Heide-Süd: Anwohner rebellieren gegen Mehrgeschosser


Bei der Zukunftswerkstatt Südpark ging es am Dienstag auch um den weiteren Ausbau des Areals. Denn ein weiteres Wohngebiet soll hier entstehen. Und während die Einwohner bei der Zukunftswerkstatt zusammensaßen, hat der Planungsausschuss einstimmig den Satzungs- und Abwägungsbeschluss gefasst. Doch ganz so einstimmig ist dagegen die Meinung der Anwohner nicht.

„Eigentlich sollte Heide Süd nicht mehr als zwei Geschosse haben. Jetzt kommen vier“, erklärte Ilka Kotte von der Bürgerinitiative im Stadtteil und erntete dafür Applaus. Sie haben wenig Verständnis für so ein Vorhaben. Ein weiterer Anwohner wurde noch deutlicher. Er finde die städtebauliche Entwicklung schlimm. Häuser in „billigster Bauweise“ seien entstanden, Negativbeispiel sei die Scharnhorststraße. Er sprach von einer verfehlten Entwicklung. Die Gartenstadt Nietleben sei dagegen ein gutes Beispiel, wie eine Siedlung am Stadtrand aussehen sollte. „Die wahnsinnige Versiegelung soll aufhören. Uns wurde Wohnen im Grünen versprochen. Und nun haben wir Beton.“ Es gebe weniger Grün als in Halle-Neustadt.

Dieter Götte, für die Vermarktung des Geländes der ehemaligen Sowjet-Kaserne zuständig, sowie Oberbürgermeister Bernd Wiegand erklärten, es gebe es enorme Nachfrage. “Wir sind glücklich und zufrieden, weil es die Stadt wachsen lässt“, so Wiegand. Stadtplaner Lars Loebner erklärte gar, in ersten Planungen seien sogar mehr Geschosse als die jetzt drei oder vier Etagen vorgesehen gewesen. Wegen des Abrisses in Neustadt und einer sinkenden Wohnungsnachfrage habe es eine Anpassung gegeben.

Bis zu 150 Wohnungen in Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern sollen in dem 4,6 Hektar großen Gebiet zwischen Scharnhorststraße und Wasserspielplatz im „Grünen Dreieck“ entstehen. Am östlichen Rand des neuen Baugebiets unweit des Berta-von-Suttner-Platzes ist ein kleiner Stadtteilplatz vorgesehen, auf dem kleine Märkte ebenso stattfinden können wie Feste. Hier sieht das städtebauliche Konzept ein viergeschossiges Gebäude für alters- und behindertengerechte Wohnungen, Büros, Geschäfte und Arztpraxen vor. In Richtung „Grünes Dreieck“ werden zehn jeweils dreigeschossige Stadtvilla errichtet, zur Scharnhorststraße hin sind Reihen- und Mehrfamilienhäuser mit zwei bis drei Geschossen vorgesehen. Eingeschossige Häuser werden dagegen nicht zugelassen. Zudem werden nur Flachdächer oder flach geneigte Pultdächer zugelassen. Zudem sollen diese Dächer begrünt werden, es sei denn, Niederschlagswasser wird als Haushaltsbrauchwasser zum Beispiel für Toilettenspülungen aufgefangen. Für die Fassaden werden helle Farbtöne vorgeschrieben.

Im Beteiligungsverfahren zum Bebauungsplan gab es unter anderem Wünsche nach einem weiteren Spielplatz. Den Vorschlag will die Verwaltung nicht berücksichtigen, es gebe genügend Flächen im Umfeld. Die Einrichtung einer gastronomischen Einrichtung wie eines Restaurants oder eines Cafés sei möglich, es müsse sich nur ein Investor finden. Geäußert wurde auch der Wunsch nach einem größeren Vollsortimenter mit 1.600qm Verkaufsfläche. Entsprechende Flächen will die Stadt im Bebauungsplan nicht freihalten, es gebe in der Umgebung entsprechend größere Einkaufsmärkte.