Neuer Tiefstwert für die Bundesregierung im ARD-Deutschlandtrend: Zufriedenheit mit Schwarz-Rot nur noch bei 22 Prozent

Nur gut 100 Tage nach dem Start der schwarz-roten Koalition aus CDU/CSU und SPD erreicht die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Bundesregierung einen neuen Tiefpunkt. Laut dem aktuellen ARD-DeutschlandTrend zeigen sich lediglich 22 Prozent der Befragten zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung – ein Rückgang um sieben Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat. Drei von vier Befragten (75 Prozent) sind aktuell weniger bis gar nicht zufrieden mit dem Regierungshandeln.

Unmut über Koalitionsklima

Besonders kritisch wird der Umgang der Koalitionspartner miteinander bewertet: Nur 18 Prozent der Bürgerinnen und Bürger zeigen sich zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Miteinander in der Regierung. 77 Prozent hingegen kritisieren das Verhältnis zwischen CDU/CSU und SPD – trotz des nach außen hin einheitlichen Auftretens bei der Koalitionsklausur in Würzburg. In dieser Woche sorgten erneut Streitpunkte – unter anderem rund um das Bürgergeld und Steuerfragen – für Irritationen.

Die repräsentative Umfrage von infratest dimap wurde im Auftrag der ARD unter 1.342 Wahlberechtigten zwischen Montag und Dienstag dieser Woche durchgeführt.

Parteien im Vergleich: Schwache SPD, stabile Union, starke AfD

Im direkten Vergleich der Koalitionsparteien fällt das Urteil ähnlich aus: Jeweils nur 29 Prozent der Befragten sind mit der Regierungsarbeit von CDU/CSU bzw. der SPD zufrieden. Zwei Drittel (68 Prozent bzw. 67 Prozent) sind unzufrieden.

Auch in der Sonntagsfrage zeigen sich die politischen Spannungen:

  • CDU/CSU bleibt stabil bei 27 Prozent
  • AfD erreicht mit 25 Prozent (+1) einen neuen Höchstwert
  • SPD legt leicht zu auf 14 Prozent (+1)
  • Grüne verlieren einen Punkt auf 11 Prozent
  • Linke verharrt bei 10 Prozent
  • Bündnis Sahra Wagenknecht kommt auf 4 Prozent (+1)
  • FDP fällt unter die 5-Prozent-Hürde und steht bei 3 Prozent (-1)

Pistorius bleibt beliebtester Politiker – Merz und Spahn abgeschlagen

In der Bewertung einzelner Regierungsmitglieder bleibt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit 60 Prozent Zustimmung klarer Spitzenreiter.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erreicht dagegen nur 33 Prozent Zustimmung, während 62 Prozent seine Arbeit kritisch sehen. Auch CDU/CSU-Fraktionschef Jens Spahn kommt mit nur 12 Prozent Zustimmung auf einen der schlechtesten Werte – ein Rückgang um 14 Prozentpunkte seit Dezember 2021.

Weitere Ergebnisse im Überblick:

  • Außenminister Johann Wadephul (CDU): 35 Prozent Zustimmung (+4)
  • SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil: 31 Prozent Zustimmung (+1)
  • Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD): 29 Prozent Zustimmung (+3)
  • Innenminister Alexander Dobrindt (CSU): 25 Prozent Zustimmung (-1)
  • AfD-Fraktionschef Tino Chrupalla: 20 Prozent Zustimmung (+3)
  • Linken-Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek: 19 Prozent Zustimmung (-1)
  • Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann: 12 Prozent Zustimmung (-2)

Besonders auffällig: Viele der befragten Wahlberechtigten geben an, etliche Spitzenpolitiker nicht beurteilen zu können – ein Hinweis auf mangelnde öffentliche Präsenz oder Profilbildung.

Fazit: Vertrauenskrise nach 100 Tagen

Die schwarz-rote Koalition startet mit einem massiven Vertrauensdefizit in die erste Etappe ihrer Regierungszeit. Trotz klarer Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ist von Stabilität wenig zu spüren. Die steigenden Umfragewerte der AfD und die allgemeine Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit zeigen: Die Bundesregierung steht vor der Herausforderung, Vertrauen zurückzugewinnen – und das dringend.

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40 Antworten

  1. Steffen sagt:

    Woran liegt das wohl?
    Die Ampel war schon kurios aber die jetzt sind an Selbstüberschätzung nicht zu toppen und sind nur durch Migränenheidi im Amt.

    • Könnte sein sagt:

      „Woran liegt das wohl?“

      Abschiebungen wohl doch nicht so beliebt.

      • Eher wahrscheilich aka Midas sagt:

        Die dringend notwendigen Abschiebungen reduzieren sich auf wenige mehr symbolische Aktionen.

        Insofern hast du recht. Die (versprochenen) Abschiebungen sind bei dieser Regierung doch nicht so beliebt.

  2. Wario sagt:

    Tja, wenn man genau so weitermacht wie die Ampel 🚦, muss man sich nicht wundern. Volkes Wille wird weiter ignoriert, Wirtschaft weiter am bröckeln, Diskussion um Steuererhöhung, Wahlversprechen werden kassiert. Mal schauen,wie lange die Koalition noch hält.

  3. Detlef sagt:

    Bedankt euch bei den Wählern.
    Seit lieber schlau und wählt blau

  4. PaulusHallenser sagt:

    Es macht sich halt negativ bemerkbar, dass die FDP nicht mehr Teil der Bundesregierung ist.

    Wir stehen als FDP für eine moderne und freiheitliche Politik, die Unternehmen und Menschen die Luft zum Atmen lässt und nicht alles und jeden gesetzlich reguliert. Es braucht wieder mehr Freiheit in Deutschland, dann geht es mit der Wirtschaft wieder bergauf.

    • : sagt:

      Jaaaa, PausenClown! Ein Schenkelklopfer nach dem anderen – ich komm aus dem Lachen nicht mehr raus. Du bist viel besser als dieser… wie heißt der noch gleich? Bochmann!
      PausenClown, du musst auf die Bühne. Dein Humor sollte ganz Deutschland kennen.
      Liebe Grüße von deinem Fanboy 🥰

    • 10010110 sagt:

      Hahaha, bester Witz gestern. 😆

  5. Blau ja Blau sagt:

    Das ist Demokratie! 2 Dumme können einen Schlauen überstimmen.

    • Wahnfried sagt:

      Wer ist da jetzt mit schlau gemeint? Der Maler aus Sachsen, oder die Rentenbuchhalterin, die Deutschland nicht mag?
      Ich meine, das sind ehrenwerte Berufe. Aber wer anderen mit ähnlichen Qualifikationen Regieren abspricht, ist insofern auch nicht besser.

  6. Haiopei sagt:

    Naja , nix neues . Das hatte wir ja jahrelang zur Genüge . Bundes-Pinoccio und der kleine König aus Meck.-Pomm. (und bekannter Klüngel) werden das schon schaukeln . SPD wie immer Zaungast …gg. Hauptsache die Schäfchen im Trockenem . Wie gesagt , nicht wundern .

  7. Bürger sagt:

    Wie fühlen sich eigentlich die Wähler, die ihr Kreuz bei der CDU gemacht haben? Stolz? Oder Entsetzen, dass man sich komplett dem Wahlverlierer SPD verkauft hat? Deutschland hat linke Politik abgewählt und erhält einen Antifa-Schattenkanzler.

    • Ach ja, wenn Du jemandem vorwirfst(!), gegen Faschismus zu sein, dann darf man Dich wohl als Faschisten bezeichnen. Sonst würde Dich das ja nicht so sehr beschäftigen.

    • Wahnfried sagt:

      Leider steht zu befürchten, dass Du das noch immer sagen würdest, wenn alle Abschiebungen erledigt wären, alle Landschaften blühten.
      Ihr Zauderer und Zerreder seid das eigentliche Problem dieser Tage!

    • : sagt:

      Wenn sich jemand immer wieder verkauft, dann ist es wohl die SPD – aber ehrlich gesagt: Die gesamte Politik hat sich seit Jahrzehnten an Lobbyisten verkauft, die das meiste Geld haben. Im Wirtschaftsministerium wird das derzeit wieder einmal eindrucksvoll demonstriert.
      Eine Politik, von der nur wenige profitieren, während gesellschaftliche Probleme ungelöst bleiben.
      Und dann lediglich darauf hinzuweisen, dass die „böse AgD“ rechtsextrem sei, ist einfach nur billig und schreckt die Leute nicht davon ab, sie zu wählen. Und diese Dummheit, auf rechte Themen aufzuspringen, hat der €DU/€$U nichts genutzt. Und das war so vorhersehbar.

  8. FDP Versager sagt:

    Ihr FDP Versager steht für keine kulturelle Vielfalt in Halle, und jetzt verschwinde

    • So ein Wahnsinn aber auch sagt:

      Kulturelle Vielfalt? Mit solchen Parolen verschreckt ihr sehr viele Leute. Der Begriff kulturelle Vielfalt ist mittlerweile negativ besetzt und treibt vielen Mitbürgern den Angstschweiß ins Gesicht. Irgendwann werdet ihr auch mal wach, oder auch nicht.