Kommentare zum Böllerverbot: pro und contra
PRO BÖLLERVERBOT: Schluss mit dem jährlichen Ausnahmezustand
Was muss eigentlich noch passieren? Die Silvesterbilanz für Halle liest sich wie ein Bericht aus einem Krisengebiet: Brennende Balkone in der Südstadt, lichterlohe Autos und Rettungsdienste, die im Minutentakt ausrücken mussten. Doch der absolute Tiefpunkt wurde in der Silberhöhe erreicht: Dass Einsatzkräfte der Feuerwehr, die ihren Kopf für unsere Sicherheit hinhalten, gezielt mit Pyrotechnik beschossen und verletzt werden, ist durch nichts mehr zu rechtfertigen.
Wer von „Tradition“ spricht, verkennt die Realität in den Straßenzügen der Neustadt, insbesondere Richard-Paulick-Straße und Treff. Hier wird Feuerwerk längst als Waffe missbraucht. Wenn Gruppen aufeinander losgehen und Unbeteiligte in der Dorotheenstraße durch Querschläger verletzt werden, hat das mit Feiern nichts mehr zu tun. Die enorme Belastung für das Gesundheitssystem, das ohnehin am Limit arbeitet, ist ein weiteres Argument: Wenn der Rettungsdienst in Halle deutlich mehr Einsätze verzeichnet als im Vorjahr, sind das Ressourcen, die an anderer Stelle für echte Notfälle fehlen.
Ein generelles Böllerverbot für das Stadtgebiet ist daher die einzige logische Konsequenz. Es geht nicht um Bevormundung, sondern um eine ehrliche Gefahrenabwehr. Ein Verbot schützt nicht nur unsere Einsatzkräfte vor gezielten Angriffen, sondern bewahrt auch unbescholtene Bewohner vor Wohnungsbränden durch verirrte Raketen. Zudem würde die Stadtverwaltung massiv bei der anschließenden Reinigung entlastet. Sicherheit und der Schutz des Lebens müssen in einer modernen Stadtgemeinschaft vor dem kurzzeitigen und gefährlichen Vergnügen weniger Krawallmacher stehen. Halle braucht zum Jahreswechsel endlich wieder Ruhe statt Randale.
CONTRA BÖLLERVERBOT: Strafe für alle statt Konsequenzen für Kriminelle
Die Vorfälle der Silvesternacht sind erschütternd, keine Frage. Angriffe auf Feuerwehrleute und gezielte Körperverletzungen am Treff müssen mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden. Doch ein pauschales Böllerverbot für ganz Halle wäre der falsche Weg. Es wäre ein Kniefall vor einer gewaltbereiten Minderheit und eine Kollektivstrafe für zehntausende Hallenser, die seit Jahrzehnten verantwortungsbewusst und friedlich mit Feuerwerk umgehen, um das neue Jahr zu begrüßen.
Ein Verbot würde das Problem zudem nur verlagern oder den Schwarzmarkt für illegale, weitaus gefährlichere Pyrotechnik aus Osteuropa befeuern. Wer bereit ist, Polizisten in der Richard-Paulick-Straße anzugreifen, wird sich von einer städtischen Verordnung kaum beeindrucken lassen. Im Gegenteil: Die Durchsetzung eines solchen Verbots würde die hallesche Polizei vor eine logistische Mammutaufgabe stellen, die Kapazitäten bindet, die an den echten Brennpunkten dringend benötigt werden. Es droht eine Symbolpolitik, die auf dem Papier gut aussieht, in der Realität der Häuserschluchten von Neustadt aber verpufft.
Das eigentliche Problem in Halle ist nicht die Rakete, sondern der Mensch, der sie zweckentfremdet. Wir haben es hier mit einem tiefgreifenden Respektverlust gegenüber dem Rechtsstaat zu tun, der sich in der Silvesternacht lediglich ein Ventil sucht. Statt friedlichen Bürgern ihr Silvester zu nehmen, brauchen wir eine konsequente Videoüberwachung an bekannten Schwerpunkten, eine spürbare Polizeipräsenz und vor allem eine Justiz, die solche Taten nicht als „jugendlichen Übermut“ abtut. Ein Verbot löst das gesellschaftliche Gewaltproblem nicht – es kaschiert nur die Symptome, während die große Mehrheit der Hallenser für das Fehlverhalten einiger Weniger büßen muss.








Wenn es nicht die Böller sind, sondern die Menschen, die sie missbrauchen….warum verbieten wir dann Waffen und Messer? Warum diskutieren wir weiter über ein Cannabisverbot? Wieso wird etwas als „Tradition“ verklärt, das keine 60 Jahre verbreitet ist? Und wenn man nur Halle sieht, sind wir mit den paar Verletzten und etwas Sachbeschädigung ja noch glimpflich weggekommen. 3 Tote bundesweit, über tausend verletze, darunter hunderte schwerstverletzte Kinder. Und seien wir ehrlich: Der Schwazrmarkt hat doch längst übernommen, wenn man die Knallkörper hört und spürt. Und eine Strafverfolgung? Wie und womit? Die Verdächtigen sind in Sekundenschnelle in der Menge verschwunden, ehe die Polizei nahc einigen Minuten auftauchen kann. Und so viel Polizei, wie für eine flächendeckende Kontrolle notwendig wäre, kann niemand vorhalten. Man kann ja schon jetzt nicht die gesetzlichen Vorgaben einhalten. Wieviele Geschäfte wurden denn geprüft, wurden Alterskontrollen ernstgenommen, Lagervorschriften eingehalten? Im Endeffekt hilft nur ein generelles Verbot des ganzen. Freigabe für organisiertes Feuerwerk, für Fachleute, aber kein privates Geböller mehr.
Man sollte wegen einiger Raser auch alle privaten KFZ abschaffen.
Und Messer natürlich auch. Weil…. nicht wahr?!! Man bekommt Kartoffeln, insbesondere mehligkochend, auch gut mit einem Löffel zerdrückt.
Ich würde die Bewohner der Richard-Paulick-Straße sicher nicht als repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung von Halle oder gar Deutschland betrachten. Verhältnisse von dort sind nicht 1:1 auf andere Stadtteile oder Städte übertragbar. NOCH NICHT.
Und welche Tradition wird dann als Nächstes abgeschafft? Weihnachten wegen der Weihnachtsbaumbrände? Oder Nikolaus wegen der oft kalorienreichen und ungesunden Geschenke?
Man sollte die bestrafen, die sich nicht ans Gesetz halten und nicht die gesamte Gesellschaft mit Verboten überziehen.
Wie war das mit den Äpfeln und Birnen? Zuallererst sollte bei der Diskussion doch einmal versucht werden, die Vorteile und der Nutzen von privatem Silvesterfeuerwerk einschließlich Böllern objektiv zu benennen.
Wozu? Welche objektiven Vorteile deiner Existenz gibt es denn?
Mir fallen nur Nachteile ein. Dennoch kommen wir nicht auf die Idee deswegen dein Recht auf Existenz zu einzuschränken.
Für die ganzen Feinde der Demokratie und Freiheit, nicht das Recht muss begründet werden, sondern es muss jeder noch so kleine Einschnitt in Rechte genauestens geprüft werden. Nur so wird ein Schuh draus. Beim Böllern gibt es keine Gründe die weitere Einschränkungen rechtsfertigen, so einfach ist es. Es reicht völlig bestehendes Recht umzusetzen, dies scheitert nur am Willen.
In den Niederlanden gilt ab nächstem Jahr ein Böllerverbot. In Deutschland mit seiner populistischen Regierung ist das nicht zu erwarten.
Demokratie ist hart…
Ein privates Böllerverbot ist schon lange überfällig. Für viele Hunde- und Katzenbesitzer ist Silvester DER Albtraum schlechthin. Und das Schlimmste daran sind nicht die paar Stunden in der Silvesternacht sondern dass es normal geworden ist schon wochen- und monatelang davor und danach zu knallen. Mein Hund weigert sich seit Jahren generell abends um Dunklen das Haus zu verlassen. Und Silvester denke ich auch immer an die armen Wildtiere. Nichts gegen Traditionen – aber es gibt ja Alternativen zu der sinnlosen privaten Böllerei. Denkbar wäre ein zentrales Feuerwerk oder noch besser eine tolle Drohnenshow.
Es wird Zeit für ein generelles Haustierverbot. Haustiere sind der Alptraum schlechthin, alleine Hunde töten in etwa so viele Menschen wie hier durch Böller sterben. Wobei für gewöhnlich die Böller „nur“ die „Schuldigen“ töten. Dazu richten Haustiere massive Schäden an und sind extrem gefährlich für Wildtiere. Es gibt tolle Alternativen zu Haustieren.