Ein Streik, der nicht schmerzt, ist kein Streik
Wie komme ich bloß zur Arbeit und mein Kind in die Schule? Diese und ähnliche Fragen werden heute Morgen viele Menschen in der Saalestadt, aber auch im gesamten Bundesgebiet, umtreiben. Genau hier sind wir auch schon bei einem der Kernpunkte eines Streiks: Mit einem Streik soll Aufmerksamkeit erreicht werden. Menschen, sollen sich mit den Problemen und Forderungen von anderen Menschen befassen und, im Idealfall, solidarisieren.
Gerade mit dem letzten Punkt scheinen jedoch viele ein generelles Problem zu haben. Solidarität mit Menschen, die für Ihre Forderungen aufstehen und eintreten. Solidarität mit Arbeitnehmern, die sich aus Ihrer Komfortzone heraustrauen und den Diskurs mit ihrem Arbeitgeber suchen. Solidarität mit Bürgern, die ein Mittel der Demokratie wählen, um Ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.
Man mag von den Forderungen im Einzelnen halten, was man will. Doch aus reinem Egoismus, aus reiner Faulheit und Bequemlichkeit den Streik an sich, als demokratisches Mittel, in Frage zu stellen, oder gar konsequent dessen Abschaffung zu fordern, das geht meiner Meinung nach zu weit.
Ein Streik muss schmerzen, er muss zu Unmut führen und laute Reaktionen hervorrufen. Früher schrieb man am Streiktag nach der Arbeit wutentbrannt einen Brief an die betroffene Firma, den Stadt- oder Landrat. Heute ergießt sich die Unzufriedenheit in sozialen Medien, so auch auf unserer Seite.
Sicher, es gibt Konstellationen, da erschafft so ein Streik wirklich unlösbare Probleme im persönlichen Umfeld, das möchte ich nicht bestreiten. Doch für die Allermeisten von uns gibt es praktikable Lösungen, man muss nur wollen. Daher schnappe ich mir jetzt mein Fahrrad, ersetze die so oft in der Luft zerrissene Tram durch meine Muskeln. Passt mir heute nicht wirklich. Dennoch stehe ich persönlich hinter den Streikenden.
Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
– Ein Kommentar von D. Baumann
Dieser Kommentar aus dem Jahr 2020 wurde wegen der Aktualität noch einmal veröffentlicht











Gibt es denn hier auf dieser Welt mal eine gute Nachricht?????..Ich höre nur noch Corona in Deutschland. Jetzt eine neue Art in England gefunden. Denke mal das diese Art auch bald hier ist. Dann die Schweinepest. Was für ein scheiß Jahr und es geht weiter.
Hallo Herr Baumann,
Da frage ich ketzerisch: Schmerzt der Streik wirklich?
OBS und DB fahren noch.
Heute und morgen wird das Wetter angenehm.
Der Samstag-Streik ist eher zu vernachlässigen.
Homeoffice ist etabliert.
Und für Einzelfälle bilden sich Fahrgemeinschaften.
Ich verstehe das Anliegen der HAVAG. Bin aber gespannt, ob es wirklich so effektiv ist, wie gedacht.
Schön wäre ein bundesweiter TV Nahverkehr.
Wenn Sie den gelungenen Kommentar von Hr.Baumann aufmerksam gelesen hätten, so wäre Ihnen aufgefallen, dass es nicht um „zurück schlagen“, sondern um Solidarisieren geht. Da der Klimawandel und seine Folgen früher oder später uns allen weh tun wird und auch jeder einzelne durch kleine Maßnahmen oder auch umfangreicheres Engagement etwas bewirken kann, ist es nachvollziehbar weshalb der Streik und Protest von FFF die Bevölkerung treffen muss. Aber nicht nur das, es gibt ja auch genug Aktivitäten, welche sich am die Politik richten.
Volle Zustimmung, volle Solidarität! Für gerechte Löhne und Arbeitsbedingungen!
Arbeitsverweigerung ist ein demokratisches Mittel, interessant. Klingt irgendwie eher wie Erpressung, aber das ist bestimmt nur eine Täuschung…
Also ich betrachte einseitig erzwungene Vertragsänderungen grundsätzlich als Erpressung, auch wenn andere das als Streik bezeichnen.
Angenehmen Donnerstag alle. Der Bericht ist sehr gut geschrieben.
Klar, weil Arbeitgeber von sich aus sagen „Hey, lasst uns Inflationsausgleich für die Beschäftigten machen – so ganz selbstlos, weil wir gute Menschen sind.“ Das Problem ist, dass die Arbeitnehmer in Dt. nicht gut genug organisiert sind und deshalb muss hin und wieder ein Streik her – ich vermute mal, dass gerade die Arbeitnehmer aus den Branchen am lautesten schreien, die auch am wenigsten organisiert sind.
Der Streik der schmerzt noch lange nicht. Richtig schmerzen würde es wenn sämtliche moderne Kommunikation ( Mobilfunknetze,TV,Radio, Internet) abgeschaltet wird und in dem Bereich gestreikt wird. Zumindest diejenigen die vor 2000 geboren sind und ohne Internet und Mobilfunk und Internet aufgewachsen sind können gut damit umgehen aber andere danach hätten
wohl Schwierigkeiten.
Schau dir an, wer die Bahn teilweise benutzt (auch auch wie) – wenn du da Hygiene kritisierst, müsste man jede Bahn wohl nach 2 – 3h schon zur Reinigung schicken. Wenn du die Bahn betrittst, hast du eine Momentaufnahme des Zustandes, was bedeutet, dass es vor 3 Stunden noch ganz anders ausgesehen haben könnte – und genau so könnte es 3h später noch ganz anders aussehen. Das ist wie mit Grafitti entfernen … das kann man machen, muss aber damit rechnen, dass es in einem Tag wieder so aussieht – der Bürger hingegen sieht aber nur „da ist immer Grafitti“
Ist ja mal echt ein ganz ganz neuer Kommentar! Zu dem, was ein gewisser Herr Lupin am Remus Lupin vor 1248 Tagen (29. September 2020 um 08:39 Uhr) schrieb, ist nichts Neues hinzufügen. Außer vielleicht: Vielen Dank für den beherzten Griff in die Rumpelkammer Herr Redakteur. Grinse-Katzen-Smiley.
OK, kleine Korreektur: „am Remus Lupin“ bitte streichen …
„Der Streik von FFF soll ja nicht die Protestierenden schmerzen, sondern Menschen wie Sie.“
Wer sich davon schmerzen lässt ist selber schuld. Der hat wohl keine anderen Probleme
Ganz ehrlich, ich halte die Lohnforderungen für etwas dreist. 550€ mehr im Monat + weitere Zuschläge und Entschädigungen. Bei 3k € Einstiegslohn wären das ca. 16% mehr Lohn. Tut mir leid, das ist abgehoben in den heutigen Zeiten. Lohnerhöhung schön und gut, aber nicht so. Extrem höhere Löhne=höhere Inflation, bedenken viele nicht. Aber in 10 Jahren werden die Bimmel & Busfahrer garnix mehr verdienen, weil größtenteils autonom gefahren wird. Da reicht’s höchstens für ne Mitfahrt, falls man sich das Ticket leisten kann.
Naja wenn dann soll so ein Streik nur den weh tun die es betrifft, die Chefs, Vorstandsmitglieder oder ansich dem Unternehmen aber die trifft man mit so einer Aktion nicht. Man trifft nur unschuldige Leute die auch nur ihre Arbeit, ihren Alltag nachgehen und ich kann da nur von mir sprehen, mit solchen Aktionen die mich persönlich treffen ist meine Solidarität gleich Null.
Es stört mich auch, dass man so Sturr bei den kompletten Forderungen bleiben muss, dabei ist doch jede Erhöhung egal wie viel doch eine Gewinn und klar es wird IMMER jemand geben der Mehr hat/verdient.
Es sagt ja keiner das die Leute nicht streiken dürfen/sollen oder das Streikrecht abgesprochen wird. Aber ich würde dies leicht überarbeiten und zwar, würde ich den Punkt des Schadensersatzes mit einfügen. Jemand der durch Mehrtägige Streiks nachweißlich einen finanziellen Schaden/Mehrbelastung hat, sollte bei der verantwortlichen Gewerkschaft einen Schadensersatz geltent machen dürfen.
Genauso, Herr Baumann.
Häää?
„Das deutsche BIP ist diesen Jahr um 7% gefallen“ Aha! Erzähl mal wer dir das geflüstert hat.
Augen auf bei der Internetschreiberei! Der Originalbeitrag sowie der Kommentar, auf den du dich beziehst, stammen aus 2020.
So viel wirres Zeug. Bist du noch ganz klar im Oberstübchen?
So ein Blödsinn.
So ein Streik soll den Arbeitgeber schmerzen, indem er Verluste macht und einlenkt. Di HAVAG macht so viele Verluste, dass sie mit 22 Mio Euro pro Jahr subventioniert werden muss.
Aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus, sollte die HAVAG also froh sein über jeden Streiktag an dem sie die teuren Gehälter nicht zahlen muss.
Dieser Streik ist sinnlos und verfolgt auch eindeutig eine politische Agenda, wie aus der Beteiligung einschlägiger Akteure zu sehen ist.
Ich würde sagen, aussperren.
Und vor allem: in Halle endlich wieder den Individualverkehr stärken.
Die Streikenden führen uns diese Notwendigkeit immer wieder vor Augen.
Du machst hier mal bitte überhaupt keine Ansagen, Meiner.
Richtig erkannt.
Da ist leider was dran.
Streiks sind ein Druckmittel von Belegschaften ihrem Arbeitgeber gegenüber. Deren Kunden gehen dann eben zur Konkurrenz. Im Öffentlichen Dienst hat dieses Mittel nichts zu suchen, da hier nicht die Arbeitgeber getroffen werden, sondern immer die Bevölkerung bzw. der Steuerzahler. Die Kunden der HAVAG können nicht mal eben eine Bahn der Konkurrenz nutzen. Die Privatisierungen im Öffentlichen Gemeinwesen, seien es Krankenhäuser oder der Öffentliche Verkehr, sind eine Fehlentwicklung, die solche absurden Blüten treibt wie eben diese Streiks. Wie in einem anderen Kommentar schon angeklungen, gehören Verkehrsbetriebe verstaatlicht und die Belegschaften verbeamtet. Dann hat der Staat auch seiner Fürsorgepflicht nachzukommen, Personalengpässe rechzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.
Fühlst dich jetzt wie ein ganz großer weil du heute pünktlich auf „Arbeit“ (hast du überhaupt Arbeit du Troll) gekommen bist. Glückwunsch. Scheints aber nicht produktiv zu sein, wenn du Vormittags Zeit hast bei DbH Kommentare zu lesen und selbst einen zu schreiben. Nebenbei bemerkt war ich mit dem Fahrrad zur selben Zeit wie immer bei der Arbeit. Und ich brauch nicht PÜNKTLICH sein, weil ich GLEITZEIT hab 😀
Als ob Baumann bei 0°C Außentemperatur Fahrrad fährt.
Selten so ein Blödsinn gelesen.
Klar darf man Streiken, aber nur streiken und die Verhandlung verweigern, weil man nicht alle Forderungen sofort zu 100% erfüllt bekommt und weil man überhaupt nicht Kompromissbereit ist, ist nicht gerechtfertigt.
Außerdem sollte ein Streik nicht von der Politik missbraucht oder für politische Zwecke verwendet werden.
Das hat aber Herr Baumann nicht verstanden und nicht erwähnt.
So ist er halt.
Ein Streik muss schmerzen, richtig. Aber nicht die falschen. Die Leute in Halle können weder etwas für unzulängliche Arbeitsbedingungen von Straßenbahnfahrern noch für deren Gier. Von der Bevölkerung noch Verständnis oder gar Solidarität zu erwarten, finde ich dreist.
Adressat des Streiks ist die HAVAG, aber ob diese sich davon beeindrucken lässt, erscheint fraglich. Besonders beschämend finde ich, dass OBS, deren Mitarbeiter längst nicht unter solch komfortablen Konditionen arbeiten wie die HAVAG-Mitarbeiter, ihrerem Beförderungsauftrag nachkommen. Das hat nichts mit Bequemlichkeit zu tun, hier ist man nur nicht so gut organisiert wie mit verdi bei der HAVAG.
Mein Auto rollt und rollt und rolt.
Streik bei der HAVAG
Der Streik ist berechtigt, es kann nicht sein, dass für gleiche Beschäftigungen unterschiedlich bezahlt wird und es sich um hunderte von Euro monatlich handelt.
Wer ein Auto hat, ist beim Streik nicht so stark betroffen, sprich abhängig, wenn er von A nach B in Halle will oder muss: zur Arbeit, zum Arzt, zu Behörden, zu Einkäufen und kann z. B. als Rentner Termine wahrnehmen.
Von Terminen gibt es 2 Sorten, solche die man telefonisch vorher verschieben kann und andere, bei denen man sich schon bei Erhalt beglückt fühlt, z. B. beim Augenarzt u.a. Ärzten. Einmal versäumt, bekommt man den nächsten erst 6 Monate später. Na denn!!
Wer als Rentner*in kein Auto hat, muss laufen, wenn er das noch kann.
Taxifahrer müssen sich bei Streiktagen fühlen wie ihre Kollegen zu Zeiten im untergegangen Staat: als Herrscher über die Fahrgäste, als König. Fahrgäste kamen sich damals und auch heute bei Streiktagen wie Bettler vor.
Die Zeiten haben sich geändert, an normalen Tagen freut sich ein Taxifahrer, wenn er einen Fahrgast hat.
Nur sind die Taxifahrer von heute nicht die von gestern. Schade, es wäre so etwas wie eine Erfahrung für sie. Aber man soll ja nicht hämisch sein.
Nein- wir sind solidarisch mit den HAVAG- Mitarbeitern und hoffen, dass sie mit ihrem Streik eine gerechtere Bezahlung erhalten.
Was ich mir wünsche, das wäre mehr Solidarität untereinander. Etwa so:
Wenn ein Autofahrer bei einer Fahrt nach Y in der Stadt einen autolosen Hausbewohner fragen würde: Frau/Herr X ich fahre in die Stadt zu Y, wollen Sie vielleicht mitkommen?
Das wärs!!