Bericht zur Lage der Landwirtschaft 2020 in Sachsen-Anhalt – steigende Energiepreise und sinkende Preise für Milch als Problem

Sachsen-Anhalts Landwirtschaft kämpft mit schwierigen Bedingungen: „Wir sehen heftige Turbulenzen auf den Absatzmärkten und bei Betriebsmitteln. Anhaltende Trockenheit, der enorme Anstieg der Energiepreise und die Störung von Lieferketten setzen heimische Betriebe wirtschaftlich stark unter Druck“, Sachsen-Anhalts Landwirtschaft kämpft mit schwierigen Bedingungen: „Wir sehen heftige Turbulenzen auf den Absatzmärkten und bei Betriebsmitteln. Anhaltende Trockenheit, der enorme Anstieg der Energiepreise und die Störung von Lieferketten setzen heimische Betriebe wirtschaftlich stark unter Druck. Verschärft wird die Situation durch die Corona-Pandemie und die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Dies führte zu einem starken Preisverfall u.a. beim Schweinefleisch. Damit unsere Landwirtinnen und Landwirte diese schwierige Situation meistern können, braucht es Planungssicherheit aus Politik und Gesellschaft“, sagte Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister und Vorsitzender der Agrarministerkonferenz (AMK), Sven Schulze, heute in der Landespressekonferenz. „Verschärft wird die Situation durch die Corona-Pandemie und die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Dies führte zu einem starken Preisverfall u.a. beim Schweinefleisch. Damit unsere Landwirtinnen und Landwirte diese schwierige Situation meistern können, braucht es Planungssicherheit aus Politik und Gesellschaft.“

Er legte dem Kabinett den „Bericht zur Lage der Landwirtschaft“ vor. Dieser enthält u. a. Daten aus der Agrarstrukturerhebung 2020 zu Betriebsstruktur, Unternehmensverflechtungen, Flächenausstattung und Arbeitskräfteeinsatz sowie Daten der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau zur Entwicklung des ökologischen Landbaus im Land.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • 4.344 landwirtschaftliche Betriebe gab es 2020 in Sachsen-Anhalt, fünf weniger als 2016. Die Betriebe bewirtschaften durchschnittlich rund 270 Hektar, mehr als im deutschen Schnitt (rund 60 Hektar). 628 der Betriebe wirtschaften ökologisch.
  • Schwierig bleibt die Lage der Milchvieh- und Ackerbaubetriebe: Rentabilität, Liquidität und Stabilität entwickelten sich im Vergleich zum Vorjahr erneut negativ. Die Ackerbau-Erträge nahmen zwar leicht zu, blieben trockenheitsbedingt aber unter dem langjährigen Mittel. Dieser Negativtrend gilt auch für Ökobetriebe, jedoch mit besseren Ergebnissen als bei konventionell wirtschaftenden Betrieben.
  • Für das im Juli 2021 abgelaufene Wirtschaftsjahr 2020/2021 ist durch anhaltende Trockenheit und geringe Milchpreise weiterhin mit unbefriedigenden Ergebnissen zu rechnen. In der Schweinhaltung sorgen nicht kostendeckende Preise für Schwierigkeiten. Laut Schulze würden mehrere Betriebe überlegen, die Milchviehhaltung einzustellen.

Es sei „außerordentlich wichtig, die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt zu würdigen“, sagte Schulze. „Die Landwirtschaft ist das Rückgrat des Landes Sachsen-Anhalt“, man sei sehr ländlich geprägt Wegen der steigenden Energiepreise gebe es zusätzliche Probleme. Das habe auch Auswirkungen auf die Düngerpreise. Schulze sprach von teilweise „exorbitanten“ Preisen. Aus diesem Grund würden etliche Landwirte ihre Felder weniger düngen, was zu Ernteeinbußen führen wird.

„Unsere Landwirtinnen und Landwirte stehen für eine multifunktionale Landwirtschaft. Sie produzieren nicht nur hochwertige Lebensmittel, sondern auch Energie und leisten einen wesentlichen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz“, so Minister Sven Schulze. „Es ist an der Zeit, die gute Arbeit unserer heimischen Landwirtschaft stärker wertzuschätzen.“

Der aktuelle Landwirtschaftsbericht ist auf den Internetseiten des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten unter https://lsaurl.de/agrar2020 zu finden.

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Keine Antworten

  1. +/-0 sagt:

    Was sagte Sven Schulze nochmal?

  2. Bürger für Halle sagt:

    Was es jetzt braucht, ist eine radikale Reform der Land- und Forstwirtschaft.
    Hoffentlich weiß Sven Schulze auch, dass die Landwirtschaft selber das Problem, also die Ursache der Krise ist. Stichworte sind hier : hohe Co2 Emissionen, Grundwasserbelastung, Rückgang der Artenvielfalt, Monokulturen und Bodenverlust, extreme Schadstoffbelastung usw.
    Dasd das Problem also hausgemacht ist, wird er wissen, er hat ja die Daten. Darum: Agrarwende – Jetzt.

  3. Xxx sagt:

    Die Wirtschaft geht kaputt durch die enormen Energiepreise. Die Industrie siedelt nach und nach ihre Produktion in Wirtschaftlich profitablere Länder wie Mexiko, China oder auch USA. Lange wird das Leben nicht mehr so sein wie wir es kennen…ach ja und wenn der Staat nichts mehr einnimmt,dann wird es auch kein Hartz 4 mehr geben! Jeder ist dann auf sich gestellt und es herrscht Chaos und Krieg!

  4. Xxx sagt:

    Rüstungsgüter was ist daran nicht kaputt?

  5. BPSA sagt:

    @ BÜRGER FÜR HALLE
    Hast du eigentlich einen Einblick in die Landwirtschaft?
    Wenn ich solche Kommentare lese bekomme ich Frieseln.
    Biolandwirtschaft wird immer nur ein Zusatz der herkömmlichen
    sein kann. 80 Millionen Menschen kann man nicht mit Kartoffelkäfer absammeln
    und Brennesselsud gegen Blattläuse ernähren.

    • BAPS sagt:

      „Kartoffelkäfer absammeln und Brennesselsud gegen Blattläuse“
      Hast du eigentlich einen Einblick in die Biolandwirtschaft?

  6. Liederjan sagt:

    Das Rezept des zuständigen Ministers ist also eine stärkere Wertschätzung der Landwirtschaft. Klasse!
    Er fordert Planungssicherheit aus der Politik. Sicher nimmt er sich da selber in die Pflicht?? Kleiner Tip, der Klimawandel führt zu mehr Trockenheit. Ein Verursacher des Klimawandels ist die Landwirtschaft. Es gibt Strategien und Wege klimafreundlicher zu produzieren. Gestiegene Energiepreise können für Landwirte mit Windrädern auf dem Acker durchaus positive Wirkungen haben. Ein Minister wird auch dafür bezahlt, dass er handelt. Also, wie machen wir unsere Landwirtschaft für die Zukunft fit? Gibt es schon Pilotprojekte für strombetriebene Mähdrescher und Ladestellen mit Strom direkt vom Windrat um die Ecke?

    • Es ist das aktuelle Jahr sagt:

      „Stärkere Wertschätzung“ passt in den neoliberalen Trend der Identitätspolitik. Nur nichts Materielles an den Bedingungen verändern, damit die Benachteiligten sich weiterhin über ihren Opferstatus definieren und gegeneinander ausgespielt werden können.