ADFC dokumentiert Fahrradfallen in Halle


Gleisfallen in der Seebener Straße und Richard-Wagner-Straße, lebensgefährliche Ecken in der Trothaer Straße, die Radführung am neuen Steintor: an etlichen Stellen in Halle lauern Gefahren für Fahrradfahrer. Der ADFC dokumentiert nun auf einer eigens eingerichteten Website die größten Problemstellen.

Dort einige der vielen unzureichenden Radverkehrsanlagen in Halle dokumentiert. Bewertungsmaßstab ist einerseits die alltägliche persönliche Erfahrung und die Unfallsituation (soweit bekannt), andererseits die StVO und die technischen Regelwerke. Das wichtigste Regelwerk stellen dabei die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010) dar, die für alle Verkehrssituationen des Radverkehrs Lösungen anbieten und bei Straßenbauplanungen in Sachsen-Anhalt Gesetz sind. Definiert sind dort z. B. Breitenangaben für Radwege und die erforderlichen Sicherheitsabstände. Für eine Reihe von Straßen, wie z. B. der Ludwig-Wucherer-Straße, liegt bereits eine ausführliche Fotodokumentation von Unzulänglichkeiten und Risikostellen vor.

Ein erster Erfolg ist nach Angaben des ADFC die Ausweisung eines Sicherheitsstreifens neben dem Radweg an der Paracelsusstraße. Derartige Abstände fehlen noch an vielen Radwegen, immer wieder werden durch das Öffnen von Autotüren schwere Unfälle verursacht. Die Webseite wird in ehrenamtlicher Tätigkeit gepflegt und ist auf Unterstützung angewiesen. Daher sei sie allen ans Herz gelegt, die sich für den Radverkehr in Halle interessieren. Besonders wünschenswert wäre es auch, wenn die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung die Seite nutzen würden und zum Anlass nehmen, Radverkehr in Halle sicherer und attraktiver zu gestalten.

Der ADFC will durch die Einbindung eines Mängelmeldesystems die Sensibilität für die Anliegen des Radverkehrs erhöhen und auf die vielen ungelösten Probleme in Halles Straßen hinweisen. Der Mängelmelder erschöpft sich aber nicht nur in Kritik, sondern bietet Lösungsvorschläge an und lässt Raum für Diskussionen. Es sollen auch die positiven Beispiele dargestellt werden um damit ein Feedback geben, wie der Radverkehr der Zukunft aussehen könnte. Die klare Zielstellung ist, dass man sich in Halle schnell, sicher und bequem mit dem Fahrrad und zu Fuß fortbewegen kann. Gerade in einer Stadt mit schmalen Straßen, sehr kurzen Strecken und ohne hohe Berge besteht noch sehr großes Potential für die ökologisch und ökonomisch sinnvollsten Verkehrsmittel.