Feininger-Gymnasium: die beliebteste Schule in Halle (Saale) – kaum jemand will auf die Fliederweg-Schule

Das Lyonel-Feininger-Gymnasium bleibt die beliebteste Schule in Halle (Saale). Das zeigen die neuen Anmeldezahlen, die die Stadtverwaltung nun dem Bildungsausschuss vorgelegt hat. Demnach haben sich 281 Fünftklässler für die 104 Plätze als Erstwunsch beworben. Wer zum Zuge kommt, wird letztendlich ausgelost.

Mit 271 Anmeldungen folgt dicht dahinter die IGS “Am Planetarium”. Hier stehen 158 Plätze bereit. Mehr Erstwunsch-Anmeldungen als Plätze gibt es auch am Christian-Wolff-Gymnasium (136 Erstwünsche für 108 Plätze), Giebichenstein-Gymnasium (149 auf 109), Südstadt-Gymnasium (141 auf 128), IGS Am Steintor (180 auf 108), Marguerite-Friedlaender-Gesamtschule (131 auf 125).

Weitere Anmeldungen: Genscher-Gymnasium (79 auf 107), KGS Hutten Gymnasialbereich 23, Sekundarbereich 45; KGS Humboldt Gymnasialbereich 50, Sekundarbereich 125; Gemeinschaftsschule Kastanienallee 40, Gemeinschaftsschule Heine 112, Gemeinschaftsschule “August Hermann Francke” 52.

Die reinen Sekundarschulen sind kaum nachgefragt. 34 Anmeldungen liegen für die Reil-Skundarschule vor, für die Sekundarschule Halle-Süd sind es 37. Schlusslicht ist die Fliederweg-Sekundarschule mit gerade einmal 16 Erstwünschen – bei 130 verfügbaren Plätzen.

Genau aus diesem Grund hatten Stadt und Stadtrat ursprünglich für eine weitere IGS plädiert, mussten aber auf Druck des Landes eine weitere Sekundarschule einrichten, obwohl schon die bestehenden kaum genutzt werden. Spannend wird auch sein, wie die Eltern reagieren. Denn diese haben ein Recht darauf, ihr Kind auf die bevorzugte Schulform (nicht Schule) zu schicken. Somit drohen erneut Klageverfahren.

Zumindest bei den Gymnasien ist Entspannung in Sicht. Am Südstadt-Gymnasium, am Christian-Wolff-Gymnasium und am Feininger-Gymnasium wird jeweils eine weitere 5. Klasse gestartet. Bei den IGSen ist das wegen Raummangel nicht so einfach. Die Stadt prüft, ob zumindest eine weitere Klasse gebildet werden kann, aber auch das ist noch weniger als der Bedarf.

Nicht enthalten sind die Spezialschulen wie die Latina, das Cantor-Gymnasium oder das Sport-Gymnasium, da hier Schüler einen Aufnahmetest absolvieren müssen, um aufgenommen zu werden.

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15 Antworten

  1. JM sagt:

    Man könnte doch jetzt darüber nachdenken, warum keiner seine Kinder auf die Sekundarschulen schicken will, anstatt neue IGS zu gründen. Das liegt nicht am Konzept Sekundarschule, das schlechter ist als eine IGS. Das liegt an Ruf, Klientel und Unterrichtsversorgung. Kann man aber nicht drüber reden.

    • kurtmieville sagt:

      Schon deshalb sollte man eine IGS gründen. In der kann man wenigstens Gymnasiallehrerinnen einsetzen. Von denen gibt es wenigstens noch ein paar. Eine weitere Sekundarschule bekommst du höchstens mit Quereinsteigern ausgestattet. Ein Vorzeigeobjekt wird diese sicher nicht.

    • Betr. sagt:

      Und es liegt daran, dass zu viele Förderschulen dicht gemacht wurden. Das Konzept Inklusion geht nicht auf, wenn keine Ressourcen (Personal, Räume …) dafür vorhanden sind. Du kannst keinen inklusiven Unterricht mit 28 Schülern machen, von denen 2 ADHS, 2 eine Lernbehinderung, 1 eine Verhaltensstörung und 4 keine Deutschkenntnisse besitzen. An Förderschulen sitzen 8-12 Schüler in einer Klasse und können so auch wesentlich besser begleitet werden. Sie fallen dann nicht einfach durchs System und die Sekundarschulen wären auch nicht mehr so abschreckend.

  2. Zapp sagt:

    Jeder weiss, warum!

  3. Hans sagt:

    Was ist mit dem Hans Dietrich Genscher Gymnasium?

  4. Genau sagt:

    Wann werden die Briefe versand?

  5. Steven sagt:

    Das Problem, dass Eltern ihre Kinder auf Gymnasien oder Gesamtschulen schicken wollen liegt nicht nur bei den Eltern, sondern auch bei den Betrieben, die sich alle einen schlanken die machen wollen und benötigt Gymnasium als Abschluss haben wollen.
    Kfzler mit Gymnasium.
    Alles nur, will dir Unternehmen keinen ausbilden wollen, sondern schon den fertigen ausgebildeten haben wollen.

    • Nun,... sagt:

      … ich bin in einem Land aufgewachsen, mittlerweile immer glücklicher darüber, wo die aufnehmenden Lehrbetriebe den Schulabsolventen nicht erst noch schulische Grundlagen vermitteln mussten. Das ist eigentlich die Normalität vor der beginnenden beruflichen Ausbildung.

    • Matze sagt:

      Das liegt daran, weil die meisten Eltern ihre Kinder aufs Gymnasium schicken, damit sie zumindest mit Kindern in eine Schule gehen, die auch Deutsch fließend sprechen können.
      Das Problem dabei ist, dass dadurch das Niveau auf den Gymnasien sinkt, da zu viele Kinder nicht die Fähigkeit für das Gymnasium besitzen. Da man aber auch nicht zu viele Kinder zurückstellen kann, werden diese schwächeren Schüler durchgeschleift und das Lernpensum schon lange nicht mehr geschafft.
      Die leistungsstärkeren Kinder sind so schlechter auf ein mögliches Studium vorbereitet. In den letzten Jahren sind die Anforderungen ans Abitur immer weiter gesunken.

    • Betr. sagt:

      Es liegt aber auch daran, dass die meisten 10. Klässler nach ihrem Schulabgang überhaupt nicht ausbildungsreif bzw. -fähig sind. Oft mangelt es schon an den Grundlagen wie Pünktlichkeit, Anstrengungsbereitschaft und Grundkenntnissen in den Kernfächern. Dann nehmen die Betriebe lieber Abiturienten, die somit 2 Jahre älter sind und ein größeres Allgemeinwissen mitbringen.

  6. Bernd sagt:

    Ein ELG wird nicht mehr genannt . Daumen hoch

  7. 🌀 sagt:

    Glücklich der, der ein Los ergattert.
    Und der Anwalt, der Klagewinreichungen fix drauf hat.

    • Katsching sagt:

      „Klagewinreichungen“

      Nicht nur da, auch bei Klagelosereichungen gibbets Gebühren!!

      • Matze sagt:

        Der Buchstabe e liegt genau neben dem Buchstaben w auf der Tastatur. Kannst du natürlich nicht wissen. Ich sagt nur: „gibbets“.

  8. @Eltern sagt:

    Die Eltern sollten sich nicht abspeisen lassen und ihr Recht auf ihre Schulform einklagen.

  9. wag the dog sagt:

    Vor 50 Jahren, als die Fliederwegschule noch nach Karl Marx benannt war, war diese Schule sehr beliebt. Wir kamen alle aus dem Viertel. Die Lehrer wurden 30 Jahre später, einige wenige heute noch, immer noch von ihren ehemaligen Schülern gegrüßt.
    Das heute fast jeder, auch noch so unbedarfte Schüler, auf ein Gymnasium kommt, ist schlichtweg eine Entwertung des Abiturs. Wir sehen ja gerade wo es hinführt.

  10. J.W. sagt:

    … aber wir bauen eisern noch eine Sekundarschule…