Jeder fünfte Hallenser auf Hartz IV angewiesen


14,3 Prozent der Bevölkerung unter 67 Jahren in Sachsen-Anhalt haben Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen. Das geht aus einer statistischen Auswertung der Bundesagentur für Arbeit hervor. Demnach waren im April 2017 landesweit 242.974 Menschen auf staatliche Hilfen angewiesen. Deutschlandweit sind 9,4 Prozent der Menschen unter 65 Jahren leistungsberechtigt. Es sind nicht allein Arbeitslose und ihre Kinder, die Grundsicherung erhalten. Auch Erwerbstätige mit geringeren Einkommen und ihre Familien müssen aufstocken. Dazu kommen jene, denen eine Arbeit wegen Schulbesuchs der Kinder oder aufgrund von Betreuungs- und Pflegeaufgaben nicht zugemutet werden kann.

Halle hat den höchsten Hartz-IV-Anteil – Bördekreis den niedrigsten
Die Stadt Halle hat den höchsten Anteil an Hartz-IV-Empfängern. Mit 36.248 Menschen hat fast jeder fünfte Bewohner [19,9%] der Saalestadt Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung. Den zweithöchsten Anteil von Hartz-IV-Empfänger an der Bevölkerung hat die Stadt Magdeburg mit 17,7 Prozent und 31.921 Berechtigten. An dritter Stelle liegt die Stadt Dessau-Roßlau. Hier leben 9.378 Menschen von Hartz-IV, das sind 16 Prozent der Bevölkerung. Mit 9,3 Prozent hat der Bördekreis die niedrigste Quote. 12.692 Menschen sind dort leistungsberechtigt.

Senius: Größere Kommunen stehen vor großen sozialen Herausforderungen
„Insgesamt ist die Hilfebedürftigkeit im Land zurückgegangen. Vor fünf Jahren waren rund 286.000 Menschen in Sachsen-Anhalt leistungsberechtigt, das waren damals fast 17 Prozent der Bevölkerung. Heute ist es so, dass sich Armutsrisiken vor allem in städtischen Ballungsräumen und strukturschwachen Gebieten finden, in denen sich verschiedene soziale Problemlagen konzentrieren. Insbesondere in den Städten gibt es viele Alleinerziehende, Ein-Personenhaushalte und auch Menschen aus anderen Ländern, die etwa bei der Jobsuche vor hohen Hürden stehen. Trotz positiver Arbeitsmarkttrends stehen deshalb insbesondere die großen Kommunen vor großen sozialen Herausforderungen. Das zeigt sich bereits jetzt. Hier muss verstärkt in soziale Infrastruktur und Sozialarbeit investiert werden, wenn man die Herausbildung von sozialen Brennpunkten verhindern will“, erklärte der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Kay Senius.