Hauptsache-Halle-Stadträtin: Unterrichtsausfall ist grob fahrlässig, Digitalisierung Deutschlands zehn Jahre zu spät

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7 Antworten

  1. 10010110 sagt:

    Das einzig gute an Gendersternchen ist, dass man weiß, ab wo man aufhören kann, das Wort zu lesen, und den Rest einfach zu ignorieren. 😀

    • Remus Lupin sagt:

      Der Rest ist doch aber auch schön. Er birgt so nette Begriffe wie ›Schuleingangsphase‹ (womit wohl nicht die Pforte des Schuleingangs gemeint ist) oder ›Broterwerbsbringer‹ (was im konkreten Fall möglicherweise einfach ein Neologismus für ›Arbeitgeber‹ sein könnte). Der Schluß des Textes trägt auch Zeichen dafür, daß die Verfasserin zwar nicht an ›grob fahrlässige[m] Bildungsentzug‹ gelitten haben mag, aber an Zeitmangel, um wenigstens den Schluß noch mal gründlich zu lesen:

      und den Schülern und Schülerinnen die Bildung zu teilwerden, die ihnen per Gesetz zusteht

      Den Hauptwiderspruch innerhalb des Textes sehe ich an einer anderen Stelle. Eingangs ist von ›grundsätzlichen Bedenken der Schulleitung und der Lehrerschaft‹ die Rede, Erstklässlern das Milieu, das Klima in einer ›Schule‹ nahe- oder beizubringen. Das ist für mich nachvollziehbar und ich stimme dem zu – von Formulierungen á la ›Struktur der Schule‹ mal abgesehen. Kinder und auch Eltern aus dem ›sozial benachteiligtem Umfeld‹ werden es wohl nicht leicht haben, den hier formulierten Gedankengängen von Frau Gellert folgen zu können. Ich hoffe, sie ist keine Lehrerin …und falls doch, dann wenigstens keine für die deutsche Sprache.
      Später schreibt die Stadtrat*in nun in ihrer Brandrede:

      In höheren Klassenstufen kann man – wenn es denn funktionieren würde – digital unterrichten und digital den Kindern das Wissen zuführen…

      Ja, ja, wenn es denn funktionieren würde!
      Ich denke in diesem Zusammenhang aber an etwas anderes als Frau Gellert. Wissen wird nicht zugeführt, geschweige denn mit dem berüchtigten (heutzutage digitalen) ›Nürnberger Trichter‹ eingeflößt! Wissen muss sich letztlich jeder selbst aneignen! Zum Beispiel durch Chemie- oder Physikexperimente.
      Die Schlußfolgerung ›Deutschland ist mit der Digitalisierung zehn Jahre zu spät dran« ist damit meiner Meinung reif für den Eimer!
      Einen hab’ ich noch. Wikipedia schreibt, Brandreden werden in dem Fall Hetzreden genannt, wenn wir den Sinn des Gesagten negativ bewerten können.
      Ich ziehe mich nun zur Beratung (mit mir) zurück…

  2. Neuwahlen in Halle sagt:

    Nö. Lassen Sie uns im Gegenzug doch gemeinsam diese ganzen Statement-Plauzer und Permanent-Forderer aus der halleschen Ratspolitik rauswählen! Eine schamlose Populistenszene hat sich da im Rat eingenistet.

    Den Stadtrat neu wählen! Jetzt! Tretet alle zurück! Sofort, am besten rückwirkend zum 1.7.2019. Die dann rückzahlungspflichtigen „Entschädigungen“ können auf folgendes Konto überwiesen werden: [xxx_zensored_xxx].

  3. Iche sagt:

    Gerade die höheren Klassen können sich den Stoff größtenteils nicht selbst aneigenen!!! Ohne persönliche Erklärung funktioniert das nicht. Punkt.
    Schuljahr automatisch wiederholen wird auch nicht funktionieren. Man sollte aber vielleicht ab der jetzigen 7. Klasse (?) bei den Abschlussprüfungen später beachten, dass der entsprechende Stoff nicht in der Schule vermittelt wurde, sondern selbst. Das muss ja nicht richtig sein, denn Rückmeldung zu den erledigten Aufgaben kommt leider nicht 🙁 Phyik, Chemie und Co. ohne Hilfe lernen, ist ein Abenteuer.

  4. Hornisse sagt:

    Lupinus und Iche:Da möchte ich euch beiden recht geben.Jeder und ich meine auch jeder Schüler wird beim Selbststudium auch Fehler machen,die von einem Lehrer korrigiert hätten werden können.Sie werden also,wenn Fehler vorhanden,immer wieder gemacht.

    • Remus Lupin sagt:

      Schule ist mehr als das Vermitteln oder Aneignen von (Fakten)Wissen und Entdecken von (faktischen) Zusammenhängen! Ich habe das in meinem Kommentar vorhin mit Milieu und Klima umschrieben. Klarer gesagt ist Schule auch ein Training des sozialen Miteinanders, indem etwas gemeinsam und nach bestimmten Regeln gemacht wird … und das seinen Ausdruck in den sog. Kopfnoten findet. Ein paar Stichworte sollen reichen: Teamgeist entwickeln, Verantwortung übernehmen, Verhalten in Konflikten und und und. Und genau dieser Teil bleibt in der Isolation des ›Distanzunterrichts‹ (weitgehend) auf der Strecke…

  5. Totobald sagt:

    Habe schon mal kommentiert, daß es doch vollkommen Wurscht ist ob die Schüler dieses Jahr versetzt werden. Dann wiederholen sie das Schuljahr nochmal. Besser als zu erkranken.Viele Persönlichkeiten sind auch kleben geblieben.Also nicht so eine Welle machen.

    • Remus Lupin sagt:

      Das sehe ich etwas anders.
      Ich erinnere zunächst an das Sprichwort ›Was Hänschen nicht lernt lernt Hans nimmermehr‹. Gemeint ist, in der Jugend lernt man besser als später im Leben.
      Ich habe im Statement etwas vom ›permanenten Lehrermangel‹ gelesen. Der wird größer, wenn die Schüler ein Jahr ›wiederholen‹ müssen, denn in ein paar Monaten wird ja die nächste Kohorte Erstklässler ihre Zuckertüten bekommen. (Hinzu kommt, ob dann die Klassenräume reichen usw.)

  6. Populisten. sagt:

    Ich begreife nicht, wie die Dame zu der Aussage kommt, dass einige Schülerinnen und Schüler seit dem Frühjahr 2020 nicht mehr in der Schule gewesen seien. Ab Juni 2020 fand wieder regulärer Unterricht bis zu den Sommerferien statt. Ab dem Schuljahres-beginn 2020/ 21 fand ebenfalls regulärer Unterricht bis zum Dezember, drei Tage vor den Weihnachtsferien, statt.
    Natürlich kann es durchaus sein, dass diese Präsenzphase durch mögliche Quarantäne- Zeiten unterbrochen wurden. Das sollte aber längst nicht alle Schüler betreffen. Ich kann mich deswegen nur meinem Vorredner anschließen, der hier von ausgemachtem Populismus spricht. Dieses Düsterszenario, was hier von der Fraktion entworfen wird, passt zu deren Anspruch, mit vielen Worten ganz wenig beziehungsweise nichts zu sagen.
    Auch die Kritik an der fehlenden beziehungsweise äußerst mangelhaften Digitalisierung ist ja nun nicht wirklich neu. Kommt eigentlich von dieser Fraktion mal irgendwas, was nicht vorher schon dreimal aufgewärmt wurde.
    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es bei diesen Leuten nur darum geht, immer in offene Wunden zu stechen, von denen man bereits weiß, dass man sie hat, die man auch bereits versucht mit einem Pflaster zu versorgen, aber deren Heilung doch noch eine ganze Weile dauern wird.
    Sowas nennt man auch Populismus. Ich bediene immer gerade die Meinung, von der ich der Meinung bin, dass das Volk drauf gerade besonders fixiert ist.

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