TÜV und Betriebskosten sind höher als die Mieteinnahmen: wie weiter mit dem ehemaligen Thalia Theater?

Seit 10 Jahren ist das Theaterhaus in der Kardinal-Albrecht-Straße in Halle (Saale) keine offizielle Spielstätte der halleschen Bühnen mehr. Der Spielbetrieb wurde aus Haushaltsgründen damals eingestellt, das Thalia Theater zog mit zur Kulturinsel.

Heute finden noch sporadisch Veranstaltungen statt, die Räumlichkeiten können gemietet werden. Doch die eigentlich geplanten Sparmaßnahmen waren nur Makulatur. Denn auch wenn es keine reguläre Spielstätte für das Thalia Theater mehr ist, so ist es doch weiterhin geöffnet. 

Aus diesem Grund soll die Stadtverwaltung prüfen, wie die Bühne dort wieder regelmäßig bespielt werden kann. Immerhin wird das Thalia Theater als langjähriger Nutzer in diesem Jahr 70.

“Wir wollen, dass die Bühne nicht ungenutzt vergammelt”, meinte Inés Brock (Grüne). Dagegen befürwortete Ulrike Wünscher (CDU) die erfolgte Abgabe der Bühne durch das Thalia Theater. Die TOOH habe heute gar nicht die materiellen und personellen Ressourcen für einen Wiederbetrieb. Zudem werden in Halle auch 7 Spielstätten für freie Theatergruppen vorgehalten.

“Die Bühne wird genutzt, ist aber nicht ausgelastet”, sagte Kulturdezernentin Judith Marquardt. Die Kosten für den TÜV und die Betriebskosten seien höher als die Mieteinnahmen. Unter anderem gibt es dort regelmäßig Programme von Tanzgruppen. Wie Marquardt sagte, wird es nun eine Machbarkeitsstudie geben. Dabei soll es darum gehen, wie die Bühne wieder stärker genutzt werden kann, aber auch um Konsequenzen aus der aktuellen Finanzsituation. Sprich: die Studie könnte auch erbringen, dass die Bühne komplett dicht gemacht wird, also nicht mehr für die Anmietung vorgehalten wird.

Der Kulturausschuss hat mehrheitlich einem Antrag der Grünen zugestimmt, eine Untersuchung zur stärkeren Nutzung vorzunehmen.

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24 Antworten

  1. Lachmicheckig sagt:

    „Zudem werden in Halle auch 7 Spielstätten für freie Theatergruppen vorgehalten.“
    Ist das jetzt die verwirrende Umschreibung für „subventioniert“? Zusätzlich zur Subventionierung der TOOH?

    • Antwort sagt:

      Das ist jetzt keine verwirrende Umschreibung für „subventioniert“ zusätzlich zur Subventionierung der TOOH.

      • Alt-Dölauer sagt:

        Einfach dicht machen und verkaufen. Dann hat man wenigstens einmal Gewinn gemacht. Man sollte mal die Kosten pro zahlenden Kunden für alle subventionierten Kultur- und Sportbetriebe ausrechnen. Und dann die unrentabelsten jeder Kulturart wegstreichen. Dasgleiche bei der Sportsubvention. Natürlich braucht es Theater und Sportstätten in Halle, aber einer minimalen Rentabilitäts- und Akzeptanzprüfung sollten sie Standhalten. Warum sollen mit Steuergeldern bestimmte Hobbies (Fußball, Theater etc.) finanziert werden. Meine Hobbies finanziert mir auch keiner.

  2. Friedfisch sagt:

    Das sinnvollste wäre ja, man würde das Gebäude einer Bürgerwehr zur Verfügung stellen. ✌️

    Sie hätten dort Aufenthalts- und Trainingsräume, könnten ihr Waffen lagern und von dort zu Einsätzen starten. 👍

    • Wehrbürger sagt:

      Dann kümmere dich mal drum, dass das so kommt. Stelle Anträge, sammle Geld für Ausrüstung und wirb Menschen an! Hopp hopp!

    • ... sagt:

      Einsätze gegen die lärmenden, flaschenzerdeppernden jugendlichen Sauftouristen vom Bebel? Gute Idee…

  3. Realist sagt:

    Umwandeln in Polizeistation, denn der Weg zu den versifften Schreikids am Bebel-Brunnen ist kurz. Wobei auch der Vorschlag mit der Bürgerwehr gut ist.

  4. Emmi sagt:

    Warum muss für alles immer eine Studie gemacht werden? Das sind alles Kosten…. Steuergelder. Einfache Buchhaltung, Einnahmen und Ausgaben Gegenüberstellung

  5. Karli sagt:

    Es gab in der Vergangenheit wiederholt interessante Konzepte der freien Theaterszene, die das Haus betreiben wollten. Leider hat Herr Wiegand die Umsetzung dieser Konzepte durch Untätigkeit verhindert.

  6. Melanie Hanf-Bock sagt:

    Ich würde es begrüßen, wenn der Landesrechnungshof mal eine Stellungnahme abgeben würde und auch das Landesverwaltungsamt. Das kostet praktisch nichts. Bei freiwilligen Ausgaben geht momentan eigentich gar nichts, weil die Stadt schlichtweg verarmt ist.

  7. KGS sagt:

    Es gab in dem Haus mal ein Kindertheater. Warum wird das nicht wiederbelebt?
    Da könnte man die Weihnachtsrevue das ganze Jahr spielen….

    • Sagi-Troll sagt:

      Ein Steak kann man immer wieder drehen und wenden, aber irgendwann ist es verbrannt.

    • Blumenkasten sagt:

      Ich glaube, genau darum geht es, auch wenn einige frustrierte Voll-Honks bzw. Pissnelken lieber eine Polizeistation mit Knast und öffentlichen Exekutionen auf der Bühne daraus machen würden.

  8. 🥰 sagt:

    Meiner Meinung nach wäre es das beste, man würde das Haus einer Freien Kameradschaft oder Wehrsportgruppe zur Verfügung stellen.

    Das ganze dann als gemeinnütziger Verein, der teils mit Steuergeldern bezuschusst und teilweise durch Schutzgelder finanziert wird. 😊

    • Umgeschaut sagt:

      Und wer die nicht zahlen kann oder will, bekommt massiv Ärger mit den Eintreibern? Oder darf man sich dann auch dagegen zur Wehr setzen? Ggf. auch massiv?

      • 🥰 sagt:

        Selbstverständlich darf man sich dagegen auch zur Wehr setzen. Auch massiv

        Schusswaffengewalt ist ausdrücklich erwünscht. 👍

  9. Cech sagt:

    Bude dicht machen wenn’s nicht läuft !

  10. Steff sagt:

    Die Kulturstadt Halle soll ausgedünnt werden.
    Durch eine Kulturwüste Magdeburg, die noch vom Land als Kulturhauptstadt Europas gefördert wurde und krachend scheiterte.

    Da Halle viel mehr Potential als Magdeburg hat, ist die primitive magdeburger Taktik Halle immer neue Hindernisse in den Weg zu legen.
    Damit keine Steuereinnahmen reinkommen (Gebietsreform, Ansiedlungspolitik, Unterstützung von Politikern die liebedienen …). Dann kann man auf den nicht ausgeglichenen Haushalt verweisen und blockieren, damit die Lebensqualität sinkt. Nebenbei noch den Olympiastützpunkt zerschlagen.

    Halle muss weg von diesem jämmerlichen Magdeburg.