SKL-Glücksatlas: Halle glücklicher als der bundesweite Durchschnitt – Stadt liegt knapp vor Leipzig und deutlich vor Magdeburg

Während Kassel mit 7,44 Punkten zum zweiten Mal in Folge den Spitzenplatz im SKL Städteranking verteidigt, ist es vor allem Halle (Saale), das mit einer bemerkenswerten Leistung auf sich aufmerksam macht: Die Stadt erreicht mit 7,14 Punkten Platz 14 im Ranking der 40 größten deutschen Städte – und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt, deutlich vor vielen wirtschaftlich stärkeren Städten und erneut vor ihrer traditionsreichen Rivalin Magdeburg und sogar einen Platz vor Leipzig.

Im Vergleich zum Vorjahr (Platz 9) hat Halle zwar leicht an Punkten verloren (−0,02), bleibt aber klar im oberen Drittel. Magdeburg dagegen kann zwar leicht zulegen (+0,13 Punkte), fällt aber dennoch auf Platz 30 zurück – mit nur 6,80 Punkten, weit unterhalb des nationalen Mittels.

Mehr Zufriedenheit als die Statistik erwarten lässt

Was Halle so besonders macht: Die Stadt erreicht diese hohe Bewertung trotz wirtschaftlich herausfordernder Rahmenbedingungen. Laut Studie schneidet Halle bei der objektiven Lebensqualität, also bei Faktoren wie Einkommen, Arbeitslosigkeit oder Steuereinnahmen, deutlich unterdurchschnittlich ab – sie landet hier auf Platz 34. Und dennoch: Die Hallenserinnen und Hallenser geben ihrer Stadt vergleichsweise gute Noten. Die Autoren der Studie sprechen in diesem Zusammenhang von einem klaren „Overperformer“: „Die Hallenser sind somit zufriedener mit ihrem Leben, als es die objektiven Indikatoren erwarten lassen. Das nennen wir einen ‚Overperformer‘.“

Halle beweist damit erneut, dass Lebenszufriedenheit mehr ist als eine Summe aus Wohlstand, Infrastruktur und Wirtschaftskraft. Wie die Studie zeigt, spielen immaterielle Faktoren eine zentrale Rolle: Gemeinschaftsgefühl, Alltagsstress, Nähe zur Natur und die Identifikation mit dem Wohnort.

„Geringe Einkommen, hohe Zufriedenheit“ – Halles paradoxer Erfolg

Die Ausgangslage ist eigentlich ungünstig: Halle ist „ökonomisch gesehen eine arme Stadt“. Die Studie nennt konkret: geringe mittlere Einkommen, hohe Schuldnerquote, hohe Arbeitslosenquote und niedrige Steuereinnahmen.

Doch der Blick auf die Zufriedenheitswerte offenbart eine andere Realität. Die Bürgerinnen und Bürger Halles bewerten ihr persönliches Lebensumfeld positiver, als es Statistiken vermuten lassen.

Dafür gibt es laut der Untersuchung konkrete Gründe: Die Stadt biete „zahlreiche Erholungsflächen, eine gute Umweltqualität und ist für Mieter noch bezahlbar“ – ein entscheidender Vorteil in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten.

„Besonders die Älteren fühlen sich in Halle wohl.“ Dieser Satz unterstreicht, dass Halle nicht nur eine junge Universitätsstadt ist, sondern auch ein Ort, an dem ältere Menschen ein hohes Maß an Sicherheit, Stabilität und Lebensqualität empfinden.

Magdeburg – hinter den Erwartungen

Ganz anders die Lage in Magdeburg, das sich im Ranking mit 6,80 Punkten auf Platz 30 wiederfindet – damit ganze 16 Plätze hinter Halle. Zwar verzeichnet die Landeshauptstadt einen leichten Aufwärtstrend (+0,13 Punkte), doch die Lebenszufriedenheit bleibt deutlich hinter den Hallenser Werten zurück.

Dabei sind die objektiven Voraussetzungen gar nicht so schlecht: Magdeburg liegt in puncto Lebensqualität – also bei messbaren Wohlfahrtsindikatoren wie z. B. Wohnsituation oder Kinderbetreuung – im unteren Mittelfeld, doch in Summe erreicht die Stadt laut Studie „etwa das, was die objektiv verfügbaren Statistiken erwarten lassen“.

Ein Vergleich zeigt:

StadtLebenszufriedenheit (2025)RangObjektive LebensqualitätKommentar
Halle (Saale)7,1414Platz 34„Overperformer“ – subjektiv besser
Magdeburg6,8030Platz 32entspricht Erwartungswert

Die Rivalität zwischen beiden Städten wird dadurch erneut bestätigt – allerdings mit Halle als klarer Siegerin, wenn es um Lebensgefühl geht.

Der große Zusammenhang: Was macht Städte glücklich?

Wie das Städteranking zeigt, hängt Lebensglück nicht allein von wirtschaftlichem Erfolg oder Prestige ab. Auch vermeintlich benachteiligte Städte wie Krefeld (zweiter Platz bei der Zufriedenheit, aber 37. bei objektiver Lebensqualität) oder Duisburg (Platz 10 bei der Zufriedenheit) zeigen, dass sich Zufriedenheit nicht immer mit der Statistik deckt.

„Das persönliche Glücksempfinden hängt nicht allein von statistisch erfassten sozioökonomischen Faktoren ab – entscheidend sind oftmals immaterielle Aspekte wie Gemeinschaftsgefühl, Alltagsstress oder die Identifikation mit dem Wohnort.“

Der SKL Glücksatlas belegt: Städte mit hoher sozialer Ausgewogenheit, wenig Polarisierung und funktionierenden Nachbarschaften punkten besonders bei der Lebenszufriedenheit. Auch die Größe einer Stadt spielt eine Rolle – kleinere Städte unter 400.000 Einwohnern erreichen mit 7,01 Punkten höhere Zufriedenheitswerte als große Städte mit über 1 Million Einwohnern (6,90 Punkte).

Die Werte basieren auf einer Befragung von 23.468 Einwohnern zwischen Januar 2022 und April 2025.

RangStadtGlücksindex 2025Glücksindex 2024VeränderungKommentar
1Kassel7,447,38+0,06Überperformer
2Krefeld7,397,28+0,11Überperformer
3Düsseldorf7,367,19+0,17Überperformer
4Augsburg7,337,20+0,13Überperformer
5Aachen7,337,330,00Gleichbleibend
6Erfurt7,277,36-0,09Überperformer
7Münster7,247,240,00Gleichbleibend
8Mönchengladbach7,227,08+0,14Überperformer
9Hamburg7,217,05+0,16Überperformer
10Duisburg7,206,99+0,21Überperformer
11Oberhausen7,206,96+0,24Überperformer
12Kiel7,187,32-0,14Underperformer
13Bonn7,176,91+0,26Underperformer
14Halle (Saale)7,147,16-0,02Überperformer
15Leipzig7,117,06+0,05Überperformer
16Chemnitz7,106,89+0,21Überperformer
17Mannheim7,096,96+0,13Underperformer
18Lübeck7,066,62+0,44Überperformer
19Stuttgart7,026,97+0,05Underperformer
20Mainz7,016,82+0,19Underperformer
21Freiburg im Br.7,016,80+0,21Underperformer
22Bielefeld6,956,83+0,12Underperformer
23Essen6,956,64+0,31Überperformer
24Köln6,916,85+0,06Underperformer
25Dortmund6,876,77+0,10Überperformer
26Bochum6,856,65+0,20Underperformer
27München6,846,75+0,09Underperformer
28Wuppertal6,826,66+0,16Überperformer
29Dresden6,816,64+0,17Überperformer
30Magdeburg6,806,67+0,13Underperformer
31Bremen6,776,64+0,13Überperformer
32Hannover6,766,61+0,15Underperformer
33Gelsenkirchen6,746,54+0,20Gleichbleibend
34Braunschweig6,736,49+0,24
35Berlin6,636,48+0,15
36Wiesbaden6,436,430,00
37Karlsruhe6,436,430,00
38Rostock6,366,360,00
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8 Antworten

  1. the fresh prince sagt:

    Man sind wir glücklich!

  2. ICH sagt:

    Hochseriöse Studie, total valide…*schnarch*

  3. Pittiplatsch sagt:

    Da frag ich mich, warum meine Kollegen immer nur am rum meckern sind.

    • JoKo sagt:

      Das ist doch ganz einfach. Sie kennen diese Studie nicht.
      Erzähl ihnen davon und schon sind auch sie glücklich.
      Aber mal ehrlich, wir können uns doch wirklich nicht beschweren.

    • Meinjanur sagt:

      Vielleicht solltest du nicht dich, sondern die Kollegen fragen.

  4. Mephisto sagt:

    Die SKL erstellt einen Glücksatlas, in Halle wird wohl viel Lotto gespielt

  5. Ohne Namen sagt:

    Das glaubt doch keiner 🤣. Halle war mal schön , die Stadt verkommt nur noch . Überall dreckelten und alles besprüht .

  6. Siegfried von der Heide sagt:

    Das die Hallenser so glücklich sind können sie sehr gut hinter versteinerten Minen und unfreundlichem Verhalten verstecken – oder wer wurde da befragt, die Teilnehmer an diesem Forum bestimmt nicht.

    • micha sagt:

      Diesen Gedanken hatte ich dazu auch.

    • J sagt:

      Nun ist es ja auch so, dass gerade solche Foren das Stimmungsbild unter den Bürgern NICHT abbilden. Deswegen überrascht das Ergebnis nicht unbedingt. Wer glaubt, Facebook, DBH u.s.w. würden einen realen Eindruck abbilden, der liegt halt falsch.

  7. Klaus Klaus sagt:

    Irgendwer hat starkes Interesse, das Ergebnis zu beanstanden. Ihr wisst, wen es besser geht, wenn die Stimmung angeblich im Eimer ist.

  8. Meckerkopf sagt:

    Das passiert sicherlich nur, wenn Hallenser befragt werden. Ich empfinde den normalen Hallenser als oftmals übertrieben, blind lokalpatriotisch. Der Hallenser nimmt auch jede kleine Kritk an der Stadt bis aufs Blut persönlich – so häufig meine Erfahrung.
    Zugezogene würden Halle sicherlich nicht die Bestnoten geben, einfach weil man auch Vergleichbarkeit mit anderen Regionen hat.

  9. siehste sagt:

    Wenn man sich jetzt noch vergegenwärtigt, dass die wirtschaftliche Schwäche Halles durch Landespolitik befeuert ist (Ansiedlungspolitik und Gebietsreform), dann wird klar, dass Halle vorne mitspielen kann.
    Das weiß man ja auch in Magdeburg!
    Deshalb will man ja Halle kleinhalten und totsparen.

    Halle muß weg von Magdeburg!

  10. 10010110 sagt:

    Na bitte, die Reduzierung von Parkplätzen und das Erschweren, mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren, wirkt sich positiv auf die Lebensqualität der Stadtbewohner aus. Weiter so! 🙂

    • Grüne Schulversager sagt:

      Das ist Spekulation, nicht mal eine Korrelation, und schon gar kein kausaler Zusammenhang. Oder: Glücklich, weil das Bürgerbegehren gegen die autofreie Innenstadt durchgekommen ist …

      • klausklaus sagt:

        herr schulversager, es ging um eine „autoarme innenstadt“! dass das hier immernoch als autofrei ausgelegt wird, beweist nachträglich den populistischen charakter des begehrens. glückwunsch burschi-chrissi und viel spass mit den posers in der kleinen ulli.

  11. Peter sagt:

    „auch ein Ort, an dem ältere Menschen ein hohes Maß an Sicherheit, Stabilität und Lebensqualität empfinden.“

    Für Halle (Top Ten der kriminellste Städte Deutschlands) spricht also das hohe Maß an Sicherheit. Das sagt eigentlich alles über die Qualität der Studie aus.

    • klausklaus sagt:

      dein umgang mit statistiken sagt eigentlich alles über die qualität deines kommentars aus.

  12. Tom sagt:

    Ich bin nur happy das ich kein Magdeburger bin