Automatenbetreiber laufen Sturm gegen geplante Erhöhung der Vergnügungssteuer in Halle und sehen ihre Existenz in Gefahr
Die Stadt Halle (Saale) plant eine Erhöhung der Vergnügungssteuer für Spielautomaten. Statt bisher 15 Prozent sollen künftig 18 Prozent fällig werden. Eine Entscheidung ist allerdings noch nicht getroffen: Der Finanzausschuss vertagte die Vorlage. Während die Verwaltung auf zusätzliche Einnahmen in Höhe von fast 400.000 Euro pro Jahr hofft, formiert sich heftiger Widerstand unter den Automatenbetreibern. Vor allem Thomas Breitkopf, 1. Vorsitzender des Verbands der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland e. V. sowie Betreiber einer Spielhalle mit 32 Geräten in Halle, machte im Ausschuss deutlich, was die geplante Erhöhung aus seiner Sicht bedeuten würde. „Es ist nicht leistbar“, sagte er und warnte: „Es geht hier um unsere Existenz und die der Mitarbeiter. Wir brauchen eine konstruktive Lösung.“
Warnung vor illegalen Angeboten
Breitkopf verweist auf eine zunehmende Verlagerung des Marktes in den illegalen Bereich. Seit 2018 sehe man eine steigende Zahl von unerlaubt betriebenen Automaten. Seiner Einschätzung nach sind etwa 30 Prozent aller Geräte in Deutschland illegal aufgestellt. Für Halle bedeute dies, dass zu den rund 400 legalen Geräten etwa 130 illegale hinzukämen. „Das Problem Illegalität haben sie hier in der Stadt, ob sie es hören wollen oder nicht“, erklärte er im Ausschuss. Während legale Betreiber strengen Vorgaben der Spielverordnung unterliegen – etwa der Regel, dass ein Gast nicht mehr als 60 Euro pro Stunde ausgeben kann –, entfällt diese Begrenzung im illegalen Bereich. Dort würden einzelne Geräte „eine hohe fünfstellige Summe“ einspielen, so Breitkopf. Die Stadt lasse damit potenzielle Steuereinnahmen ungenutzt.
Steigende Kosten, stagnierende Rahmenbedingungen
Ein weiterer Kritikpunkt: Die Spielverordnung sei in Bezug auf Kosten und Spieleinsätze seit 1994 nicht angepasst worden. Gleichzeitig belasteten Inflation und steigende kommunale Abgaben die Branche. Viele legale Spielstätten müssten deshalb schließen. In einigen Kommunen lägen die Vergnügungssteuersätze bereits bei 20 bis 25 Prozent – Halle würde mit 18 Prozent zwar darunter bleiben, doch sei die Kaufkraft in der Stadt geringer. „Wir werden hier nie die Kaufkraft von Baden-Württemberg haben“, so Breitkopf. Für seine eigene Spielhalle rechnete er vor, dass allein die geplante Erhöhung um drei Prozentpunkte Mehrkosten von rund 40.000 Euro ausmachen würde. „Da müsste ich zwei Mitarbeiter entlassen“, sagte er und appellierte an die Stadt, auf die Anhebung zu verzichten: „Wir brauchen einen wirtschaftlichen Rahmen.“
Verstimmung im Ausschuss
Zu den Forderungen der Betreiber konnte die Stadtverwaltung in der Sitzung zunächst keine Stellung nehmen. Bürgermeister Egbert Geier kritisierte, dass die Verwaltung vorab nicht informiert worden sei. Zwar habe sich der Verband mit dem Ausschussvorsitzenden Alexander Raue (AfD) abgestimmt, doch die städtischen Verantwortlichen seien erst in der Sitzung mit den Anliegen konfrontiert worden. Der Finanzausschuss vertagte die Entscheidung, die Debatte dürfte jedoch noch weiter an Schärfe gewinnen. Während die Stadtverwaltung auf zusätzliche Einnahmen angesichts des prekären Stadthaushalts angewiesen ist, sieht die Branche ihre Existenz bedroht und warnt vor einem weiteren Erstarken illegaler Strukturen.








„die städtischen Verantwortlichen seien erst in der Sitzung mit den Anliegen konfrontiert worden.“
Was Blödsinn vom Geier ist. Der Breitkopf war schon letzten Mittwoch im Wirtschaftsausschuss. Es wäre also genügend Zeit für die Verwaltung gewesen sich vorzubereiten wenn sie ein Interesse an dem Problem hätten. Haben sie aber offensichtlich nicht. Es wird nur mit aller Macht alles daran gesetzt die sogenannte Konsolidierung durchzudrücken, um den Haushalt mit Rekordminus im Wahljahr genehmigt zu kriegen.
Woher weiß denn dieser Lobbyist von illegalen Automaten, warum meldet er die nicht der Stadt, damit die dort eingreift? Oder sind das halt nur Verdächtigungen, Gerüchte etc., um sein Anliegen zu zeigen? Und bei über einer Million Umssatz in seinem Laden (wenn 3% 40k ausmachen), würde ich gerne mal seine Abrechnungen sehen, warum er angeblich so am Hungertuch knabbert ….
„halt nur Verdächtigungen, Gerüchte etc.“
Hier melden sich jeden einzelnen Tag Leute und jammern, wie schrecklich alles ist, können aber nie sagen, wie sie selbst mal etwas davon erlebt haben. Das ist also normal.
Übrigens: auch bei Automatenaufstellern ist Umsatz nicht gleich Gewinn und die Vergnügungssteuer nur eine von mehreren Steuerarten. 😉
Oh, das wäre ja super traurig für unsere Gesellschaft, wenn es ein paar Spielautomatenbetreiber weniger gäbe. 🙄
(das war natürlich Ironie, für alle Autisten unter uns)
Die Vergnügungssteuer kann gern auf 100% erhöht werden. Und zusätzlich muss das Ordnungsamt noch häufiger und konsequenter die Rechtmäßigkeit mancher Automaten in diversen Spelunken kontrollieren.
Da gebe ich dir sogar mal recht, Nulli.
„konsequenter die Rechtmäßigkeit mancher Automaten in diversen Spelunken kontrollieren“
War natürlich noch nie in diesen diversen Spelunken, WEISS aber genaustens um die Umstände dort. Geil.
Wer sich fragt wie – nulli geht nach (natürlich auch nur geraten) dem Namen bzw. der Herkunft der Betreiber, ist aber KEIN Rassist!!!1!
Korrelation ist nicht gleich Kausalität, Sagi. 🙄
Du kennst anscheinend die Bedeutung dieser Worte nicht.
Ich wars doch gar nicht, der geschrieben hat! Du mußt noch viel üben!
Diese Geräte einfach auf der Kippe entsorgen, die Nutzer gleich mit.
Wenn man bedenkt, dass man meistens verliert, wenn man sich dem sogenannten Glücksspiel hingibt, ist es fast schon paradox, dass man überhaupt dafür Vergnügungssteuer zahlen muss.
macht den mist so teuer, dass niemeand es sich mehr leisten kann, dort seine kohle zu verlieren. – diese spieldinger sind voll die seuche, schlimmer wie drogen, da legal und magnet fuer geldwaesche/kriminalitaet.
Spielhallen machen süchtig und zerstören Familien.
Sollte abgeschafft werden.
Die Mitarbeiter finden sehr schnell neue Arbeit. Es fehlen überall Leute.
Ein Automatenbetreiber, der 8% der Automaten in dieser Stadt in EINER Location betreibt, dessen Geschäftsmodell darin liegt anderen Leuten ohne Gegenleistung das Geld aus der Tasche zu ziehen, jammert über 3% Steuererhöhung.
Genau mein Humor.
Ohne die Spielhallenquerfinanzierung mit seinen Spielautomaten durch das Bastian wäre ein kostenloser großer Lesesaal mit WLAN im Hauptbahnhof gar nicht denkbar. Die Stadt sollte die Vergnügungssteuer belassen wie sie ist.
Diese Automaten befördern nur die Sucht bei vielen Nutzern.
Die Betreiber machen doch nichts weiter als die Dinger aufzustellen und zu entleeren. Einen gesellschaftlichen Nutzen haben sie nicht. Gewinn müssen die Automaten noch genug abwerfen, sonst würden sie nicht aufgestellt und Lobbyisten rausgeschickt
Witzig: Existenz der Mitarbeiter. Zahl für Teilzeit, Minijob und Mindestlohn und jammert. Ob der schon mal was von Mischkalkulation mit seinen anderen Betriebsorten gehört hat? Dann muß er das dort ausgleichen.
Einfach auf Hunde umsteigen…da bleibt die Steuer gleich
Wann wollt ihr euch endlich mal gegen diese staatlich,angeordneten, Raubzüge wehren? Ob die gierige Bande überhaupt noch zum schlafen kommt?
Was für ein schwacher Versuch, die Erhöhung als existenzgefährdend für die Spielhöllen beschreiben zu wollen. Besteuert wird ja das Einspielergebnis, von derzeit 14 Prozent und mit der Änderung von 18 Prozent. Wenn angeblich 3 Prozent davon 40.000 Euro ausmachen, wie viel sind dann 100 Prozent, also das was er insgesamt den Spielern aus der Tasche zieht? Lass mal kurz rechnen. Ah, und davon kann er nicht leben? Selten so gelacht. Seit es Geldspielautomaten gibt, wird gejammert über angeblich zu hohe Vergnügungssteuer. Soll erdrosselnd sein für die Unternehmen. Trotzdem werden unverdrossen diese Automaten aufgestellt. Welcher Unternehmer würde das tun, wenn er angeblich nichts damit verdienen kann? Fragen über Fragen.
@Didi, was ist dann mit den staatlichen Lotterien? Manche machen sogar ein Abo für sowas. 😉 Gewinnen wird immer der Staat!😉 Wieviel %der Einnahmen werden denn dort ausgeschüttet? Vieles will man nicht mehr wissen.