Hallesche Bühnen steigern Besucherzahlen, aber liegen noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau – Zuschüsse von Stadt und Land bei 41,4 Millionen Euro

Die Theater, Oper und Orchester GmbH Halle (TOOH) zieht für das Jahr 2024 eine insgesamt positive Bilanz: Die Besucherzahlen konnten in mehreren Sparten deutlich gesteigert werden, die Einnahmen aus dem Kartenverkauf stiegen um 6 %. Dennoch bleibt das vorpandemische Niveau weiterhin außer Reichweite. Das geht aus dem Jahresabschluss für den Stadtrat hervor.

Deutlicher Aufwärtstrend bei Staatskapelle, Thalia Theater und Puppentheater

Insgesamt kamen im Jahr 2024 244.537 Besucher*innen zu den Vorstellungen und Veranstaltungen der TOOH – ein klares Zeichen für eine schrittweise Rückkehr zur kulturellen Normalität. Besonders erfreulich war der Anstieg der Besucherzahlen bei:
– Staatskapelle Halle: 51.725 Besucher*innen (2023: 43.564)
– Thalia Theater: 26.722 Besucher*innen (2023: 17.452)
– Puppentheater: 21.730 Besucher*innen (2023: 14.627)
– Auch die Oper Halle konnte einen leichten Anstieg verzeichnen – von 56.076 im Vorjahr auf 58.221 im Jahr 2024.

Besonderheit beim neuen theater – Besucherrückgang erklärbar

Ein scheinbarer Rückgang beim neuen theater (2024: 25.976 Besucherinnen, 2023: 30.136) lässt sich auf eine Umverteilung der Zählung zurückführen. Das Familienstück „Die Hallenser Stadtmusikantinnen“ mit 8.160 Zuschauerinnen wurde im Jahr 2024 dem Thalia Theater zugerechnet. Im Vorjahr hingegen wurden 5.625 Besucherinnen des Stücks „Frau Holle“ noch dem neuen theater zugeordnet. Ohne diese Verschiebung hätte das neue theater ein Plus von 13 % erzielt.

Theaterpädagogik: Wichtige Arbeit mit jungen Menschen

Auch die Theaterpädagogik (TOOH allgemein) trug zur positiven Gesamtbilanz bei. Mit 5.163 gezählten Besucher*innen – ohne Berücksichtigung von rund 55.000 Gästen bei großen Open-Air-Veranstaltungen wie dem Kulturspektakel oder der Eröffnung der Festwoche – konnte eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (3.606) verzeichnet werden. Die Angebote richten sich insbesondere an Kinder und Jugendliche und sind laut TOOH „ein entscheidender Beitrag zur kulturellen Bildung“.

Einnahmen wachsen, Zielmarke verfehlt

Die Einnahmen aus dem Theater- und Konzertbetrieb stiegen auf 3,098 Millionen Euro (2023: 2,833 Mio. €). Insgesamt erzielte die TOOH Umsatzerlöse in Höhe von 3,303 Mio. € – das sind rund 255.000 Euro mehr als im Vorjahr. Dennoch wurde das selbst gesteckte Ziel von 4,069 Mio. € verfehlt, da die angepeilte Zahl von 220.000 zahlenden Besucher*innen nicht erreicht wurde.

Das Puppentheater profitierte von einer uneingeschränkten Spielzeit in allen Spielstätten, was zu einem Besucher- und Einnahmenzuwachs führte. Das Thalia Theater verzeichnete – auch bereinigt um den Familientheater-Effekt – eine Einnahmensteigerung von 14 % auf rund 157.900 Euro, dank erfolgreicher Faschingsveranstaltungen, der Kinder-Weihnachtsinszenierung und insgesamt besserer Auslastung.

Finanzielle Unterstützung weiterhin unerlässlich

Trotz steigender Einnahmen bleibt die TOOH auf öffentliche Förderung angewiesen. Für 2024 erhielt sie insgesamt 41,347 Mio. € an Zuschüssen – davon 26,402 Mio. € von der Stadt Halle (Saale) und 14,945 Mio. € vom Land Sachsen-Anhalt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Plus von rund 2,1 Mio. €.

Kosten steigen – vor allem beim Personal

Die Personalkosten stiegen auf 34,911 Mio. € (2023: 33,656 Mio. €) – eine Erhöhung um 3,7 %, vor allem infolge von Tarifabschlüssen. Die Honorare für freischaffende Künstler*innen lagen mit 1,648 Mio. € leicht unter dem Vorjahreswert (2023: 1,698 Mio. €).

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16 Antworten

  1. Halle-Leser sagt:

    „8.160 Zuschauerinnen wurde im Jahr 2024 dem Thalia Theater zugerechnet.“
    Und ohne, ziehen wir mal beim Thalia von 26000 8000 ab. Upps.
    Diese Pressemitteilung ist mit den Zahlenspielereien eine Farce.

    • Deutsch/Duden sagt:

      Das heißt Besucher, Eierköppe!

      • Alien sagt:

        Nix Duden, eher Mattemattick!
        Witzig, witziger, am witzigsten. Das geht in diesem Falle sogar mit Substantiven: Besuch, Besucher, Besuchst’en.
        Vielleicht sollten die städtschen Bienen es mal so versuchen. Überschrift: „Hallesche Bühnen versteigern Besucherzahlen“.
        Manche Pressmitteilungen sind jedenfalls in jeder Beziehung steigerungswürdig!

  2. Zahlemann sagt:

    Tja, dann genügen die 120 Euro Hundesteuer, Grundsteuererhöhung und Zweitwohnsitzsteuer noch nicht ganz. Evtl. sollte die Stadtverwaltung über eine Steuer auf Kinder nachdenken…

  3. MS sagt:

    Also mal runtergerechnet: Jeder Hallenser geht etwas mehr als einmal pro Jahr in Theater, und das wird damit mit mehr als 120 Euro pro Kopf bezuschusst ….Ich verstehe, das Kunst und Kultur wichtig sind, aber ich würde gerne wissen, was die TOOH in Zeiten klammer Kassen als Einsparung beitragen wird?

  4. Kenner sagt:

    Geht in den Stadtrat. Jede Woche Theater!

  5. unzumutbar sagt:

    Die nehmen 3 Mio pro Jahr durch Ticketverkäufe ein, aber erhalten 41,4 Mio Euro p.a. Subventionen aus Steuermitteln!?!?
    Das kann man doch keinem Bürger mehr erklären, dass die 420 TooH „Künstler“ so viel Geld verbrennen, bei so wenig Eigenbeitrag.
    Bevor die Stadt über die Erhöhung der Grundsteuer für Mieter und Hausbesitzer überhaupt nur nachdenkt, sollte man diesem elitären Zirkel die Mittel zusammenstreichen.

  6. 10010110 sagt:

    Vielleicht mal die korrekte deutsche Rechtschreibung und weniger Sonderzeichen mitten im Wort verwenden, dann kommen auch wieder mehr Leute. 🙄

  7. PaulusHallenser sagt:

    „Zuschüsse von Stadt und Land bei 41,4 Millionen Euro“

    Und das bei Ticketverkäufen in Höhe von 3,3 Millionen Euro? Krass, welchen Luxus man sich an dieser Stelle leistet – vor allem in Anbetracht der massiven Verschuldung der Stadt.

    „Trotz steigender Einnahmen bleibt die TOOH auf öffentliche Förderung angewiesen. Für 2024 erhielt sie insgesamt 41,347 Mio. € an Zuschüssen – davon 26,402 Mio. € von der Stadt Halle (Saale) und 14,945 Mio. € vom Land Sachsen-Anhalt.“

    Wahnsinn! Da fehlen mir echt die Worte.

    „Die Personalkosten stiegen auf 34,911 Mio. € (2023: 33,656 Mio. €) – eine Erhöhung um 3,7 %, vor allem infolge von Tarifabschlüssen.“

    Da frage ich mich, warum die TOOH nicht schon längst aus dem Tarifvertrag ausgestiegen ist. So hätte man den Anstieg der Personalkosten 2024 vermeiden können.

    • Ach Pauli, wieder geschwindelt sagt:

      Warum sollen denn immer alle aus Tarifverträgen aussteigen? Warum kaufst du dir nicht eine Klimaanlage zum vollen Preis? Warum musst du nur immer gegen die Kunst und Künstler hetzen?
      Von wegen: „Da fehlen mir echt die Worte“. Schön wäre es ja….

    • J sagt:

      Inflationsrate 2023 -> 5,9 Prozent. Also haben die TOOH-Beschäftigten effektiv 2,2 Prozent weniger in der Tasche. Aber was erkläre ich einem Privatwirtschaftler den Markt … Wenn es nach PH/Liberaler ginge, würden alle schwarz weit unter Mindestlohn arbeiten. Damit sich seine FDP-Klientel noch ein paar Superjachten in die Steueroasen stellen kann.

  8. Siegfried v.d. Heide sagt:

    Höhere Eintrittspreise werden wohl nicht zu verhindern sein. Wenn freie Träger im Kulturbereich die geforderten Eigenmittel imi geförderten Jahr/Projekt nicht erreichen fordert die Stadt zurück…

    • PaulusHallenser sagt:

      Wie niedrig sollen denn eigentlich die „Eigenmittel“ der TOOH sein?

      – der Gesamtbudget der TOOH betrug 2024 44,7 Millionen Euro (ohne Darlehen)

      – die Umsatzerlöse der TOOH = 3,3 Millionen Euro = 7,4% des Gesamtbudgets

      – die Subventionszahlungen der Stadt + Land = 41,4 Millionen = 92,6% des Gesamtbudgets

      Es wird Zeit, dass die TOOH ihre Eintrittspreise künftig selbst bestimmt und zwar ohne einen Cent an Subventionen. Es kann nicht sein, dass nicht einmal 10% der Ausgaben über Ticketverkäufe generiert werden, während die Stadt unter einem Schuldenberg versinkt.