Halle atmet Radsport: Deutschland Tour bringt Friedensfahrt-Flair in die Saalestadt – auch zwei damalige Gewinner waren auf der Bühne dabei – Wærenskjold holt Gesamtsieg, Brennan gewinnt die Etappe von Halle nach Magdeburg

Es war ein Sonntag, der in Halle (Saale) ganz im Zeichen des Radsports stand. Die LIDL Deutschland Tour wählte die Stadt als Startpunkt für ihre Schlussetappe – und sorgte für Begeisterung bei Jung und Alt. Nicht nur das Rennen selbst, sondern auch das umfangreiche Rahmenprogramm auf dem Marktplatz verwandelte das Stadtzentrum in eine sportliche Festmeile. Mit dabei: Radsportlegenden Olaf Ludwig und Uwe Raab – und ein Gefühl, das viele noch aus DDR-Zeiten kennen: Friedensfahrt-Atmosphäre pur.

Ein Start mit Gänsehautmoment

Um 13:50 Uhr fiel auf dem Marktplatz der Startschuss zur letzten Etappe der LIDL Deutschland Tour 2025. Die Stimmung war ausgelassen, die Straßenränder gesäumt von tausenden begeisterten Hallenserinnen und Hallensern, die das Fahrerfeld lautstark anfeuerten. Von der Innenstadt aus ging es über bekannte Routen: Boulevard, Hansering, Uniring, Moritzburgring, dann entlang der grünen Adern der Stadt – Würfelwiese, Ziegelwiese und Peißnitz – bis hinaus nach Dölau. Bereits 15 Minuten nach dem Start verließ die Tour die Stadt in Richtung Saalekreis.

Ein Fest für die ganze Familie

Doch der Tag war mehr als ein sportliches Ereignis – er war ein echtes Volksfest. Auf dem Marktplatz organisierte die Stadt gemeinsam mit Partnern ein vielseitiges Familienprogramm. Die MZ-Velo-Messe präsentierte neueste Fahrradmodelle, es gab einen Rad-Parcours zum Testen verschiedener Räder, sowie Mitmach-Angebote für Kinder und Erwachsene.

Sportvereine aus der Region zeigten auf einer Aktionsfläche spektakuläre Einlagen mit Rad-Polo, BMX und Trial. Besonders beliebt war der Rennrad-Simulator, bei dem Besucher virtuell gegen die Zeit antreten konnten. Moderator Holger Tapper vom Radiosender SAW führte gut gelaunt durchs Programm und betonte augenzwinkernd die sportliche Seite des Radelns: „Bei 163 Kilometern Strecke kann man bis zu 4.000 Kalorien verbrennen – wenn das mal kein Anreiz ist!“

Prominente Gäste mit Friedensfahrt-Vergangenheit

Für Gänsehautmomente sorgten zwei Ehrengäste: Die Friedensfahrt-Helden Olaf Ludwig und Uwe Raabe, beide mehrfach Sieger der legendären Rundfahrt, ließen die glorreichen Tage des DDR-Radsports noch einmal aufleben. Olaf Ludwig, heute über 60, zeigte sich bewegt von der Stimmung: Es sei schön zu sehen, dass der Radsport wieder so einen Stellenwert bekommt, meinte er.

Eine Idee, die gewachsen ist

Dass die Tour überhaupt in Halle Station machte, ist nicht zuletzt einem Hallenser zu verdanken: Geier, ein leidenschaftlicher Radfahrer und langjähriger Fürsprecher des Radsports in der Region. „Ich finde es phänomenal, was hier heute auf die Beine gestellt wurde“, sagte er im Gespräch mit dubisthalle.de. Bereits 2022 hatte Geier erste Gespräche initiiert, doch damals war die Durchführung am Laternenfest-Wochenende logistisch nicht machbar. „Aber ich hatte den Eindruck, dass die Organisatoren gemerkt haben: Die Stadt Halle ist offen, bereit – und vor allem begeistert.“

In diesem Jahr klappte es endlich: Die Deutschland Tour wurde eine Woche vor dem Laternenfest terminiert – und Geiers Vision ging in Erfüllung.

Er selbst ist passionierter Radfahrer, wie er lachend erzählt: 100 Kilometer am Tag seien für ihn keine Seltenheit. Allerdings fährt er etwas gemütlicher als die Profis – zwischen 23 und 25 km/h. „Ich habe ja auch kein Carbonrad“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Stars zum Anfassen

Für viele Radsportfans war es ein besonderes Highlight, ihre Idole so nah erleben zu können. Die Team-Busse standen direkt auf dem Marktplatz, Fahrer gaben bereitwillig Autogramme, posierten für Selfies und tauschten sich mit den Fans aus. Auf der Bühne wurden alle teilnehmenden Mannschaften vorgestellt. Den lautesten Applaus bekam Florian Lipowitz – der diesjährige Dritte der „Tour de France“ und ein echter Publikumsliebling.

Wærenskjold holt Gesamtsieg, Etappensieg geht an Brennan

Søren Wærenskjold hat bei der diesjährigen Deutschland Tour einen beeindruckenden Doppelerfolg gefeiert: Der Norweger sicherte sich sowohl den Gesamtsieg als auch die Sprintwertung. Zum ganz großen Coup – einem weiteren Etappensieg – reichte es am letzten Tag jedoch nicht.

Auf den abschließenden 163,7 Kilometern von Halle (Saale) nach Magdeburg ließ Matthew Brennan nichts anbrennen. Der Brite schnappte sich den Tagessieg und verhinderte damit den dritten Tageserfolg Wærenskjolds bei dieser Rundfahrt.

Schon früh war klar, wie das Finale verlaufen würde. Nach rund 20 Kilometern wartete der einzige nennenswerte Anstieg der Etappe: ein kurzer, aber intensiver Antritt mit bis zu 18 Prozent Steigung auf die Halde des ehemaligen Kaliwerks Johannashall. Danach war das Profil flach – wie gemacht für einen Massensprint.

Obwohl Wærenskjold auch hier seine Klasse zeigte und sich vorne behauptete, war Brennan an diesem Tag eine Spur schneller. Dennoch durfte der Norweger feiern: Mit seinen starken Leistungen in den vorangegangenen Etappen hatte er sich bereits uneinholbar an die Spitze des Gesamtklassements gesetzt.

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28 Antworten

  1. Gamer67 sagt:

    Wer Spaß dran hat und Sonntags nichts weiter zu tun. Ich will meine Ruhe an der Konsole haben und Fenster zu. Der Krach da draußen ist ja nicht zum aushalten…

    • Anna sagt:

      Halle atmet auf

    • thominator1305 sagt:

      Dann bau dir ’ne Hütte in der Heide, dort hast du deine Ruhe. Musst dir für Strom nur ein Dieselaggregat daneben stellen, ………… aber dann ist es mit der Ruhe auch wieder schnell vorbei.

  2. Daniel M. sagt:

    Der gute Mann heißt Uwe Raab! Aber das nur am Rande…
    Wäre schön, wenn Halle dran bleibt und noch viel mehr Sportereignisse anlockt. Es tut dieser Stadt sehr, sehr gut! Der Stellenwert von sportlichen Ereignissen und Erfolgen ist in diesen Zeiten, wo unangebrachter Pessimismus vorherrscht, wieder ganz wichtig geworden.

  3. Mit Mountainbikes? sagt:

    Haben die für diese Etappe durch Halle Mountainbikes bekommen oder wie sind die heil durch die Hauptstadt der Schlaglöcher gekommen?

  4. Wolli sagt:

    Langweilige schnelles Radeln im Pulk bis kurz vor das Ziel, interessant nur die letzten 300 m.
    Auf flachen Etappen kommt keiner weg, weil es im Pulk nur die Hälfte der Kraft kostet. Für so ein langweiliges Rennen , jedenfalls für die Zuschaüer. lohnt sich der Aufwand der vielen Straßensperren nicht..

    • Hinweis sagt:

      Scheinbar doch… Kann man aber eher vor Ort als vom Sofa aus beurteilen.

    • Wolli sagt:

      Die Veranstaltung beim Start in Halle war aber sehr gut und viele waren begeistert, das mag am Ziel in Magdeburg ähnlich gewesen sein.
      Meine meinung ist die einen Zuschauers am Fernseher, das gilt im wesentlichen für alle Flahetappen, da kommt selten jemand weg, weg das Hauoptfeld es nict will

  5. Aha sagt:

    Die konnten damals noch das kurt-Wabbel-Stadion benutzen, als man da noch Sport treiben konnte. Heute kam man da nur noch Fußball spielen. Scheiße.

  6. Klaus sagt:

    Deutschland-Tour mit Friedensfahrt vergleichen – war woll nichts!!!

  7. Radfahren sagt:

    Und wieder nur Gemecker. Ich frage mich, was für ein tristes unzufriedenes Leben solche Meckermenschen führen.

  8. Herbert sagt:

    Weder du bist Halle noch das öffentlich Rechtliche hat Sequenzen vom Anstieg nach Johannashall gezeigt.Da waren Menschenmassen und echtes Radsportfeeling zu sehen… sehr, sehr schade!!!!!!!!!!

    • 10010110 sagt:

      Vielleicht hat ja NIUS oder ServusTV davon berichtet? Scheint ja eine Verschwörung der Mainstreammedien zu geben, dieses äußerst wichtige Ereignis zu verschweigen. 😮 🙄

      • ähm sagt:

        Nulli…. vielleicht einfach mal die Finger von der Tastatur lassen, wenn man nichts sinnvolles beizutragen hat.
        Wenn man dort vor Ort war und das mit den ausgestrahlten Beiträgen vergleicht, ist der Einwand von Herbert mehr als berechtigt.

    • Toni sagt:

      Stimme zu…es war mega geil, schon der Aufstieg mit all den Namen auf der Straße…
      Sehr sehr schade, dass wären Werbebilder für die Tour gewesen.

  9. Cyclist sagt:

    Gut das Video ist jetzt nicht der Burner …aber wenn es dann los geht nach dem warmfahren am alten Waldkater das ist schon cool…

  10. Hazel sagt:

    Klasse, das das bei uns in Halle stattfand. Wir standen auf der Peissnitzbrücke und es war super. Viele Zuschauer da und die Stimmung war auch klasse. Vielen Dank

  11. haldehallo sagt:

    Johannashall ist nicht die Halde des ehemaligen Kailwerks.
    Es gibt das Halden, aber neben der Strecke!

  12. Toni sagt:

    Stimme zu…es war mega geil, schon der Aufstieg mit all den Namen auf der Straße…
    Sehr sehr schade, dass wären Werbebilder für die Tour gewesen.

  13. thominator1305 sagt:

    Das ist wieder typisch deutsch, mehr Gemecker als positive Reaktionen. Die Veranstaltung gestern auf dem Markt war gut besucht und das Publikum echt begeisterungsfähig. Außerhalb der Stadt standen entlang der Strecke auch viele Leute und haben die Fahrer angefeuert. Also für alle Städte in der Region wäre das ein Imagegewinn. Das ganze kostet zwar ein gewisse Summe X, spült im Endeffekt mit Sicherheit aber auch ein paar „Euronen“ in die klamme Stadtkasse. Von NICHTS kommt nun mal NICHTS.