Zum Weltgesundheitstag: LSVD Sachsen-Anhalt fordert diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung für LSBTIQ*-Menschen

Anlässlich des Weltgesundheitstags am 07. April 2025 macht der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen-Anhalt auf bestehende Ungleichbehandlungen im Gesundheitssystem aufmerksam. Die gesundheitliche Versorgung von LSBTIQ*-Menschen ist häufig durch fehlendes Wissen, Vorurteile und mangelnde Sensibilität seitens medizinischer Fachkräfte geprägt – mit teils gravierenden Folgen für die psychische und physische Gesundheit der Betroffenen.

Niemand sollte beim Arztbesuch Angst haben müssen, aufgrund der eigenen sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität diskriminiert zu werden“, betont Andreas Bösener vom Vorstand des LSVD Sachsen-Anhalt.

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt: LSBTIQ*-Personen sind deutlich häufiger von Depressionen, Burnout oder Herzerkrankungen betroffen. Oft aus Angst vor Stigmatisierung meiden sie ärztliche Besuche – ein Teufelskreis.

Ein Kernproblem liegt in der medizinischen Ausbildung: Themen wie geschlechtliche Vielfalt, Transgesundheit oder queere Lebensrealitäten finden in vielen Curricula kaum Beachtung. „Hier braucht es dringend strukturelle Änderungen – in der Ausbildung ebenso wie im Praxisalltag“, fordert der Verband.

Auch in Sachsen-Anhalt zeigen Rückmeldungen aus der Community, dass Diskriminierungserfahrungen an der Tagesordnung sind. Beratungsstellen berichten von Menschen, die sich aus Sorge vor Ablehnung selbst bei schweren Erkrankungen nicht in medizinische Behandlung begeben. Die Mobile Opferberatung verzeichnete im Jahr 2022 mehrere queerfeindliche Übergriffe im Land – ein Spiegelbild gesellschaftlicher Spannungen, die auch vor dem Gesundheitssektor nicht Halt machen.

„Die medizinische Versorgung in Sachsen-Anhalt muss endlich alle Menschen einschließen, unabhängig davon, ob sie lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter* oder queer sind. Dafür braucht es verpflichtende Schulungen zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, feste Ansprechpersonen in Kliniken und Praxen sowie klare Antidiskriminierungsrichtlinien. Gesundheit ist ein Grundrecht und das muss für alle gelten“, sagt Andreas Bösener, Mitglied im Vorstand des LSVD Sachsen-Anhalt weiter.

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Keine Antworten

  1. Alter Falter 🤦 sagt:

    Aha… also sind die Ärzte jetzt auch schon böse Menschen welche diskriminieren. Na mal schauen welche Berufsgruppe die nächsten sind.

  2. 🏳️‍🌈 sagt:

    Svenja gefällt das.

  3. Ich auch eigene Medizin sagt:

    Alles und Alle müssen sich um uns drehen. Und das die ärztliche Versorgung für Queere schlechter ist halte ich für ein Gerücht. Dem Herzen sind die sexuellen Vorlieben grundsätzlich egal. Das es Ängste gibt, ist nachvollziehbar, hier die Gründe in der ungenügenden Ausbildung der Ärzte zu suchen ist aber seltsam. Von einem Chirurgen erwarte ich persönlich nicht das er Kurse zu MPOX belegt, das Geschlechter unterschiedlich sind weiß auch er schon und sieht es täglich vor sich liegen. Die meisten Ängste entstehen durch Gerüchte.

  4. WokeWM sagt:

    „..auf bestehende Ungleichbehandlungen im Gesundheitssystem aufmerksam.“

    Ist dem so?

    „Die gesundheitliche Versorgung von LSBTIQ*-Menschen ist häufig durch fehlendes Wissen, Vorurteile und mangelnde Sensibilität seitens medizinischer Fachkräfte geprägt – mit teils gravierenden Folgen für die psychische und physische Gesundheit der Betroffenen.“

    „Oft aus Angst vor Stigmatisierung meiden sie ärztliche Besuche – ein Teufelskreis.“

    „Auch in Sachsen-Anhalt zeigen Rückmeldungen aus der Community, dass Diskriminierungserfahrungen an der Tagesordnung sind. Beratungsstellen berichten von Menschen, die sich aus Sorge vor Ablehnung selbst bei schweren Erkrankungen nicht in medizinische Behandlung begeben.“

    Dieser sogenannte Teufelskreis scheint eher selbstgemacht!
    Aus was? Aus Unsicherheit!

    Hauptsache die LSBTIQ*-Menschen wurden, mal wieder, erwähnt!

    • Bürger sagt:

      Vielleicht sind sie auch einfach nicht privat versichert. Die Gehälter bei den NGOs sollen nicht allzu hoch sein. Dann werden sie natürlich diskriminiert, wie jeder Kassenpatient. Augen auf bei der Berufswahl!

  5. 10010110 sagt:

    Was für ein Quatsch. Für medizinisches Personal ist doch völlig unerheblich, welche sexuelle Orientierung oder gefühlte Geschlechtsidentität jemand hat. Biologisch sind die Patienten entweder Mann oder Frau (natürliche hormonelle Abweichungen sind selbstverständlich) und werden entsprechend medizinisch behandelt. Was unterscheidet denn „Transgesundheit“ von regulärer Menschlicher Gesundheit? Dass diese Leute psychische Probleme haben, ist ja nicht das Problem des medizinischen Fachpersonals. Da sollten sie eher einen Psychotherapeuten (d/w/m) aufsuchen, um ihre Angst vor dem Arztbesuch zu lindern.

  6. Miraculix sagt:

    Bei wieviel Ärzten muss man denn seine sexuelle Orientierung offenlegen? Und die hat dann direkte Auswirkung auf den Metabolismus bzw. die Physis?

  7. Robert sagt:

    Sofort das medizinische Personal ,die die LSBTIQ, diskriminieren , entlassen.
    Die LSBTIQ sollen sich mal nicht so haben. Mich ruft man auch immer Kleiner, Dicker, Alter . Soll ich mich jetzt auch diskriminiert fühlen und einen Aufstand vollziehen ?

  8. Klaus sagt:

    Kein Arzt wird einen Patienten nach geschlechtlicher und sexueller Orientierung fragen. Es gibt auch keine geschlechtliche Vielfalt, denn es gibt nur zwei Geschlechter. Als was sich jemand „fühlt“, ist im Gesundheitswesen völlig irrelevant. Herz, Niere und Co. sitzt immer an der gleichen Stelle.

    • grüner sagt:

      Erzähl kein scheiß Klausi. 1. Wurde ich gefragt bei meiner neuen Hausärztin nach meiner sexuellen Orientierung. 2. sitzen Herz, Niere und Co. nicht immer an der gleichen Stelle. (Situs inversus)
      Vielleicht informierst du dich besser bevor du hier Lügen verbreitest!

      • Ex-Grüner sagt:

        Und hast du die Hausärztin dann gleich wieder wegen Diskriminierung gewechselt? Situs inversus hat jedenfalls nichts mit Geschlechtsidentität zu tun.

      • Faxenchecker sagt:

        Pro-Tip: Du solltest schnell deine Hausärztin wechseln! Und zu situs inversus: Ausnahmen bestätign die Regel.

      • Ich auch eigene Medizin sagt:

        Zu 1 ist, es so offensichtlich? Mich hat meine Hausärztin noch nie gefragt. Und die Frage wäre korrekt um die Risikosituation (Anamnese) korrekt einschätzen zu können. Was ja der obigen Forderung entsprechen würde was aber offensichtlich auch falsch war. Was die Frage aufwirft, ob es überhaupt richtig geht. 2. Das weiß jeder Arzt, es sei denn, er hat seine Approbation im Lotto gewonnen.

  9. Fakten sind so gemein sagt:

    Evidenzbasierte Medizin ist verständlicherweise ein Ärgernis für Menschen, deren Selbstbild auf gefühlten Wahrheiten beruht. Vielleicht fühlen sie sich beim Heilpraktiker oder anderen Paramedizinern besser aufgehoben.

  10. Bürger sagt:

    Bald herrscht Kriegsrecht und da hat die Regierung vorgesorgt. Dafür gibt es im Selbstbestimmungsgesetz eine Ausnahme und plötzlich wieder nur noch 2 Geschlechter. Wie praktisch.