bleiben in den 90ern!

    • Hallenser Hallenser sagt:

      Müssen bei Amazon „die Kacke“ kaufen.

    • Avatar Stadtrandkan..e sagt:

      Und genau diese Fehleinschätzung trübt das grüne Selbstbild. Gerade die Bewohner der Randlagen wären betroffen. Denn die dürften nicht mehr mit dem Auto in die Altstadt und könnten dank super Anbindung auch nicht auf den ÖPNV ausweichen oder eben die 3 Meter zum Rathaus laufen.
      Frage außerdem: Wenn den Paulianern so sehr an einer autofreien Zone liegt, weshalb gibt es dann dort so viele Fahrzeuge? Wenn alle Altstadtbewohner ihre Autos abschaffen würden, gäbe es mit den paar Hanseln vom Stadtrand (Zitat) auch keine Probleme

      • Avatar Freddy sagt:

        Genau so ist es. 👌

      • Avatar I want you panic sagt:

        Absolut richtig!

        Einwohner aus dem (im Gegensatz zur Altstadt) völlig zugeparkten Paulus-Viertel und der dörflichen Randlage Kröllwitz haben genauso viel Stimmrecht wie der Stadtteil Tornau. Die angeblich so klimabewussten Paulus-Viertel Bewohner können den Altstädtern gern Vorbild sein, indem sie erstmal ihr eigenes Viertel (über den von ihnen gepredigten Autoverzicht) von den „Blechmonstern“ säubern.

        Abgesehen davon ist schon allein das Abstimmungsergebnis in der Altstadt eine schallende Ohrfeige für den Stadtrat und ein Sieg für direkte Demokratie.

    • Avatar S. sagt:

      …schon mal was von Demokratie gehört?Ohne die,die es nicht betrifft,wär die Innenstadt leer…..Es steht doch jedem frei an den Stadtrand zu ziehen….

  6. Avatar So sagt:

    Endlich haben die Hallenser gezeigt, dass nicht nur Radler in der Stadt wohnen

    • Avatar Falk sagt:

      Das war ja auch wirklich wichtig, dass das mal gezeigt wird. Ich hatte doch tatsächlich bis gestern den Eindruck, dass nur Fahrradfahrer in der Stadt wohnen. Unerträglich geradezu, wie sie zu tausenden die Straßen verstopfen, die Gehwege zuparken, Flächen okkupieren, die man auch begrünen könnte, Lärm machen und die Luft verpessten.

  7. Avatar So sagt:

    Hoffentlich dürfen weiterhin notwendige Autofahrten in die Stadt stattfinden

  8. Avatar Anwohnerin sagt:

    yippie 🥳

  9. Avatar Falk sagt:

    Wieso durften Tornauer und andere umliegende Ortschaften mitentscheiden, wie es in der Innenstadt aussieht?! Und welche Arroganz und Selbstgefälligkeit spricht aus ihrer Entscheidung! Sie selbst wollen ruhig im Grünen wohnen, und die Innenstadt sehen sie offenbar als besseres Einkaufszentrum?! Welch überheblicher und aus der Zeit gefallener Anspruch, immer alles per Auto erreichen zu wollen. Wie würde es euch gefallen, wenn wir täglich(!) zu hunderten und tausenden nach Tornau fahren und unsere SUVs vor euren Haustüren und auf euren Wiesen und Gehwegen und Spielplätzen stapeln?! Ihr widert mich an in euer Selbstsucht und eurer Ignoranz den Menschen gegenüber, die hier in der Enge der Stadt unter eurer Gier nach Bequemlichkeit leiden. Nur keine hundert Meter laufen müssen! Koste es, was es wolle. Hier in der Innenstadt leben auch Menschen, die ein lebenswertes Umfeld wollen. Und die wollen die Autos offenbar nicht mehr! Weit über 50 Prozent wollen die autofreie Innenstadt. Holen wir sie uns wieder!

    • Avatar Hazel sagt:

      Tornau gehört zu Halle. Es ist ein Stadtteil und es haben alle Hallenser abgestimmt. Warum sollen nur Menschen der Innenstadt abstimmen?

      • Avatar Falk sagt:

        Weil die Menschen in der Innenstadt die Menschen sind, die unter den Autos leiden! Täglich 24 Stunden lang. Sie können nicht auf Fußwegen laufen, weil dort reihenweise „Panzer“ stehen. Laufen sie auf der Straße, werden sie von anderen wütenden Autofahrern angehupt (günstigstenfalls). Ihre Kinder finden keinen Raum zum Spielen. Ihre Luft findet keinen Baum zur Photosynthese. Ihr Ohr keinen Ort der Ruhe.

        Die Tornauer „leiden“ dagegen unter einer autoarmen Innenstadt nur dann, wenn sie gelegentlich und aus freier Entscheidung zum Shoppen oder Rotweintrinken oder Kultur genießen, in die Stadt wollen. Und ihr „Leiden“ beschränkt sich dann auch darauf, dass sie vom Parkhaus am Innenstadtring hundert bis zweihundert Meter zum eigentlichen Ziel laufen müssen. Da ist einfach ein Unterschied in den zu ertragenden Folgen einer solchen Entscheidung. Deshalb finde ich es unangemessen, dass diese Stimmen mit der gleichen Gewichtung in die Waagschale geworfen werden, wie die der direkt Betroffenen. Deren Leid blenden sie bei ihrem NEIN zu autofrei aus. Um ihrer eigenen Bequmlicheit Willen. Das ist menschlich mies. Ungeachtet allen Wahlrechts.

        • Avatar Hazel sagt:

          Als Bewohner einer Stadt wohnt man halt an Straßen. Die einen sind lauter und die anderen Straßen leiser. Wer seine Ruhe habe möchte, soll auf den Acker ziehen bzw. ins Umland.

          • Avatar Nut sagt:

            Straßen geben – sofern ordnungsgemäß gebaut – im Normalfall keinen Ton von sich. Grund für die Lautstärke muss also was anderes sein. Du kommst drauf. 😉

          • Avatar 10010110 sagt:

            Diese Anwort ist arrogant und menschenfeindlich. Straßen sind nicht einfach so lauter oder leiser, sie werden laut (oder leise) gemacht, und zwar vor allem von denen, die gar nicht an diesen Straßen leben, sondern sie nur als Durchgangsstraße nutzen.

            Die, die Verursacher des Lärms müssen in ihre Schranken gewiesen werden, nicht die, die davon betroffen sind. Ich kann dir ja auch mal vor die Tür kacken und dann sagen: „Zieh doch einfach weg, wenn es dir nicht gefällt!“ 🙄

          • Avatar Falk sagt:

            Wenn sie polemisch werden, werde ich es auch mal: Als Bewohner des Umlands wohnt man halt im Umland. Oder auf dem Acker, wie sie sich ausdrücken. Der eine Ort bietet dort mehr, der andere weniger. Wer Sushi essen will oder ins Kino oder ins Theater oder in die Oper, oder beim Einkauf mehr Auswahl haben will als der Dorfladen bietet, dar soll halt in die Stadt ziehen.
            Aber da hat er dann leider keine Ruhe mehr. Weil die „vom Acker“ möglichst ungehindert mit dem Auto rein- und rausfahren wollen, damit sie von beidem die Rosinen kriegen – von der Vielfalt der Stadt und von der Ruhe des Landes. Dass sie NICHTS von ihren Vorteilen zu opfern bereit sind, damit auch die Kinder in der Stadt vielleicht eine Wiese zum Spielen finden können (die ihre eigenen Kinder selbstverständlich haben) oder zumindest eine Straße, auf der sie auch mal Ball spielen können, statt Auspüffe zählen, ist mies und egoistisch.

          • Avatar Autofahrer sagt:

            „ungehindert mit dem Auto rein- und rausfahren wollen…“ Nein, nicht wollen. MÜSSEN! Auch die Leute „vom Acker“ wollen in die Oper, ins Theater etc. Auch das bringt Geld in die Stadt. Nun kann man sich denken, dass z. B. nach 22 Uhr kein Bus oder Bahn mehr aufs Dorf fährt. Irgendwie muss man ja nach Hause kommen, auch spät abends oder in der Nacht.

          • Avatar CAPSLOCK sagt:

            „Auch die Leute „vom Acker“ wollen in die Oper, ins Theater etc.“

            Ja, sie WOLLEN, aber das MÜSSEN sie nicht mit dem Auto. Im Satz direkt davor hast du den Unterschied richtigerweise BETONT leider direkt im Anschluss wieder „VERGESSEN“.

            Es gibt Alternativen zum Parken in der Altstadt. Bereits jetzt könnt ihr Ackerbürger nicht direkt vor der Oper, dem Theater etc. parken. Dein Argument ist also keins.

          • Avatar Achso sagt:

            „Nein, nicht wollen. MÜSSEN! Auch die Leute „vom Acker“ wollen in die Oper, ins Theater etc“
            Dann können sie gerne in die Stadt ziehen. Siehe Hazels „Argument“, dass man ja aufs Land ziehen könne, wenn man seine Ruhe haben will.

        • Avatar xxx sagt:

          „Sie können nicht auf Fußwegen laufen, weil dort reihenweise „Panzer“ stehen.“

          Das verstößt auch jetzt schon gegen die StVO und bedarf lediglich der konsequenten Ahndung. Eigentlich ganz einfach.

    • Avatar Marcel sagt:

      Heul leise 😭😭😭😭

  10. Avatar Horst sagt:

    Verschwiegen wird im Bericht, dass sich sogar die Altstadt gegen die autofreie Innenstadt entschieden hat (1106 JA / 950 NEIN Stimmen).

    Habe den Eindruck, dass die Berichte hier etwas einseitig sind. Aber egal!

    • Avatar Ronny sagt:

      Eine Abstimmung gegen die autoarme Altstadt gab es gar nicht. Die Frage war, ob ein demokratisch gefasster Beschluss des Stadtrats, das Vorhaben umzusetzen, annulliert werden soll. Mehr nicht. 😉

    • Avatar 10010110 sagt:

      Verschwiegen wird aber auch, dass diese Entscheidung vor allem auf Fehlinformation und Angstmacherei basierte. Da lobe ich mir doch eher Experten, die mit nüchternen Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen arbeiten.

      • Avatar Autofahrer sagt:

        Das nimmst du aber auch nur an, wo gab es Fehlinformationen und Angstmacherei?
        Und sag mir nicht, dass du dich als Experte siehst? Nüchterne Fakten bringst du jedenfalls nicht, dein unsäglicher Hass auf Autofahrer sagt alles. Nur deine Meinung zählt. Die Stadt gehört nicht nur den Radfahrern!

  11. Avatar Hundilein sagt:

    Des!

  12. Avatar Otto1 sagt:

    Das war wohl eine Klatsche für unsere ach so KLUGEN Köpfe im Stadtrat. Früher führen auch Radfahrer in Halle und es ging auch ohne solch ein Theater wie heute. Wenn sich die RADLER so verhalten wie es sich gehört währen solche Überlegungen völlig unnötig. Die welche sich ordentlich im Straßenverkehr benehmen meckern ja nicht rum.Meistens sind es ja nur die Unbelehrbaren.

    • Avatar Johann S. sagt:

      Okay, drehen wir die Sache mal um dann laufen und stehen Fußgänger mitten auf der Fahrbahn (so wie Autos mitten durch die Fußgängerzone fahren, ohne Lieferanten zu sein und Autos auf den Fußwegen stehen). Dann würden Fahrräder in den Parkbuchten und den Zufahrten zu den. Parkhäusern stehen, so wie. Autos auch überall wild abgestellt werden.
      Ich bin mal gespannt, wie begeistert dann die Autofahrer reagieren.

      • Avatar Joerg sagt:

        Das Problem ist das jeder mal darüber nachdenken muss. Die Radfahrer Fraktion sollte mal auch mit gutem Beispiel anfangen und die die Verkehrsregeln missachten belehren. Es sind leider einige die sich wie Rambos aufführen. Darunter leiden ordentliche Radfahrer. Am schlimmsten sind die Rennradfahrer, da gibt es keine Ampeln etc. und das noch vor Kindern. Ich höre immer nur gemeckere über andere anstatt auf die Rambos einzuwirken. Auch das wilde Parken der Autos ist nicht hinnehmbar. Ich verstehe jeden Radfahrer wenn er in bestimmten Fällen auf den Gehweg oder Straße ausweicht. (baulicher Zustand oder Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmern)

    • Avatar rellah2 sagt:

      Manche Radfahrer sind vielleicht etwas breiter geworden, aber am Fahrrad ist die Lenkstange das breiteste, und die ist nicht breiter geworden. Ganz anders bei den PKWs. Und das ggf gleich mehrfach, wenn links und rechts geparkt wird und Gegenverkehr kommt, zB Wielandstraße.
      Man sollte die Straßen für PKW breiter als 160cm eben sperren.

  13. Avatar Roberto sagt:

    Wo ist eigentlich dieses Tornau? 🤷🏻‍♂️

  14. Avatar SUV sagt:

    Das war doch klar,wie das ausgeht. Das ewige jammern der Radler nervt. Die benutzen eh nur Fußweg und halten sich nicht an die STVO.
    Alles gut.Freie Fahrt für SUV. Da knallt erstmal der Sektkorgen.Prost

  15. Avatar AutoUndFahrradFahrer sagt:

    Ich habe mit dem Ergebnis gerechnet. Die Leute, die in den Grillgürtel ziehen, haben eine andere Einstellung zur Stadt, zum Ressourcenverbrauch, zum Verkehr, Ihnen ist es egal, ob Sie die Innenstadtbewohner belasten oder nicht. Die Fahrräder bekommen sie wahrscheinlich ich nicht von der Steckdose (Klischee), da die zwei Autos im Weg stehen. Na und öffentlicher Nahverkehr geht och nicht, da nicht individuell genug. So können sie nur Ihren Kleinwagen in die Stadt quetschen.

    Hauptsache es fährt keiner ein Abkürzung durch Ihre Architekturfreien Zonen. So ist das im System. Die stärkeren gewinnen.
    So, und jetzt ab mit dem Auto zur Kneipe. Ach ne, der Parkplatz daneben ist ja von der gewinnbringenden Sitzgarnitur verstellt 😉

    • Avatar xxx sagt:

      Es steht dir frei, ebenfalls in den „Grillgürtel“ zu ziehen.

      • Avatar AutoUndFahrradFahrer sagt:

        Klar kann ich das, will ich aber nicht. Ich versuche aber mein Leben möglichst so zu gestalten, dass ich nicht andere damit belaste.

      • Avatar 10010110 sagt:

        Selten dämliche Antwort. Wenn die Stadt nur noch aus „Grillgürteln“ bestünde, dann bräuchten wir auch keine Stadt mehr. Nee, wer freiwillig in den „Grillgürtel“ zieht, sollte sich nicht über die Zustände in der Innenstadt beschweren.

      • Avatar Achso sagt:

        Egoisten rufen andere dazu auf, ebenso egoistisch zu handeln.

      • Avatar AutoUndFahrradFahrer sagt:

        Auf der anderen Seite ist natürlich auch klar, dass selbst wenn alle wollen, sie nicht in der Stadt leben könnten, da diese den Platz nicht bietet.
        Man sollte aber Wege finden, wie alle „Lebensformen“ geordnet und fair miteinander/nebeneinander leben können. Dieses vermisse ich oftmals, gerade bei der CDU und FDP.
        Aber, vielleicht gibt es in kürze ja ein mehrheitsfähigeres Konzept (nicht nur für die kleine Innere Altstadt) Auf jeden Fall stehen die Stadtverwaltung, der Stadtrat in der Pflicht, das Konzept ordentlich zu kommunizieren, um Lügen und Halbwahrheiten vorzubeugen.

      • Avatar Ach verpipsch sagt:

        Andere belehren und austeilen ,das kannst du . Aber wehe….dann gackerst du. Pass nur auf, das du nicht bald ein Ei legst. Passt gut in dein Teletubbie Land. Meine Liebe.

  16. Avatar Oliver Nannen sagt:

    Das war der erste Streich gegen die weltfremden Moralisten.
    2 Niederlagen an einem Wahlabend!!!!

    Jetzt noch dasselbe zur Bundestagswahl.
    Dann ist hoffentlich Ruhe mit diesen Hysterien vom Weltuntergang.

    Das Ergebnis zeigt auch wie „verkehrt“ dieser Stadtrat ist.

    • Avatar die Geister die Nanni rief sagt:

      Du meinst, wenn im September die CDU gewinnt und auch im 17. Jahr die Regierung führt und den Bundeskanzler stellt, geht es endlich „andersrum“? 🤣

      Vielleicht bietet Armin der Angela noch eine Ehrenrunde an und alle sagen: Ja! Nicht so sehr, weil sie Angela wollen, sondern weil sie nicht Armin wollen. Und klein Olli jauchzt vor Glück. 🤣🤣🤣

  17. Avatar Bürger sagt:

    na toll ! an den wirklich Betroffenen vorbei. mich wundert, daß nicht auch in Bayern hat abstimmen lassen. Mit 42,2 Prozent erhielt der Bürgerentscheid im Paulusviertel die wenigste Zustimmung. In der nördlichen Innenstadt waren es 43,3 Prozent und im Giebichensteinviertel 44,1 Prozent. Die stadtrandbezirke von Tornau über Diemitz bis Neistadt waren also für den Bescheid. Zu faul, den ÖPNV zu nutzen.

  18. Avatar 10010110 sagt:

    Ich wage mal eine Analyse, um die Ergebnisse im Kontext einordnen zu können.

    Fangen wir mal mit der Altstadt an: hier haben von drei Wahlbezirken die zwei südlichen (also alles südlich Große Stein-/Klausstraße) mehrheitlich (wenn auch knapp) mit Ja gestimmt, der nördliche mit Nein (nur eine Stimme unterschied!). Die Wahlbeteiligung war im Norden – also alles nördlich der Großen Klaus- und Steinstraße – am höchsten. Auffällig ist, dass im Südwesten, die Zustimmung am größten war. Dieses Viertel wird von Wohngebieten wie Brunos Warte und Schülershof dominiert, die zu DDR-Zeiten „flächensaniert“ und relativ autogerecht gebaut wurden. Das deckt sich mit den immer wieder gehörten Ängsten, dass den Bewohnern Parkplätze weggenommen werden sollen.

    Überdies war die Wahlbeteiligung in diesem südwestlichen Wahlbezirk am geringsten, was auf eine relative Gleichgültigkeit eines Großteils der Bewohner gegenüber diesem Thema schließen lässt. Und die, die gewählt haben, waren eben vor allem die, die Angst vor dem Verlust „ihrer“ Parkplätze hatten.

    Im Norden, wo es ohnehin engere historische Bebauung und dadurch wenige Parkplätze gibt und wo keine entsprechenden Verlustängste aufkommen, weil sich dort bewusst viele Bewohner ohne Auto angesiedelt haben, war nicht nur der Wunsch nach weniger Autoverkehr größer, sondern auch insgesamt die Wahlbeteiligung höher.

    In der nördlichen Innenstadt haben alle Wahlbezirke bis auf den Bezirk 10308 beim Bürgerentscheid mit Nein gestimmt. Der Wahlbezirk 10308 wird von der Klaustorvorstadt dominiert, wo das beherrschende Thema mutmaßlich die geplante Einbahnstraßenregelung am Robert-Franz-Ring war. Und es fällt auch auf, dass im Wahlbezirk, der vom autogerechten Plattenbauviertel um die Große Wallstraße/Fleischerstraße dominiert wird, das Ergebnis sehr knapp war (aber selbst dort gab es mehrheitlich ein Nein). Das lässt wieder auf Verlustängste wegen der geplanten Einbahnstraßenregelung am Moritzburgring schließen. Im Bebelviertel waren die Ablehnung sowie die Wahlbeteiligung am höchsten. Und selbst im Mediziner- und Charlottenviertel sind die Leute – bei geringster Wahlbeteiligung – mehrheitlich für weniger Autoverkehr in der Altstadt.

    Die südliche Innenstadt gibt – bei insgesamt knapper Zustimmung – ein uneinheitliches Bild ab. Glaucha ist zwiegespalten. In „Alt-Glaucha“ (oder was davon noch übrig ist) haben mutmaßlich die Gerüchte um eine Autoschwemme aus der Altstadt bei einer Reduktion der dortigen Straßenrandparkplätze die Angst vor Veränderung getrieben. Es soll also lieber alles so Scheiße bleiben wie es ist, bevor es noch schlimmer werden könnte. Andererseits hat das Gründerzeitviertel nördlich der Torstraße auch wiederum mehrheitlich für eine autofreie Altstadt gestimmt.

    Aber selbst in traditionell schwierigen Vierteln, was das Parken angeht, wie östlich des Rannischen Platzes, um die Thomasiusstraße, war man mehrheitlich gegen die Aufhebung des Stadtratsbeschlusses, wohingegen die Viertel südlich der Torstraße und an den Weingärten dafür waren (und den deutlichsten Unterschied hatten).

    Als Zwischenfazit kann man ziehen, dass die Bewohner der Innenstadt im engeren Sinn (Altstadt, nördliche und südliche Innenstadt) mehrheitlich gegen mehr Autoverkehr in der Altstadt sind. Nach Addition aller Stimmen in den genannten Vierteln kommen 7112 auf „Ja“ und 7637 auf „Nein“.

    Bei den anderen Stadtteilen (außer Paulusviertel und Giebichenstein) verwundert die Zustimmung zum Status Quo wenig; das deckt sich überdies mit der grundsätzlichen politischen Stimmungslage, die die CDU regelmäßig als stärkste Partei dort verortet. Da dominiert vermutlich die Angst, nicht mehr bequem mit dem Auto „in die Stadt“ fahren zu dürfen, die Angst vor dem Verlust von persönlicher Freiheit (auf Kosten anderer, aber das ignorieren diese Wähler gern mal), der grundsätzliche Hass auf alles, was „Grün“ und „pro Radfahrer“ ist.

    In der Halle-Neustadt (und da vor allem in der südlichen Neustadt) und der Silberhöhe war die Wahlbeteiligung außerordentlich gering. Das lässt einerseits auf eine relative Gleichgültigkeit zu diesem Thema schließen, was auch mit der Armutsquote dort zusammenhängen könnte – arme Leute besitzen ohnehin tendenziell weniger Autos und wären deshalb von Veränderungen in der außerdem relativ weit entfernten Altstadt kaum betroffen. Die starke Zustimmung im Wahlergebnis kommt mutmaßlich wieder von denjenigen, die dort ein Auto besitzen und Angst haben, nicht mehr ungehindert in die Altstadt fahren und dort billig parken zu können. Und die waren auch eher motiviert, an der Wahl überhaupt teilzunehmen.

    Die Wahlbeteiligung war vor allem in den nördlichen Stadtrandgemeinden (Tornau, Mötzlich, Seeben, Kröllwitz, Dölau) hoch, und am höchsten war sie in Heide-Süd, was auf eine relativ starke Meinung zu diesem Thema bei den Bewohnern schließen lässt. Man sollte das auch im Kontext der Quote an Wohn- und KFZ-Eigentum sehen und mit den entsprechenden Quoten in der Altstadt und angrenzenden Vierteln vergleichen, auf wessen Rücken hier Politik ausgetragen wird. Wer verliert was am meisten?

    Wer bis hierhin gelesen hat, dem danke ich und zolle großen Respekt. 🙂 Möge die Stadtverwaltung die Ergebnisse genau analysieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

    • Avatar AutoUndFahrradFahrer sagt:

      Hallo Digital, vielen Dank für die interessante Interpretation der Ergebnisse.

      Ich bin eigentlich für direkte Demokratie, halte sie aber für immer schwieriger sinnvoll durchzusetzen, da oftmals keine konkrete fraktenbasierte Diskussion mehr möglich ist. Es leben die Blasen, der gepflegte Hass, der Egoismus, die Lügen und manchmal auch das Unwissen.

      Mal sehzen, wie es weiter geht.

    • Avatar Achso sagt:

      Die logische Konsequenz wäre, die Platten in der Altstadt abzureißen und durch ein großes Parkhaus zu ersetzen. Dann sind alle glücklich.

  19. Avatar Oliver Nannen sagt:

    Letztlich geh es doch darum, dass die ‚Vertreter des Volkes‘ sich bewußt werden, dass sie das Volk vertreten sollen!
    Klingt simpel, rückt aber angesichts von Betroffenheitsmainstream und Political Correctness immer mehr in den Hintergrund.
    Wer Politik fürs Volk machen will, muß beim Händler, Handwerker und Bewohner bleiben.
    Das passiert nicht mehr. Es wird nur in zig Runden gelabert, gelabert ….

    Das gilt auch für die Bundespolitik.
    Diese Schwafelpolitik macht eine Frau Baerbock als Kanzlerkandidatin überhaupt möglich. Es ist geradezu absurd.
    Diese Frau dürfte niemals für so ein Amt zugelassen werden. Da sie es doch wurde, müßte sie sie doch nun wenigstens – nach der 4. Anpassung ihres Lebenslaufs – zurückgetreten werden.

  20. Avatar Gucki sagt:

    Endlich ist der Weg frei, für ein größeres, schlagkräftigeres Verkehrskonzept um den Autowahn in Halle in geordnete Bahnen zu verweisen. Es ist gut, daß das kleine Feigenblatt der Stadtverwaltung runtergerissen wurde. Nun muss man sich mit dem Thema endlich sinnvoll und nachhaltig beschäftigen. Danke an alle, die mit JA gestimmt haben.

    • Avatar J sagt:

      Ich glaube auch, dass das zukünftige Konzept noch viel einschränkender ausfallen wird und sich die ewigen Blockierer und Berufskläger nur ins eigene Fleisch geschnitten haben. Aber man kann wohl derlei Voraussicht einfach nicht vom gemeinen Volk erwarten.

    • Avatar AutoUndFahrradFahrerUndFussgängerUndFahrkartennutzer sagt:

      Hallo Gucki, hoffe dass Ihr Plan in Erfüllung geht. Es kann aber auch sein, dass das Thema jetzt erst einmal lange liegen bleibt.
      Manchmal ist es auch gut, wenn man erst einmal ein paar Schritte streng überwacht ausprobiert. Es lassen sich meist das Verhalten und die Interessen nicht vorher simulieren.

  21. Avatar Oliver Nannen sagt:

    Gucki guckt normalerweise in den Stadtratssitzungen an die Decke.
    Der Bürger interessiert ihn nicht.

    Das Fahrrad-Welt-Lösungskonzept ist tot. LOL.

  22. Avatar rellah2 sagt:

    Im vorigen Jahr wurden doch die MDV-Tarife nicht erhöht, oder? Da das sonst jährlich im August passierte, wirds wohl dieses Jahr wieder so sein.
    Aber wann und wie oft wurden die städtischen Parkgebühren denn erhöht? Um wieviel sind die Grundstückspreise gestiegen?

  23. Avatar 10010110 sagt:

    Übrigens: wenn man einen Bürgerentscheid zum Benzinpreis abhalten würde, würde sich die Mehrheit der Bevölkerung auch dagegen aussprechen; und trotzdem wurde es von CDU und SPD beschlossen. Es scheint da einen Zusammenhang zwischen vernunftbasierten, wohlinformierten Entscheidungen von demokratisch gewählten Volksvertretern und dem unreflektierten, egoistischen Bauchgefühl der „einfachen“ Bevölkerung zu geben.

    Laut aktuellem DeutschlandTrend lehnen drei Viertel (75 Prozent) der Deutschen eine Benzinpreiserhöhung ab. 22 Prozent finden, eine solche Maßnahme gehe in die richtige Richtung. Auch ein Umstieg vom Verbrennungsmotor auf Elektroantrieb bei Autos wird von 57 Prozent abgelehnt. 37 Prozent würden eine solche Maßnahme befürworten.

    https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/klimaschutz-benzinpreis-cdu-101.html

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