Es tut sich was im alten Kaufhof: neuer Mietvertrag für altes „Kinderkaufhaus“ abgeschlossen, zwei weitere in Planung

Die beiden leerstehenden ehemaligen Kaufhof-Gebäude am Marktplatz in Halle (Saale) erwachen langsam zu neuem Leben. Nachdem das traditionsreiche Galeria Kaufhof-Kaufhaus Ende 2022 seine Türen für immer geschlossen hatte, begannen schon bald Diskussionen über die Zukunft der beiden prominenten Gebäude. Nun gibt es handfeste Fortschritte – sowohl im südöstlich gelegenen Gebäudeteil als auch im nördlicheren, älteren Komplex.

Umbau bei Markt 24 im vollen Gange – Intersport als Ankermieter

Die Norkon AG, ein Projektentwickler mit Fokus auf urbane Handelsflächen, hat bereits seit einigen Monaten mit dem Umbau des südöstlichen Gebäudes (Markt 24) begonnen. Hier soll mit Intersport ein starker Ankermieter einziehen. Zusätzlich sind zwei gastronomische Betriebe geplant, die das Einkaufserlebnis ergänzen und die Aufenthaltsqualität am Marktplatz erhöhen sollen. Damit wird das Gebäude, das lange Zeit im Schatten seines geschlossenen Betriebs stand, wieder in den wirtschaftlichen Kreislauf zurückgeführt.

Kinderkaufhaus-Erbe: Neues Konzept für Markt 20

Noch spannender dürften die Entwicklungen im nördlichen Gebäudekomplex (Markt 20) sein, den viele Hallenser*innen noch als Standort des legendären „Kinderkaufhauses“ in Erinnerung haben. Das heutige Gebäude, das nach Abriss des ursprünglichen Hauses errichtet wurde, gehört inzwischen der Stadtbau AG.

In den vergangenen Monaten hatte die Stadtbau AG das Gebäude verschiedenen Zwischennutzungen geöffnet – unter anderem war hier das international beachtete Silbersalz-Festival zu Gast. Diese Phase der kulturellen und sozialen Belebung scheint nun Früchte zu tragen: Wie im Wirtschaftsausschuss der Stadt Halle bekannt gegeben wurde, konnte in dieser Woche ein erster Mietvertrag für das Gebäude abgeschlossen werden. Zwei weitere Mietverträge befinden sich derzeit in Verhandlung. Einen konkreten Namen nannte die Stadt noch nicht, doch die Signale sind eindeutig.

„Der Bauantrag wird voraussichtlich im Herbst gestellt“, erklärte Sabine Odparlick, Leiterin des Fachbereichs Wirtschaft der Stadtverwaltung.

Breite Zustimmung in der Politik

Die Neuigkeiten stießen im Stadtrat auf breite Zustimmung. Melanie Ranft (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßte die Entwicklungen mit den Worten: „Das ist eine total super Nachricht.“ Auch Ferdinand Raabe (Volt) zeigte sich erfreut: „Das klingt sehr positiv, dass es bergauf geht.“

Beide Politiker*innen betonten die Bedeutung einer nachhaltigen und vielfältigen Nutzung der innerstädtischen Räume, insbesondere in einer Zeit, in der der stationäre Einzelhandel unter Druck steht und neue Nutzungskonzepte gefragt sind.

Nutzung vorerst auf untere Etagen beschränkt

In beiden Objekten – sowohl Markt 20 als auch Markt 24 – sollen zunächst nur die unteren Etagen in Betrieb genommen werden. Das lässt darauf schließen, dass die Eigentümer ein gestaffeltes Nutzungskonzept verfolgen, bei dem zunächst die publikumsintensiven Flächen aktiviert werden, bevor weitere Stockwerke erschlossen und langfristig entwickelt werden.

Artikel Teilen:

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

10 Antworten

  1. 10010110 sagt:

    Hier soll mit Intersport ein starker Ankermieter einziehen.

    Intersport gabs doch schonmal in der Großen Steinstraße (nähe Joliot-Curie-Platz), oder trügt mich da meine Erinnerung? Und dann gibt es mit dem Sporthaus Cierpinski zwei Konkurrenten in direkter Nachbarschaft – ich weiß nicht, ob das dauerhaft gut geht. 🤔

    • stark Nulli sagt:

      Wieder Top-Analyse. Du solltest Marktbeobachter werden.

    • Peter sagt:

      Jup, Intersport war früher in der Großen Steinstraße. Dort wo jetzt Fahrrad Focken eingezogen ist.

    • Omega Gähn sagt:

      Dieses aufgesetzte „oder trügt mich da meine Erinnerung“ oder „das war doch (bla bla)..Ah, ich erinnerte mich richtig.“.
      Als ob Du es nicht vorher checkst, Du Blender!

    • Hallenser sagt:

      Der Miniladen an der Ecke! Lage, Lage, Lage sag ich nur.

      Die Lage dort war eine Katastrophe.
      Der neue INTERSPORT macht es besser.
      Langfristig entscheidend ist vor allem die Kaufkraft
      Peak&Cloppenburg hat mittlerweile nur Waren der niedrigen Preissortiments des Konzerns im Angebot.
      Wer Besseres will muss mindestens nach L. fahren. So könnte es auch mit INTERSPORT laufen.

      • Radneuerfinder sagt:

        Is ja niedlich.
        Da muß ein neidischer Magdeburger wieder geifern, weil seine EinkaufsCenter leerstehen.
        Euer Karstadt macht doch auch bald dicht.

      • Dubistkeinhallenser sagt:

        Was auch immer „Peak&Cloppenburg“ sein mag, die Peek & Cloppenburg B.V. & Co. KG ist kein Konzern, sondern ein Familienunternehmen.

  2. Andreas Wallasch sagt:

    Braucht niemand! Ikea City wäre super! Da muss ein Magnet her, ein Geschäft wo man hochwertige Bekleidung bekommt!
    Am besten noch ein Pflegeheim!!

  3. Felix sagt:

    Soweit ich weiß, expandiert Decathlon nach Halle. Wenn das stimmt, dann vielleicht dorthin