„An der Seine“: Moritzburg Halle zeigt verschollen geglaubtes Feininger-Gemälde

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Das Auftauchen eines bisher als verschollen geltenden Gemäldes von Lyonel Feininger ist Anlass zu einer Ausstellung, die im Rahmen des Verbundprojektes „Große Pläne! Die angewandte Moderne in Sachsen-Anhalt 1919-1933“ stattfindet. Am Sonntagnachmittag wurde die Schau durch Kulturstaatsminister Rainer Robra offiziell eröffnet.

Die Schau sei ein „ein wichtiger Beitrag zum großen Bauhausjubiläum“, so Robra. „Für Sachsen-Anhalt bietet das Jubiläum vielfältige Chancen und Möglichkeiten. Wir können uns als Land der Klassischen Moderne präsentieren, positionieren und nachhaltig profilieren.“ In seinem Grußwort erinnerte Robra an die engen Beziehungen Feiningers zu Halle. „Das Kunstmuseum ist seit den späten 1920er-Jahren eng mit Leben und Werk des deutsch-amerikanischen Künstlers verbunden. Die Moritzburg ist ein prädestinierter Ort für diese Ausstellung.“ Robra wies zudem auf die Bedeutung von Kunst und Kultur für die Gesellschaft hin. Sie zählten zu unseren wichtigsten und wertvollsten Ressourcen. Robra: „Die Landesregierung will in den kommenden Jahren die finanzielle Basis öffentlich geförderter Kultur verbessern und die Entwicklung der Kulturwirtschaft nachhaltig fördern.“

Das Gemälde „An der Seine, Paris“ aus dem Jahr 1912 hat der Künstler zu einem nicht bekannten späteren Zeitpunkt beschnitten und partiell abgewaschen, um die Komposition seinen veränderten künstlerischen Vorstellungen anzupassen. Die Ausstellung geht den Beweggründen des Künstlers bei Bearbeitung des Werkes nach und sucht nach Antworten auf die Frage, weshalb er die Arbeit nicht beendet hat. Ergänzt wird die Präsentation durch seltene Vorzeichnungen zum Gemälde, die der Künstler während seines Paris-Aufenthaltes 1911 anfertigte. Maltechnische Untersuchungen zu diesem Werk runden die Kabinettausstellung ab, die dem Betrachter einen neuen, in dieser Form bisher noch nicht möglichen Blick in die Arbeitsweise Lyonel Feiningers gewähren wird.

Darüber hinaus beleuchtet die Ausstellung Feiningers künstlerischen Werdegang in der Zeit um 1910. Drei Jahre zuvor, 1907, war er zur Malerei gelangt und schuf mit figurativen Szenen seinen ersten bedeutenden Werkkomplex. Dabei setzte er dort an, wo er in der bildkünstlerischen Arbeit bisher zu Hause war, bei der Karikatur. Während diese ersten sogenannten „Mummenschanz-Kompositionen“ im Kolorit dem Fauvismus von Henri Matisse und seinem Kreis verbunden sind, griff der zukünftige Maler auch auf die Erfahrungen zurück, die er während der Zeit seiner Arbeit für verschiedene Zeitschriften und Magazine gesammelt hat. Auf diese Weise beleuchtet die Ausstellung anhand des wieder aufgefunden Gemäldes und weiterer Werke aus dessen Entstehungskontext die Entwicklung des Künstlers zu der ihm eigenen Bild- und Formensprache.

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