Brutaler Mord an drei Menschen in Halle-Neustadt: für ZDF-Doku werden Zeitzeugen gesucht

Für ein neues Projekt der ZDF Info-Dokureihe „Kriminalfälle der DDR“ sucht das Produktionsteam dringend Zeitzeugen aus Halle-Neustadt. Im Zentrum der Recherche steht eine düstere und bis heute bewegende Kriminalserie aus den frühen 1980er Jahren, die sich in den Wohnblöcken der damaligen sozialistischen Modellstadt ereignet hat.

Im April 1982 wurde ein Mann im Block 10 / Wohnblock 618, der heutigen Zerbster Straße 43, auf brutale Weise erstochen. Nur wenige Monate später, im Mai 1983, erschütterte ein besonders grausamer Doppelmord die Nachbarschaft: Eine Frau und ihre zehnjährige Tochter wurden im Block 324 (heute Bodestraße 2) ermordet aufgefunden. Beide Taten wurden – nach damaligem Ermittlungsstand – von ein und derselben Person begangen: einem Täter, der unter dem Beinamen „Zersäger von Halle“ in die Kriminalgeschichte der DDR einging.

Aufruf an die Bevölkerung: Wer kann helfen?

Für die geplante Fernsehdokumentation ist das Team auf der Suche nach Menschen, die sich an die Ereignisse erinnern können.Persönliche Erinnerungen, Eindrücke aus der Nachbarschaft, vielleicht sogar Begegnungen mit den Opfern oder dem mutmaßlichen Täter sind gefragt. Auch wer nur indirekt etwas mitbekommen hat oder das gesellschaftliche Klima jener Zeit schildern kann, ist eingeladen, sich zu melden. Ziel des Projekts sei es, nicht nur die kriminalistischen Details aufzubereiten, sondern auch das Leben in Halle-Neustadt zur Zeit der DDR authentisch abzubilden. 

Die Morde und ihre Folgen

Die Mordserie löste in den 1980er Jahren nicht nur in Halle, sondern in weiten Teilen der DDR große Besorgnis aus – zumal schon kurz zuvor der sogenannte “Kreuzworträtselmord” passierte. Aufgrund der staatlichen Medienzensur drangen jedoch nur spärlich Informationen an die Öffentlichkeit. Vieles wurde unter Verschluss gehalten – nicht zuletzt, um das Bild der „sicheren sozialistischen Gesellschaft“ nicht zu beschädigen. Umso wichtiger ist es heute, durch Zeitzeugenberichte und journalistische Aufarbeitung Licht ins Dunkel zu bringen.

Kontakt und Mitwirkung

Wer in den Jahren 1982/1983 in Halle-Neustadt lebte – insbesondere in der Nähe der genannten Wohnblöcke – und Informationen oder Erinnerungen beisteuern kann, wird gebeten, sich mit dem ZDF-Info-Team in Verbindung zu setzen. Auch Hinweise aus dem weiteren Umfeld oder von ehemaligen Bewohnern sind willkommen.Kontakt:
Stefan Mathias
E-Mail: stefanmathias@fernsehkombinat.de

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18 Antworten

  1. unverschämt sagt:

    Die sollen nicht die DDR-Zeit tabuisieren, die sollen gefälligst über heutige Probleme korrekt berichten!

    • Macht kein Sinn sagt:

      Das Gegenteil von tabuisieren, ist doch veröffentlichen. Was schreibst du da für wirres Zeug.
      Damals wurde das doch totgeschwiegen. Da es ja keine Verbrechen in der DDR gab.

      • 10010110 sagt:

        Der meint wahrscheinlich „idealisieren“ oder „verklären“, aber hat leichte Wortfindungsstörungen.

    • DIY sagt:

      Warum berichtest DU nicht darüber korrekt?

    • J sagt:

      Hast du den Artikel (richtig) gelesen? Oder kennst du das Wort Tabu nicht? Da wird keine DDR-Zeit tabuisiert …

      Und über welche heutigen Probleme wird denn nicht korrekt berichtet? Und warum glaubst du vorschreiben zu können, was jemand tut?

    • wow sagt:

      Egal was du genommen hast…..nimm weniger!

  2. Robert sagt:

    Wird bestimmt eine interessante Doku.
    Ich lese gerade die Kriminalfälle in Halle und Magdeburg vom Autor Kaufholz.
    In den Jahren 1950-1988.
    Diese Lektüre kann ich nur weiterempfehlen.

  3. Knarf sagt:

    Noch nie was davon gehört. Außerdem ist das eher die Arbeit des MDR. Hilfreich wären auch die heutigen Straßen Nahmen.

    • 10010110 sagt:

      Anhand deiner Rechtschreibung gehe ich mal davon aus, dass du nicht des verstehenden Lesens mächtig bist, daher kann dein unter normalen Umständen als sinnlos geltender Kommentar mal ausnahmsweise entschuldigt werden.

    • Knurf sagt:

      Die Straßennamen stehen doch da. 😂

  4. ermlitz sagt:

    Auszug >>nicht zuletzt, um das Bild der „sicheren sozialistischen Gesellschaft“ nicht zu beschädigen

    Wieso sollte es jeder wissen??? (das kommt nur den heutigen Datenschutz gleich)) eigentlich ist der oben genannte öffentliche Bericht uninteressant für die heute Zeit.

    • Wilma sagt:

      Naja, es ist dahingehend interessant, dass es heute viele Menschen gibt die argumentieren a la „Sowas hat es früher nicht gegeben.“ (in Bezug auf Morde oder Messerstecherein). Sicherlich oft aus dem Grund der mangelnden Aufklärung, eben weil kaum darüber berichtet wird.

    • daher sagt:

      Er ist deswegen interessant, weil viele Leute glauben, dass vor der Wende vielleicht nicht alles besser war, aber dass es kaum Gewaltkriminalität gegeben hat – nur weil sie nichts davon erfahren haben.

  5. SunnY sagt:

    Wie leben im hier und jetzt. Wieso muss ausgerechnet das ZDF eine Doku bringen? Hätte man vor 10 oder 20 Jahren nach Leuten gesucht die sich erinnern können, hätte man mit Sicherheit eine Erfolgsgarantie diese Morde aufzudecken.
    Es ist nichts Neues, dass es in der heilen DDR Verbrechen gab, die nicht an die Öffentlichkeit kamen. Es gab genügend Schizophrene, die spielende Kids beobachtet haben und dann im sicheren Moment zugeschlagen haben….
    Mord in der DDR war 1 tabuthema

    • Robert sagt:

      War es nicht.
      Erinner dich mal an den Kreuzworträtselfall, da wurde die Öffentlichkeit mit einbezogen

  6. Andreas sagt:

    Wäre das nichts für Herrn Vogt? Der ist doch in dem Block Bodestraße aufgewachsen.

  7. Neustädter sagt:

    Habe ein Podcast gefunden der das Thema behandelt
    https://www.podcast.de/episode/678810917/der-zersaeger-von-halle-west