Diskussionen nach dem Todesfall von Köthen

Die medialen Berichte zu Chemnitz sind noch nicht richtig abgeflaut, da wenden sich die Pressevertreter einer Stadt in Sachsen-Anhalt zu. Hier ist am Samstagabend ein Deutscher nach einem Streit mit Afghanen ums Leben gekommen. Berichten zufolge starb der Mann im Krankenhaus an einem Herzinfarkt. Aber die Debatten laufen schon, da ruft die Antifa schon zu Kundgebungen gegen den Deutschen Mob auf, weil auch Rechtsextreme aus dem Vorfall Kapital schlagen wollen.

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld sei tiefbestürzt über den Tod. Allen Angehörigen spreche man das tiefste Mitgefühl aus, teil der Landkreis mit. Die beiden verdächtigen und von der Polizei festgesetzten Afghanen seien 18 und 20 Jahre alt. Ein Verdächtiger besitze den Status eines anerkannten Flüchtlings. Bei dem anderen Verdächtigen habe eine geplante Abschiebung wegen laufender Ermittlungsverfahren bislang nicht durchgeführt werden. Landrat Uwe Schulze und Köthens Oberbürgermeister Bernd Hauschild haben heute am Ort des Geschehens Blumen niedergelegt.

„Der tragische Tod des jungen Mannes geht mir sehr nahe und ich bedauere das Geschehene zutiefst. Mein aufrichtig empfundenes Mitleid gilt den Hinterbliebenen“, sagt Innenminister Holger Stahlknecht. „Die Ermittlungen zu den Geschehnissen laufen in enger Abstimmung mit Justiz und Polizei. Ich habe vollstes Verständnis für die Betroffenheit unserer Bürgerinnen und Bürger. Dennoch bitte ich um Besonnenheit. Wir werden alle Mittel des Staates konsequent einsetzen.“

„Die Ereignisse der letzten Nacht haben uns sehr betroffen gemacht. Den Angehörigen und Freunden des getöteten 22-jährigen gilt unsere tief empfundene Anteilnahme. Es muss immer gesellschaftlicher Konsens bleiben, dass Gewalt durch Nichts und Niemanden legitimiert werden kann“, sagt der Vorsitzende der Fraktion Die Linke, Thomas Lippmann. „Vor dem Hintergrund der Ereignisse in Chemnitz fordert die Linke eine schnelle, vorurteilsfreie und lückenlose Aufklärung der Todesumstände des jungen Mannes in Köthen. Spekulationen und Vorverurteilungen sind fehl am Platz – Gebraucht wird jetzt vor allem Besonnenheit. Wir setzen darauf, dass es bald belastbare Informationen geben wird und sich alle verantwortungsbewussten Menschen entschieden gegen Versuche einer Eskalation – wie sie Chemnitz erlebt hat – wenden. Jegliche Versuche von Selbstjustiz müssen verhindert werden. Den Tod eines Menschen – wie auch immer dieser zustande gekommen ist – für politische Interessen zu instrumentalisieren, wird weder dem Toten noch seinen Angehörigen gerecht. Trauer und Anteilnahme sind jetzt das Gebot der Stunde. Das werden wir bei der von der Jakobskirche initiierten Andacht zeigen. Die Mobilisierung der Rechten, die Köthen zu einem zweiten Chemnitz machen will, muss eine angemessene Antwort der demokratischen Gesellschaft erfahren – stark aber gewaltfrei.“

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