Heftige Debatten im Kulturausschuss zu Genscher

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30 Antworten

  1. 10010110 sagt:

    Scheiß-Idee.

  2. Ronny sagt:

    Die Umbenennung des Gymnasiums wurde mit einem Patt abgelehnt. Da hat die Hälfte des (anwesenden) Kulturausschusses aber heftige Proteste vermeiden können. Wenn sie jetzt noch Kosten die durch die Umbenennung übernehmen – möglichst aus eigener Tasche – ist dieser Drops auch endlich gelutscht.

  3. E.T. sagt:

    Es ist daran zu erinnern, dass es Genscher war, der als Innenminister 1972 – als 18 israelische Sportler während der Olympischen Spiele in München durch palästinensische Terroristen als Geiseln genommen wurden, sich personlich zum Austausch für die Geiseln anbot. Die Terroristen gingen nicht darauf ein. Vor allem dieses Handeln hat viele Menschen in Westdeutschland tief bewegt und neben Willy Brandts Kniefall weltweite Sympathien für Westdeutschland gebracht und das unerschütterliche Vertrauen in die politische Bonner Elite gebracht, dass die Nazi-Ideologie ein für allemal der Vergangenheit angehört und den Weg für die Einheit frei machte Diese Haltung, diese Leistung hat ein Hallenser vollbracht – der in den 50er Westen fliehen musste! Genschers Verhalten hat die Deutschen ob in West als Ost sehr sehr stolz gemacht! Die Westdeutschen durften ihren Stolzen offen bekunden, die Ostdeutschen ebenso die Hallenser waren ebenfalls sehr stolz auf dieses Verhalten, durften diesen aber bei Gefahr auf Stasiverfolgung nicht zeigen. Erst 1989 wurde das möglich. Vor allem da Ostberlin die PLO, die damals eine Terrororganisation war, offen unterstützte. Genscher hat Maßstäbe und Wette gesetzt als Politiker, dass, bei allem Respekt für Herder, für das heutige Deutschland und Europa ein ganz andere Bedeutung hat. Deshalb sollte die Ehrung durch Schule und Platz erfolgen.

    • E.T. sagt:

      Maßstäbe und Werte

    • Willy sagt:

      Dann kann München ja ein Denkmal errichten. Oder Jerusalem. Die haben auch Schulen und Bahnhofsplätze.

      Genscher musste nicht fliehen. Er hatte eine aussichtsreiche Karriere als Jurist vor sich. Die Geschichte nicht noch mehr verfälschen!

    • Wieland Europa sagt:

      Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Erstmal scheint nämlich GEnscher sehr genau gewusst zu haben, dass dieser Austausch nicht stattfinden wird. Was hätten palästinensische Terroristen davon gehabt?ISt eher ein Anfall von deutschen Großmut. Auf die Bitte der Israelis ein Spezialkommando nach Deutschland zu senden, die sich eben mit genau solchen Fällen auskennen wurde von Genscher abgewiesen. Der Ausgang, die Ermordung aller Mitglieder der israelischen Olympiamannschaft ist bekannt. Die BRD hatte damals kein Einsatzkommando – etwa die GSG9, die imstande gewesen wäre mit der Situation umzugehen. Auch ihr Argument „Überwindung des NS“ greift nicht. Eher scheint man an Genscher eine gewisse Kontinuität fest machen zu können. Genscher war in der NSDAP. Er wird später behaupten, dass er per Sammelantrag ohne sein Wissen eingetreten wurde. Blöd nur das es 1944 diese so nicht gab, es bleibt mindestens ein „Beigeschmack“ . Die NSDAP war höchstwahrscheinlich die Partei in Deutschland die ihre Mitglieder am intensivsten prüft bevor diese aufgenommen wurden. Darüber „wechselte“ Genscher direkt von der Hitlerjugend in die NSDAP, dieses Privileg kam nur etwa 20 % der HJ’tler zu. Das heißt nicht das Genscher ein Nazi ist. Nochmal kurz zu München’72. Im übrigen die drei Terrorist die den eigens angezettelten Anschlag überlebten wurden von Genscher, ohne Konsultation Israels, sehr schnell freigelassen und in der arabischen Welt herzlich empfangen. Genscher war einer der ersten „westlichen“ Politiker die der Islamischen Republik Iran die Aufwartung machten. So richtig scheint er also die westlichen Werte nicht verinnerlicht zu haben. Dies alles scheint aber auch daran zu liegen das Liberalismus in Deutschland immer schon ein wenig anders verstanden wurde als der Rest der Welt. Beste Grüße

  4. Rudi sagt:

    Den Vorplatz eine Bahnhofs nach Genscher zu benennen steht in etwa auf einer Stufe mit der Benennung des Opernhaus-Cafes nach Genscher. Man sollte es doch lieber sein lassen.

  5. farbspektrum sagt:

    Die MZ macht sich lächerlich. Kein Wunder, dass die Presse immer mehr an ansehen verliert:
    http://www.mz-web.de/halle-saale/paukenschlag-im-kulturausschuss-gegen-genscher-gymnasium–25661880

    Kann man so einen Artikel ernst nehmen?

  6. Hansimglück sagt:

    Bei Genscher und der FDP-Zeitung darf man Milde walten lassen. Jeder macht sich so lächerlich, wie er kann.

    Die Lehrerin hätte vielleicht mal ihren Schülern irgendwann erklären können, wer Herder war und was seine Ideale waren.
    Nicht übel nehmen, liebe Schüler, aber da hätte man euch sonst auch fragen können, wollt ihr ein Eis?

    • SryNotSry sagt:

      Die Schüler haben sich wahrscheinlich mehr mit Herder beschäftigt als Sie. Den Schülern ist zudem bewusst, welche Bedeutung Herder hat. Sowohl im positiven wie im negativen Sinn. Da Sie seine gute Seite offenbar schon kennen, möchte ich sie fragen, wussten Sie dass Herder Juden als parasitäre Pflanze und schlimmeres bezeichnet hat? Wer solche Äußerungen machte, hatte wohl seine eigene Forderung nach Humanität nicht konsistent gelebt. 😉

  7. Mit Verlaub, aber die einzig richtige Ehrung für H.-D. Genscher wäre die komplette Delitzscher Straße nach ihm zu benennen.
    Bei der Umbenennung der Philipp-Müller-Str. in Willy-Brandt-Str. hat man auch keine Anwohner etc. gefragt, ob die das wollen.

    • Meckerbock sagt:

      😉 das ich mal mit Herrn schramm einer Meinung bin .. hätte ich ja selber nie gedacht .. aber die Delitzscher Straße wäre eine echte Würdigung gewesen … nicht dieser mickrige bahnhofsplatz .. das ist definitiv nicht angemessen

      • 10010110 sagt:

        Aber nicht gleich die komplette Delitzscher Straße. Das Stück von Reideburg bis zur Stadtgrenze hätte ausgereicht.

        • Wenn dann komplett. Genscher war ein großer Politiker, der viel Für Deutschland und Halle getan hat, also sollte auch eine große Straße nach ihm benannt werden.

          • Bollwerk sagt:

            Das ist’s noch zu wenig! Darüber hinaus muss der Riebeckplatz und sämtliche abgehende Straßen auch noch nach Genscher umbenannt werden. Außerdem sollte es jeden Morgen in Schulen und Betrieben einen Fahnenappell geben. Das sollte das Mindeste sein.

  8. farbspektrum sagt:

    Den Bahnhofsplatz umzubenennen, ist eine gute Lösung, mit der wohl viele (außer Wolli) leben können. Ich habe noch nie nach einem „Bahnhofslatz“ gesucht oder gefragt, wenn dann nach dem „Bahnhof“. Und die paar Anlieger mit der Adresse „Bahnhofsplatz“ werden die Adressänderung verschmerzen können. Wenn jemand den altgewohnten „Bahnhofsplatz“ vermisst, wird er sich sicher denken können, dass dieser am Bahnhof war.

  9. Johnny sagt:

    Ich finde es belustigend wie die Stadträte mit ihren Partei- Egoismen in einem Jahr nichts zu Stande gebracht haben. Jeder für sich ist wichtiger als die Sache an sich!

    Und nun sind sie auf eine Zeitung böse, die in ein paar Artikel zu einem Ergebnis kam.

    Liebe LOKALpolitik ihr sollte euch schämen.

    • 10010110 sagt:

      „Jeder für sich ist wichtiger als die Sache an sich!“

      Welche „Sache“ ist denn überhaupt wichtig? Man muss ja erstmal die Genscherbenennung als „wichtig“ definieren, und nach welchen Maßstäben passiert das? Nach (partei-)politischen, natürlich. Und ganz offensichtlich hat die MZ diese „Sache“ künstlich als total wichtig aufgebauscht, obwohl sie nach Meinung anderer gar nicht so wichtig ist. Und die MZ kam nicht zu einem „Ergebnis“, sondern hat Behauptungen aufgestellt und versucht, vollendete Fakten zu schaffen. Den Lokalpolitikern, die gegen eine vorschnelle und übertriebene Hektik sind, kann man ja wohl nun am wenigsten einen Vorwurf machen.

  10. mirror sagt:

    Der eigentliche Wegbereiter für die Wiedervereinigung war Egon Bahr mit seinen Thesen „Wandel durch Annäherung“ in den 60ern. Kohl und Genscher sind dann durch die Tür gegangen, die Gorbatschow ihnen aufgemacht hat. Gönnen wir dem Volk seine Helden.

  11. farbspektrum sagt:

    Man erwartete ja bei den parteipolitisch gelb gefärbten Zeitungsfritzen ja nicht unbedingt eine humanistische Bildung. Aber Genscher so weit über Herder zu stellen, dass man die Namen austauschen will, dazu gehört schon eine gewaltige Portion Ignoranz.
    Übrigens ist die MZ ein schönes Beispiel für Meinungsfreiheit. Es scheinen alle in der FDP zu sein.

    • SryNotSry sagt:

      Geht es hier jetzt um die MZ oder die Ehrung Genschers?
      Thema verfehlt würde ich sagen. Wenn man schon mit Pauschalisierungen argumentiert, dann doch bitte mit Quellen.
      Des Weiteren war es Anliegen der Schule, nicht der MZ. Diese wollte zudem nicht den Namen Herders austauschen, im Sinne von „weg damit“, sondern meiner Meinung lediglich einen Vertreter, der mehr Bedeutung in diesem Zeitalter hat als Herder. Über die Beweggründe könnten Sie sich einfach mal direkt bei der Schule informieren, statt vorschnell Ignoranz vorzuwerfen.

  12. Fritz sagt:

    Willy spricht allen Ernstes davon, dass Genscher als Jurist in der SBZ/DDR eine „aussichtsreiche Karriere“ vor sich gehabt hätte und fordert auf, Geschichte nicht noch mehr zu verfälschen. Lachhaft, nicht noch mehr wie Willy zu verfälschen? Aussichtsreich wie Vogel oder Gysi? Genau das hat Genscher nicht gewollt. Er hat statt dessen sein Leben in den Dienst der Freiheit gestellt. Und den Namen seiner Heimatstadt in alle Welt getragen. Das sollte den Hallensern Anlass genug zu sein, diesen Mann zu ehren, anstatt kleingeistig zu giften. Dazu muss man nicht alle Positionen teilen. Es reicht, Andersdenkende zu respektieren und Leistungen anzuerkennen. Lächerlich auch, wie hier manche die Presse besudeln, weil ihnen deren Position nicht gefällt. Übrigens auch ein Thema, für das Genscher immer eintrat, auch wenn ihm beileibe nicht alles gefiel, was da zu lesen stand: Pressefreiheit. Ein Grundpfeiler der Demokratie.

    • mirror sagt:

      Dann sollte diese Zeitung eine im demokratischen Prozess errungene Entscheidung nicht als „Entscheidung von Provinzlern“ diskreditieren. Damit disqualifiziert sich dieses Organ mal wieder selbst.

    • Willy sagt:

      Ja, Willy spricht davon. Genscher musste nicht fliehen, er wurde nicht verfolgt, nicht politisch und nicht juristisch. Es war jedenfalls keine Flucht in die „Freiheit“.

      Genschers Andenken wird nicht beschmutzt, wenn eine Schule nicht nach ihm benannt wird.

      • Fritz sagt:

        @ Willy: Also gab es Ihrer Ansicht nach die Freiheit hier? Danke für die Klarstellung.

        • Willy sagt:

          Offensichtlich hast du 1952 noch nicht gelebt.

          Man muss weder Spitzel oder sonstiger Kollaborateur gewesen sein, um ein gutes Leben führen zu können. Auch nach dem Juni 1953.

          Das mag für ungelernte Arbeiter und zwangskollektivierte Bauern und Landarbeiter was anderes gewesen sein. Für solche war es auch vorher nicht leicht und ist es bis heute nicht. Volljuristen hatten aber nichts zu leiden. Vor 61 schon gar nicht.

  13. Bollwerk sagt:

    Wer brav mitmarschierte, war frei genug.

  14. Hansimglück sagt:

    Lustig dass die Provinzzeitung die eigene Provinz mit dem Begriff der Provinz noch beleidigen will.
    Der Kommentar des Herrn Färber ist nun wirklich totaler Kindergarten. „Gymnasium sollte umbenannt werden“ wird als gesetzt hingestellt und zu den eigenen bekannten Art.. (nein, Artikel kann man das nicht nennen )Beiträgen verlinkt.

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