SPD in Halle (Saale) schlägt Alarm: Offener Brief an Bundesfinanzminister warnt vor Kahlschlag in den Kommunen
Halle (Saale). Mit einem eindringlichen offenen Brief wenden sich Eric Eigendorf, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat von Halle, und Peter Dehn, SPD-Stadtvorsitzender, an den Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sowie den Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch. Darin schildern sie die dramatische finanzielle Lage der Kommunen und fordern rasches Handeln des Bundes. Am Beispiel der Stadt Halle machen sie deutlich, welche Folgen die anhaltende Unterfinanzierung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben kann.
Die Sozialdemokratie sei immer dann besonders erfolgreich gewesen, wenn sie sich den konkreten Problemen der Menschen angenommen habe, schreiben Eigendorf und Dehn. Genau das sei derzeit in vielen Städten und Gemeinden kaum noch möglich. Die Haushaltslage zwinge Kommunen zu Einschnitten, die zentrale Aufgaben der Daseinsvorsorge und des sozialen Miteinanders gefährdeten.
In Halle berät der Stadtrat aktuell über Kürzungen bei freiwilligen Leistungen – unter anderem im Sport, in der Kultur, in der Jugendhilfe und bei sozialen Diensten. Diese Einsparungen würden, so die Autoren des Briefes, nicht einmal eine Million Euro ausmachen. Der Schaden wäre jedoch erheblich: Solche Kürzungen kämen einer „Axt am gesellschaftlichen Zusammenhalt“ gleich und könnten teils irreparable Folgen haben.
Gleichzeitig betonen Eigendorf und Dehn, dass selbst drastische Einschnitte bei allen freiwilligen Leistungen das grundlegende Problem nicht lösen würden. Die Kommunalaufsicht verlange Einsparungen in einer Größenordnung, die auf kommunaler Ebene schlicht nicht zu realisieren sei. Vor diesem Hintergrund sehen sie den Bund in besonderer Verantwortung.
Zwei Punkte stehen dabei im Zentrum der Forderungen. Erstens müsse die seit Jahren diskutierte Lösung der kommunalen Altschulden endlich umgesetzt werden. Die SPD-Vertreter drängen darauf, den Entwurf zur Grundgesetzänderung – Artikel 143h – unverzüglich auf die Tagesordnung des Bundestages zu setzen. Ein entsprechender Hilfspakt könnte Halle nach ihren Angaben um rund 20 Millionen Euro jährlich entlasten.
Zweitens kritisieren sie, dass der Bund bei den an die Kommunen übertragenen Aufgaben den Grundsatz der vollständigen Kostendeckung nicht einhalte. Während das Land Sachsen-Anhalt diesen Grundsatz beachte, wachse der finanzielle Druck durch Bundesaufgaben Jahr für Jahr. Für Halle habe die Stadtverwaltung ein jährliches Defizit von deutlich über 100 Millionen Euro allein für diese übertragenen Aufgaben errechnet.
Bleibe eine Entlastung aus, drohten nicht genehmigte Haushalte, Zwangsverwaltung und massive Einschnitte in genau jene Bereiche, die Städte lebenswert machten, warnen Eigendorf und Dehn. Darüber hinaus sehen sie eine politische Dimension: Die Menschen bewerteten staatliches Handeln dort, wo sie es unmittelbar erleben – in ihrer Kommune. Wenn Kommunalpolitik kaum noch Gestaltungsspielräume habe, wachse der Vertrauensverlust in die Handlungsfähigkeit demokratischer Politik insgesamt.








Wenn der „gesellschaftliche Zusammenhalt“ nur mit Geld sichergestellt werden kann, ist es um die „Gesellschaft“ nicht besonders gut bestellt. 👎
Wie machen das eigentlich Länder der dritten Welt, in denen der gesellschaftliche Zusammenhalt besser ist – ganz ohne Geld?!
Herr Eigendorf scheint mir so eine Art Vollblutdeutscher zu sein, deutsch vom Scheitel bis zur Sohle. Anders kann ich mir seine wirren Gedanken nicht erklären.
Ist der Zusammenhalt in der 3. Welt wirklich besser oder hast du dir das ausgedacht? Bürgerkriege, Clanwirtschaft, Korruption bei den Hilfsgütern, Terror an der Zivilbevölkerung. Mhm, da gehts uns hier wohl eindeutig besser. Wo du jetzt bei Eigendorf wirre Gedanken erkennst, bleibt dein Geheimnis. Er und seine Kollegen verweisen auf die Folgen der geplanten Einschnitte. Zu Recht, sieht man sich hier die Meinungen zu diesen Themen an. Oft geprägt von Unwissenheit werden die Kürzungen bejubelt (z.B. vom selbsternannten FDP-Messias), die Abkehr vom Sozialstaat gefordert. Das wäre dann das endgültige Ende vom gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Auch Länder der dritten Welt kommen nicht ohne Geld aus.
Wünschst du dir, dass Deutschland so werden soll wie die dritte Welt? An welches Land mit tollem gesellschaftlichen Zusammenhalt hast du denn so gedacht?
Was willst du denn mit dem wirren Kommentar sagen?
Wir reden hier über Deutschland und nicht Ghana, Indien oder irgendein anderes Land.
Wenn Kommunen nur noch „Dienstleister“ des Bundes sind ohne ausreichend mit finanziellen Möglichkeiten, dann stimmt doch da etwas nicht.
Wenn man selbst etwas nicht kann, sind immer die anderen zu dumm.
Ist es nicht bisschen zynisch zu sagen, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt im Bezug auf das Thema Geld in einer meist Kleptokratie besser ist?
Ich erinne mal daran, dass die SPD an der ganzen Sache Schuld ist. Als Schröder Kanzler wurde, haben die sich um die Wirtschaft zu sanieren mal die Rentenkasse ausgeborgt und nie zurück gezahlt. Da war eine Billion Mark. Seit Dem zahlt der Staat die Rente und der Wirtschaft hat es auch Nichts gebracht. Und auch die aktuellen Probleme hat diese Partei im Bundestag mit Ihrer Abstimmung herbei gefürt. Das Ergebnis sehen wir jetzt. Zweckentfremdete Mittel und nun ist das Geld alle. Es wurde vorausgesagt, aber wenn an Mahnt ist man ja gleich unerwünscht.
Ähm, das mit der Rentenkasse war Kohl, und der war nicht in der sPD.
Wie man Vollblutdeutsche und gesellschaftlichen Zusammenhalt unter einen Hut bekommt, können wahrscheinlich nur russische Bots erklären. Die sind es wahrscheinlich auch, die für unsere Gesellschaft die Verhältnisse der dritten Welt glorifizieren während ihr Freunde der AFD sich die Taschen füllen. Herrlich was KI heute so kann.
Reine Klientel-Politik. Die 3% Restwählerschaft der untergegangenen SPD des Herrn Eigendorf sitzen eben nur an den aus Steuergeld finanzierten NGO-Trögen. Für eine erfolgreiche Berufspolitiker-Karriere war es dann wohl die Wahl der falschen Partei.
Ich hoffe , dass nächstes Jahr die Futtertröge verschwinden samt NGOs. Wer bezahlt dann eigentlich Ulbis Gefolgschaften?
Bürgergeld streichen? Ob das Erfolg hat? Ihr seid doch die Wählerschaft.
Die SPD hat doch mit ihrem fast dreißig Jahre Regierens (seit 1998) eine explosionsartige Vermehrung der gesetzlich-pflichtigen Sozialausgaben der Kommunen herbeigeführt, insbesondere bei der Erziehungshilfe, Grundsicherung, Asyl und bei den Kosten der Unterkunft hat die SPD den Kreis der Anspruchsberechtigten und der Anspruchshöhen immer weiter ausgedehnt und damit diese Katastrophe der Kommunen (trotz beispielloser Rekordschulden des Bundes!!!!!!) erst herbeigeführt.
Die SPD gehört endlich in die Opposition, ansonsten geht unser Land völlig unter und der Wahnsinn als Methode wird weiterregieren.
Die SPD denkt wohl auch, es gibt jeden Tag Gänsekeulen mit Rotkraut.
Das landet dann schon im Vorzimmer der Minister in der Rundablage. Halle ist ja nun nicht der Nabel der Welt.
An Zipp:Wenn das in der dritten WELT so wunderbar funktioniert wieso kommen dann soviele Menschen nach EUROPA?
„In Halle berät der Stadtrat aktuell über Kürzungen bei freiwilligen Leistungen – unter anderem im Sport, in der Kultur, in der Jugendhilfe und bei sozialen Diensten. Diese Einsparungen würden, so die Autoren des Briefes, nicht einmal eine Million Euro ausmachen.“
Das stimmt so überhaupt nicht. Allein die TOOH wird pro Jahr mit 44 Millionen Euro aus Steuergeldern subventioniert und das im Rahmen einer sogenannten freiwilligen Leistung. An die HAVAG fließen jährlich etwa 30 Millionen Euro und das auch freiwillig. Es ist also genügend Spielraum für Kürzungen vorhanden.
„Die Kommunalaufsicht verlange Einsparungen in einer Größenordnung, die auf kommunaler Ebene schlicht nicht zu realisieren sei.“
Wenn Eric Eigendorf und Peter Dehn nicht in der Lage sind, Kürzungen bei den freiwilligen Leistungen durchzuführen, dann sollten sie als Stadträte abtreten und engagierten und leistungsfähigen Hallensern den Weg freimachen. Die Verschuldungsorgie zulasten junger Menschen in Halle muss endlich aufhören.
„Solche Kürzungen kämen einer „Axt am gesellschaftlichen Zusammenhalt“ gleich“
Eine Gesellschaft, die nur mittels Steuergeldverschwendung existiert, hat ihre Existenzberechtigung längst verloren.
Es ist eben die spätrömische Dekadenz, wie sie Guido Westerwelle mal beschrieb.
Von dem hört man gar nichts mehr. War da nicht mal was mit 18,0% (FDP)?
„Eine Gesellschaft, die nur mittels Steuergeldverschwendung existiert, hat ihre Existenzberechtigung längst verloren.“
Genau so!
Wenn die „Gesellschaft“ nur dann existiert, wenn Förderanträge auf amtlichen Vordrucken ausgefüllt und bewilligt werden, dann ist diese „Gesellschaft“ tot.
Aber das verstehen die Vollblutdeutschen nicht und werden es auch nie verstehen, wie man an den Kommentaren hier erkennt.
Hast du dir selbt ausgedacht oder nur irgendwo abgeschrieben?
In Thüringen kämpfen die noch um 5%. Also auch bald weg.